Hahneköpper losen König wegen Corona aus

Oberglucke Ruth Mai und Carolin Schröder, Königin des vergangenen Jahres bei den Schlickern, zeigen die Königskette. König Achim Jung gehört zur Risikogruppe und konnte deshalb nicht kommen. Foto: Christian Beier
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Oberglucke Ruth Mai und Carolin Schröder, Königin des vergangenen Jahres bei den Schlickern, zeigen die Königskette. König Achim Jung gehört zur Risikogruppe und konnte deshalb nicht kommen. Foto: Christian Beier

Verein „Schlag aff“ konnte kein Sommerfest feiern

Von Jutta Schreiber-Lenz

Nach 22 Runden stand es fest: Thomas Brüggemann ist der neue Pokal-König der Schlicker Hahneköpper „Schlag aff“. Statt mit einem Schwert und verbundenen Augen einen zuvor sachgemäß getöteten Hahn mit möglichst wenig Schlägen zu enthaupten, war es diesmal das Ziehen der Karte Kreuz-König, das den Sieger festlegte: Das Kartenglück verhalf ihm anstelle der Blankwaffe zum Sieg. Auch Florian Clauberg, Vorsitzender des Traditionsvereins, gewann auf diese Weise. Sein Titel als „König“ wird in diesem Jahr zum „Hahnenvater“, die Bezeichnung für einen „Triple-König“, der den Titel bereits dreimal erlangt hat. Wegen Covid-19 wurden die Majestäten diesmal ausgelost.

Die Corona-Pandemie habe in diesem Jahr einen Strich durch alle größeren Veranstaltungen und Aktivitäten gemacht, erzählt Geschäftsführerin Rita Schröder. Statt mit anderen Vereinen in Wettstreit zu treten und gesellig zu feiern, machten die Schlicker sowohl den Pokal-König, als auch den König auf diese Weise unter sich aus.

„Wir haben den Sieger ausgekegelt“, berichtetet Hans Eickhorn vom Walder Verein „Blenk Dropp“. Er war der einzige Vertreter der anderen drei Solinger Hahneköpper-Vereine, der zum „Königs-Auslosen“ am Wochenende gekommen war. Corona erfordert eben eine konsequente Teilnehmer-Reduzierung. Und so waren es keine 20 Hände, die gut gelaunt in einer Garage nach einem Sektglas griffen, um auf die neuen Majestäten anzustoßen.

„Wir sind froh, dass überhaupt wieder etwas geht.“

Geschäftsführerin Rita Schröder

Wie alle vier weiblichen Mitglieder des neunköpfigen Vereins darf Rita Schröder übrigens nicht mit antreten, wenn es jährlich um die Bestimmung der Königswürde geht. „Wir halten die alten Statuten hoch, die besagen, dass das Hahneköppen nur von Männern durchgeführt wird“, sagt Florian Clauberg. Trotzdem bleibe für alle besonders in normalen Jahren viel zu tun: Im letzten Jahr gab es nicht nur den Wettkampf, sondern zum Sommerfest eine Kirmes auf dem eigenen Festplatz Buchenhof mit einem großen Umzug, der vom Fanfarenzug Essen-Katernberg begleitet wurde. Bei der Party sorgten mit Flashover, Mike & the Waiters und Pirates of Love drei Bands für Stimmung.

Das alles haben die Mitglieder von „Schlag aff“ in wehmütiger Erinnerung angesichts der weniger stimmungsvollen Version des „Corona-Jahres“. Trotzdem seien sie froh, „dass zumindest überhaupt wieder etwas geht. Im Frühjahr war ja nicht mal an solch eine kleine Lösung zu denken“, sagt Rita Schröder. Die Mitglieder hoffen, dass im kommenden Jahr wieder alles so sein wird, wie sie es kennen und lieben: das Hahneköppen als gesellige Tradition und das Sommerfest mit anderen Vereinen.

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