Verzögerungen

Halfeshof muss Bauprojekt überarbeiten

Am Halfeshof ist das Haus 17 aus den 1980er Jahren bereits saniert. Betriebsleiter Stefan Sudeck-Wehr (rechts) und Einrichtungsleiter Ben Repp (links) stellen den Stand der Planungen für die Neukonzeptionierung der Jugendhilfeeinrichtung vor. Foto: Michael Strahlen
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Am Halfeshof ist das Haus 17 aus den 1980er Jahren bereits saniert. Betriebsleiter Stefan Sudeck-Wehr (rechts) und Einrichtungsleiter Ben Repp (links) stellen den Stand der Planungen für die Neukonzeptionierung der Jugendhilfeeinrichtung vor.

Verteuerungen in der Baubranche und Mangel an Rohstoffen haben zu Verzögerungen geführt.

Von Simone Theyßen-Speich

Die Aufgaben sind groß, die sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR) für die Sanierung und Neukonzeptionierung seiner Jugendhilfeeinrichtung Halfeshof vorgenommen hat. 44 Millionen Euro sollen in die umfangreichen Arbeiten investiert werden – so der ursprüngliche Plan. Aber nicht nur die Corona-Pandemie hat jetzt die Planungen ins Stocken gebracht. „Vor allem die extreme Baukostensteigerung hat uns etwas ausgebremst“, skizziert Stefan Sudeck-Wehr den aktuellen Stand. Er ist Betriebsleiter für die vier LVR-Jugendhilfe-Einrichtungen in Solingen, Remscheid, Euskirchen und Tönisvorst.

Bis zu 30 Prozent Verteuerung am Bau habe es in einigen Bereichen gegeben. „Da muss natürlich neu gerechnet werden“, so Sudeck-Wehr. Und bei einem öffentlichen Bauvorhaben müssen die Pläne dann auch wieder von den entsprechenden Gremien genehmigt werden.

„Bei dem Umbau haben enorme Verteuerungen in der Baubranche zu Buche geschlagen.“

Stefan Sudeck-Wehr, Betriebsleiter

Als 2016/2017 die Sanierungs- und Umbaupläne für die alten Gebäude auf dem Halfeshof-Gelände begonnen haben, die teilweise über 100 Jahre alt sind, sei auch der Umfang bei Problemen mit Statik und Schadstoffen nicht bekannt gewesen. „So kann in einem Gebäude aus statischen Gründen beispielsweise keine Nutzung im Dachgeschoss vorgesehen werden“, nennt der Betriebsleiter ein Beispiel, bei dem umgeplant werden muss.

Auch das Thema Barrierefreiheit sei seit Beginn der Planungen stärker in den Fokus gerückt. „Das alles hat in den vergangenen Monaten die Schnelligkeit der Planungen gestoppt“, so Stefan Sudeck-Wehr. Man sei aber optimistisch, im Verlauf dieses Jahres alle Planungen neu zu überarbeiten.

Erste Projekte sind nahezu fertiggestellt. So wurde das Haus Nummer 17, ein Holzständerhaus aus den 1980er Jahren im Westen des Geländes nahe der Meigener Straße, entkernt und saniert. Im Frühsommer sollen hier die Jugendlichen wieder einziehen. „Bei diesem Umbau haben enorme Verteuerungen in der Baubranche zu Buche geschlagen. Darüber hinaus hat es zeitliche Verzögerungen durch den Mangel an Rohstoffen gegeben“, erklärt Sudeck-Wehr. Auch das Gebäude mit dem ehemaligen Schwimmbad der Einrichtung wurde mittlerweile abgerissen.

Der Campus mit fast 50 Maßnahmen soll im Rahmen der Sanierungsarbeiten auch inhaltlich weiterentwickelt werden. Die Jugendhilfeeinrichtung wird sich dabei zukünftig räumlich auf den Kernbereich der Anlage konzentrieren. Vor allem Teile im östlichen Bereich des Areals, nördlich der Remscheider Straße, will der LVR verkaufen. Private und gewerbliche Mieter auf dem Gelände müssen deshalb mit einer Kündigung rechnen. „Das ist ein lange angekündigter fortlaufender Prozess“, erklärt der Betriebsleiter. In einem Haus rechts der Einfahrt, das bis März leer gezogen werden soll, seien die meisten Mieter schon ausgezogen. Auch die Akademie für seelische Gesundheit des Landschaftsverbands Rheinland, die mit Büros, einer Übernachtungsstätte und Seminarräumen zwei große Häuser angemietet hatte, verlassen das Gelände im April Richtung Düsseldorf.

Aber auch unter den erschwerten Rahmenbedingungen könne und wolle man von dem Ziel, den Halfeshof komplett zu sanieren und umzustrukturieren, nicht abweichen.

Halfeshof

Einrichtung: Auf dem derzeit mehr als 30 Hektar großen Gelände des Halfeshofs leben bis zu 180 Kinder und Jugendliche in 20 Wohngruppen. Darüber hinaus gibt es 30 Tagesgruppenplätze sowie Ausbildungswerkstätten.

Zielgruppe: Zielgruppe sind verhaltensauffällige Jungen ab sechs Jahren. Es gibt eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung mit Sekundarstufe I und II.

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