Aus der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid

Haasenmühle: Brücke wird im Mai abgerissen

Die Brücke zwischen Leichlinger Straße und Wipperaue behindert den Wasserabfluss. Im Mai wird sie abgerissen. 
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Die Brücke zwischen Leichlinger Straße und Wipperaue behindert den Wasserabfluss. Im Mai wird sie abgerissen. 

Bezirksvertretung Burg/Höhscheid diskutierte über Hochwasserschutz in der Hofschaft.

Von Kristin Dowe

Solingen. Mit seinen Emotionen hielt Benedikt Wiemer, Anwohner der Hofschaft Haasenmühle, in der Sitzung der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid am Donnerstag nicht hinterm Berg: „Ein drittes Hochwasser werden wir von unseren Kräften her nicht wegstecken − weder emotional noch finanziell“, machte der Solinger deutlich, der mit seiner Frau in der BV einmal mehr auf die Not der Anwohner in der Hofschaft aufmerksam machte. Die Betroffenen kämpfen weiter mit den Folgen des Hochwassers.

Das Hochwasser am 14. Juli des vergangenen Jahres hatte die Siedlung schwer getroffen, bereits 2018 wurde sie schon einmal überflutet. Nun arbeitet die Stadt daran, die angespannte Entwässerungssituation an der Haasenmühle zu verbessern.

Wir müssen mehr wassersensible Stadtplanung betreiben.

Wulf Riedel, TBS

Als Sofortmaßnahme soll bis Ende dieses Monats zunächst die zu schmale und deshalb abflussbehindernde Brücke zwischen Leichlinger Straße und Wipperaue abgerissen werden, wie Wulf Riedel, Teilbetriebsleiter bei den Technischen Betrieben, in der Sitzung ankündigte. Anfang Juni solle dann zunächst an gleicher Stelle eine Behelfsbrücke mit einer veränderten Tragkonstruktion errichtet werden, um „die hydraulische Leistungsfähigkeit zu verbessern“. Die endgültige Brücke soll später einige Meter stromabwärts gebaut werden, so dass bei Starkregenereignissen größere Wassermengen bewältigt werden können. Der genaue Standort wird noch in Absprache mit den Anwohnern festgelegt.

In einem weiteren Schritt soll auch ein unterirdischer Bachstollen beseitigt werden, durch den der Nacker Bach verläuft. Dieser besitzt aktuell ein viel zu geringes Fassungsvermögen und behindert den Abfluss des Wassers zusätzlich. Zudem soll die Böschungswand in senkrechter Form saniert werden, damit das Bachbett dort verbreitert werden kann.

Weitere Überflutungen im Bereich Haasenmühle sind nicht ausgeschlossen

Zur Wahrheit gehört auch: Selbst mit all diesen Maßnahmen wird es weiterhin Überflutungen im Bereich der Haasenmühle geben. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung, die zwei Mitarbeiterinnen der TBS anhand einer Computersimulation erstellt haben. Diese stellt die Oberflächenabflüsse in der Hofschaft realitätsgetreu nach. So befindet sich die Haasenmühle in einem Kerbtal ohne seitliche Überschwemmungsbereiche in Form von Auen, wohin das Wasser bei Starkregen ausweichen könnte. Bei extremen Niederschlagsmengen besteht hier sowohl die Gefahr der Überflutung durch den Nacker Bach als auch die nahe gelegene Wupper, in die der Bach mündet. Zudem ist die Hofschaft stark bebaut und viele Flächen deshalb versiegelt.
Der Wupperverband über Hochwasser und wie sich jeder davor schützen kann

Doch selbst wenn dies nicht der Fall wäre und die Stadt Solingen sich noch in einem völlig unbebauten Zustand befände, wäre die Haasenmühle von Überschwemmungen betroffen, wie die Simulation zeigt. „Wir müssen in Zukunft mehr wassersensible Stadtplanung betreiben“, ist Riedel überzeugt. Bei den akuten Problemen könne man zurzeit aber nur Schadensbegrenzung betreiben und die Risiken minimieren.

Die Stadt werde den Anwohnern beim Thema Objektschutz beratend zur Seite stehen und ihnen helfen, ihre Häuser so gut wie möglich gegen Überflutungen zu sichern, so Riedel. Die Betroffenen müssten sich aber auch ihrerseits weiterhin auf Hochwasserlagen vorbereiten, indem sie etwa das Untergeschoss mit Fliesen ausstatten und keine Wertgegenstände dort lagern. „Das ist traurig, was ich hier sage. Aber man wird damit leben müssen wie beispielsweise die Menschen an Rhein und Mosel auch.“

Hintergrund

Zur kommenden Sitzung der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid wird auch ein Vertreter des Wupperverbandes eingeladen sein. Der Wasserwirtschaftsverband reguliert 40 Prozent des Einzugsbereichs der Wupper über die Talsperren.

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