Gewerbe

Gutachter schränken Ittertal-Pläne ein

Neben dem Gewerbegebiet Piepersberg-Ost (links) könnte ein Gewerbegebiet Piepersberg-West (rechts) entstehen. Dort soll auch die Arena errichtet wer-den, in der der Handball-Bundesligist BHC seine Heimspiele austragen könnte. Allerdings soll ein grüner Korridor erhalten bleiben. Archivfoto: Uli Preuss
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Neben dem Gewerbegebiet Piepersberg-Ost (links) könnte ein Gewerbegebiet Piepersberg-West (rechts) entstehen. Dort soll auch die Arena errichtet wer-den, in der der Handball-Bundesligist BHC seine Heimspiele austragen könnte. Allerdings soll ein grüner Korridor erhalten bleiben.

Experten raten von Gewerbe auf Buschfeld und Keusenhof ab. Fürkeltrath II sollte verkleinert werden.

Von Andreas Tews

Zu den geplanten Gewerbegebieten im Ittertal liefert das am Mittwoch veröffentlichte Gesamtgutachten konkrete Empfehlungen. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass bei allen vier Gebieten Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind. Die Gebiete Piepersberg-West und Fürkeltrath II (beide Gräfrath) halten sie aber zumindest in Teilen für realisierbar. Die Pläne für die Gebiete Buschfeld (Wald) und Keusenhof (Ohligs) empfehlen sie zu begraben.

Standpunkt von Andreas Tews

Die Debatte um die vier Gewerbegebiete hält seit 2012 an. Erstmals tauchten sie im Regionalen Gewerbeflächenkonzept für Solingen, Remscheid und Wuppertal auf. Die Argumente und Standpunkte werden nicht nur innerhalb der Politik ausgetauscht. Gegner der Gewerbepläne gründeten die Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“. Das Gesamtgutachten wurde lange angemahnt. Berücksichtigt sind darin viele Einzelanalysen zu ökologischen, stadtplanerischen und klimatischen Aspekten. Die politische Mehrheit hat sich inzwischen von den Plänen für das Buschfeld verabschiedet.

Dies halten die Gutachter für sinnvoll. Auf dem Buschfeld wären nach ihrer Meinung die Auswirkungen auf die Umwelt zu groß. Es biete zwar die größte verfügbare Fläche. Dort würde aber eine zu große Fläche mit „hochwertigem Ackerboden“ versiegelt. Außerdem würden Anwohner zu sehr belastet.

Der Keusenhof würde sich wirtschaftlich nicht rechnen

Vom Keusenhof raten sie ab, weil eine Erschließung im Verhältnis zu der Zahl der dort möglicherweise entstehenden Arbeitsplätze und dem Gewerbesteueraufkommen zu teuer wäre. Nach ökologischen Aspekten schneidet dieser Standort im Gutachten allerdings am besten ab.

Für die beiden Gebiete Piepersberg-West und Fürkeltrath II sehen die Gutachter wirtschaftlich gute Voraussetzungen. Allerdings empfehlen sie, dass man sich bei den weiteren Planungen auf die Flächen beschränkt, die bereits der städtischen Wirtschaftsförderung gehören. Sie raten darüber hinaus dazu, im Fall Piepersberg, wo eine Event-Halle entstehen soll, einen „ausreichenden Freiraumkorridor“ freizuhalten. Bei Fürkeltrath II sollte auf einen umweltverträglichen Abstand zum Bachtal geachtet werden.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bewertet die Aussagen der Experten als „klare Botschaften“ an die Entscheidungsträger. Man habe jetzt eine „abgesicherte Empfehlung für das, was geht und was nicht geht“. Er spricht sich unter anderem dafür aus, das Gebiet Fürkeltrath II zu einem „Musterbeispiel für nachhaltige und verantwortungsvolle Gewerbeflächenentwicklung“ zu machen. Auch Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) sieht in dem Gutachten eine „hilfreiche Unterlage“ für die politische Beratung.

In den Ratsfraktionen wird das 115 Seiten umfassende Gesamtgutachten in den kommenden Tagen beraten. Vorerst müsse man es aber genau lesen, erklärte Iris Preuß-Buchholz (SPD). Carsten Voigt (CDU) verspricht sich von dem Gutachten eine Versachlichung und Beruhigung der Debatte.

SO GEHT DIE DEBATTE UM DIE FLÄCHEN WEITER

POLITIK Mit dem Gesamtgutachten befasst sich in der Politik zunächst der Rats-Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am Donnerstag, 11. Februar (17 Uhr, Theater und Konzerthaus). Danach sind der Landschaftsbeirat und die Bezirksvertretungen Ohligs(Aufderhöhe/Merscheid (11. April), Wald (18. April) und Gräfrath (19. April) mit der Debatte um das Gutachten an der Reihe. BÜRGERINFORMATION Die Stadtverwaltung will die Bürger bei einer Versammlung informieren. Die ist für Donnerstag, 10. März, 18 bis 20 Uhr, im Stadtsaal Wald angesetzt.

Skeptisch ist man nach wie vor bei der Bürgerinitiative. Wer Piepersberg-West bebaue, unterbreche ein wichtiges ökologischen Band zwischen Burgholz im Osten sowie Ohligser und Hildener Heide im Westen, sagte Dr. Helmut Nieder. Aber auch er und seine Mitstreiter wollen zunächst einmal genau lesen und – wahrscheinlich am Freitag – beraten.

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