"Mutmach-Buch"

Häppchenweise Kurioses über Solingen

Das neue Buch „Kurios! Geschichten aus Solingen“ von Wilhelm Rosenbaum wird das Solinger Tageblatt zu einem späteren Zeitpunkt auszugsweise in einer Mini-Serie mit Anekdoten veröffentlichen. Foto: Christian Beier
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Das neue Buch „Kurios! Geschichten aus Solingen“ von Wilhelm Rosenbaum wird das Solinger Tageblatt zu einem späteren Zeitpunkt auszugsweise in einer Mini-Serie mit Anekdoten veröffentlichen. 

Autor Wilhelm Rosenbaum legt sein 13. Buch vor – eine Kooperation von Tageblatt und Wartberg-Verlag.

Von Kathrin Schüller

Solingen. Wie der Mann vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt und es am Ende schafft, ein sehr lesenswertes Ganzes vorzulegen – das hat was. Wilhelm Rosenbaum, Autor und langjährige ST-Mitarbeiter, hat sein 13. Buch fertiggestellt: „Kurios! Geschichten aus Solingen“. Zwischen den hellgrauen Buchdeckeln mit dem Scherenmotiv steckt auf 80 Seiten ein unterhaltsames ABC der Klingenstadt: von A wie „Alpines von Rosi“ über „Dickköppe“ und „Ittertal mit Kötergedöns“ bis Z wie „Zitate“. Begleitet werden die 59 Kapitel von nostalgischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen: Sie zeigen Bundeskanzler Konrad Adenauer auf Wahlkampftour durch die Klingenstadt, Sylvia Caduff, Solingens erste Generalmusikdirektorin oder die Schauspielerin und gebürtige Solingerin Veronica Ferres in Salzburg als verruchte Buhlschaft in „Jedermann“.

„Da wusste ich, es kann vielleicht eine Art Mutmach-Buch über meine Stadt werden.“
Wilhelm Rosenbaum, Autor

Mit den ersten Seiten geht der Autor ohne Umschweife auf sein Ziel los, in kurzen Texten, häppchenweise Kurioses, Überraschendes und Witziges über Solingen zu Papier zu bringen. Das Vorwort schenkt er sich, stattdessen plaudert er über einen Besuch mit seiner Frau im Klinikum, wegen einer „Rückengeschichte“. Als er nach der Untersuchung mit erfreulichem Resultat das Sprechzimmer gerade verlassen wollte, habe der lächelnde Dr. Buhl noch einen fröhlichen Satz hinterhergeschoben: „Sie haben übrigens gerade auf dem Stuhl von George Clooney gesessen.“ Was es damit auf sich hatte, schreibt Rosenbaum im leichten Plauderton auf. Und fügt hinzu, „dass für das simple Möbelstück im Parterre des Klinikums von heimischen Filmfans mittlerweile stattliche Summen geboten wurden, ließ den Clooney-Stuhl endgültig in mein persönliches Solingen-Archiv rutschen“.

Die Idee zu seinem jüngsten Projekt sei langsam gewachsen, erzählt der Autor im Gespräch mit dem ST. „Quasi als Sammlung über Jahre.“ Anfang dieses Jahres nahm die Sache an Fahrt auf. Das Manuskript stand in weiten Teilen – dann kam Corona. Rosenbaum zweifelte an seiner Idee, ein leichtes Buch herauszubringen, in diesen Zeiten. Bis das ST in seinem Lokalteil großformatige Mutmach-Fotos veröffentlichte. Impressionen einer idyllischen Gegenwelt zu all den täglichen Nachrichten über die Pandemie. „Da wusste ich, es kann vielleicht eine Art Mutmach-Buch über meine Stadt werden, die ihr Lächeln und ihr Lachen nicht verlieren darf.“

Wie er an die Quellen kommt, die er gekonnt anzuzapfen versteht, erklärt Rosenbaum gerne. Sie lägen eben nicht auf der Straße und es gebe sie auch nicht im Internet. „Sie fallen auf als Denkanstoß oder Zitat, als Pointe im journalistischen Allerlei.“ In seinem eigenen – so was von eben nicht digitalem Archiv –hält Rosenbaum mittlerweile unter 12 442 Stichworten fest, was ihn bewegt: Das reicht von Begriffen wie Bettlatschen über Kastrierzange bis hin zu Zupfgeigenwanderer. Sein Fundus ist das Solinger Tageblatt seit 1809. Oft seien aber auch „die freundlichen Geister im Stadtarchiv mit einem Hinweis hilfreich“. Dazu ist der frühere Lehrer mehr als ausdauernd und, wie er selbst freimütig einräumt, skurril. Anders sei kaum zu verstehen, dass er das komplette Brockhaus-Lexikon und seine 17 651 Seiten durchforstete, um für seine Arbeit alle Solinger und sämtliche Solinger-Notizen herauszufischen, die das 24-Bände-Kompendium anbietet.

Die Gesamtauflage, die er mit seinem Wirken als Autor mittlerweile herausgebracht hat, liege bei fast 30 000 Stück, sagt Rosenbaum. Unter anderem hat er 200 Jahre ST-Geschichte erzählt und die Biografie der ersten Studentin an der Universität Köln, der Solingerin Jenny Gusyk aus Litauen, recherchiert und aufgeschrieben.

Das Buch – der Autor

Das Buch: Wilhelm Rosenbaum, „Kurios! Geschichten aus Solingen“, Wartberg Verlag/Solinger Tageblatt, 12 Euro, ISBN: 978-3-8313-3357-8. Erhältlich ist es unter anderem beim Solinger Tageblatt.

Der Autor: Wilhelm Rosenbaum ist Jahrgang 1943, gebürtiger Ohligser und mit einer Krahenhöherin verheiratet, wie er mit einer ordentlichen Portion Lokalpatriotismus ausführt. 42 Jahre wirkte er als Lehrer an der Albert-Schweitzer-Realschule. Seit 1962 publiziert Rosenbaum Bücher über die Klingenstadt und das Bergische Land.

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