Aktion

Gute Nachbarschaft wird am Central groß geschrieben

Pia Rüttgers leitet das Projekt „Central am Wasserturm“ des Hauspflegevereins und des Spar- und Bauvereins. Foto: Michael Schütz
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Pia Rüttgers leitet das Projekt „Central am Wasserturm“ des Hauspflegevereins und des Spar- und Bauvereins.

Hauspflegeverein und SBV wollen den Bürgertreff am Wasserturm ausbauen und starten eine Aktion.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ sollen beim Quartiersprojekt „Central am Wasserturm“ dauerhaft neue Räume für Begegnungen unter älteren Menschen geschaffen werden. Dies selbstverständlich unter Einhaltung jeweils geltender Schutz- und Hygienemaßnahmen gegen den Coronavirus. Zu einem ersten Begegnungsnachmittag hatten gestern der Solinger Hauspflegeverein und der Spar- und Bauverein (SBV) Quartiersbewohner in den SBV-Bürgertreff im Seniorenwohnkomplex Wasserturm eingeladen. Über 20 interessierte Senioren kamen. „Wir sind sehr erfreut und überrascht, dass trotz schwieriger Bedingungen durch Corona relativ viele Leute gleich zum ersten Treffen gekommen sind“, erklärte die Leiterin des Quartiersprojekts, Pia Rüttgers vom Hauspflegeverein.

„Während andere solche Projekte auf bestehende Strukturen zurückgreifen konnten, fingen wir bei Null an.“
Pia Rüttgers, Leiterin des Projekts

Unter den Besuchern konnte sie nicht nur Bewohner des Seniorenwohn-Komplexes begrüßen, sondern beispielsweise auch Bewohner der angrenzenden SBV-Siedlungen. „Unser Quartier am Central reicht ja von Wald bis nach Gräfrath hinein und umfasst rund 9000 Einwohner.“ Besucherin Marlies Wienrich kam von der Burgunderstraße. „Ich bin im März neu zugezogen und habe noch nicht so viele Kontakte“, berichtete sie. „Den Bürgertreff hier besuche ich heute zum ersten Mal. Eine tolle Einrichtung, Anschluss zu anderen Menschen zu finden.“

Das Quartiersentwicklungs-Projekt wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen. „Während andere solche Projekte in Solingen wie in der Nordstadt, an der Hasseldelle oder Fuhr nach der Gründung auf schon bestehende Vereinsstrukturen zurückgreifen konnten, fingen wir am Central praktisch bei Null an.“ In ersten Schritten habe man Kontakte geknüpft und präventive Angebote für Senioren wie Körper- und Gedächtnistraining sowie Bingo-Spielnachmittage eingerichtet. Nun wolle man das Programm ausweiten, den Bürgertreff als Begegnungsstätte ausbauen und dabei direkt an die Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer anknüpfen.

Ein weiterer Schwerpunkt von „Central am Wasserturm“ ist die nachhaltige Förderung guter Nachbarschaften im Quartier. „Denn gerade vor dem Hintergrund der geltenden Regeln rücken gelungene soziale Nahbeziehungen verstärkt in den Fokus“, betont Pia Rüttgers. „Nachbarn, die im Alltag aufeinander Acht geben, sich gegenseitig helfen und freundlich miteinander ins Gespräch kommen, werden unter diesen Umständen als besonders wertvoll erfahren.“ Gute Nachbarschaften lindern dadurch nachweislich Einsamkeit, bieten Sicherheit und verbessern die Lebensqualität. Konflikte in der Nachbarschaft hingegen beeinflussen das Wohlbefinden negativ.

Zur Förderung guter Nachbarschaften soll eine Aktion gestartet werden, bei der in den nächsten Wochen Postkarten mit der Aufschrift „Mein Nachbar ist toll, weil…“ an die Quartiersbewohner verteilt werden. „Anhand dieser Karten versuchen wir dann, gute Nachbarschaften sichtbar zu machen. Es wäre großartig, wenn uns Menschen von ihren guten Nachbarschaftserfahrungen erzählen.“ Man wolle diese Erzählungen dann langfristig im Rahmen einer Ausstellung der beschrifteten Karten im Bürgertreff öffentlich machen. Dies könne Menschen dazu motivieren, gute Nachbarschaftsbeziehungen langfristig weiter zu pflegen.

Das Projektvorhaben „Central am Wasserturm“ wurde am 1. September 2018 ins Leben gerufen. Es verfolgt den Ansatz der Quartiersentwicklung besonders für unterstützungsbedürftige Menschen.

https://t1p.de/m779

Projekt

Im Senioren-Wohnkomplex innerhalb der SBV-Wohnsiedlung am Wasserturm entstanden 41 seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen von 47 bis 67 Quadratmetern Größe. Baubeginn war 2016, erste Mieter zogen im August 2018 ein. Die Baukosten des öffentlich geförderten Projekts betrugen knapp sechs Millionen Euro.

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