Planungsausschuss

Gutachten: Gewerbe beeinträchtigt Ittertal nicht

Hier könnte das Gewerbegebiet Fürkeltrath II entstehen. Die Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ wehrt sich dagegen. Foto: Uli Preuss
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Hier könnte das Gewerbegebiet Fürkeltrath II entstehen. Die Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ wehrt sich dagegen.

Im Planungsausschuss wurden am Montag die Ergänzungen vorgestellt. Nicht alle sind mit dem Fazit einverstanden.

Von Anja Kriskofski

Die Funktionen des Ittertals als Naturraum bleiben erhalten, auch wenn die Gewerbegebiete Fürkeltrath II und Piepersberg-West realisiert werden. Das ist das Fazit des Gutachtens, das vom Aachener Planungsbüro BKR um einige Punkte ergänzt wurde. Die Planer hatten zusätzlich die Auswirkungen auf das Klima, die Artenvielfalt, die Bäche und den Erholungsfaktor im Ittertal untersucht. „Trotzdem gibt es Einschränkungen, keine Frage“, sagte Gutachterin Andrea Kranefeld am Montag im Planungsausschuss.

Standpunkt von Anja Kriskofski

Die Planungspolitiker hatte die Verwaltung bereits 2013 beauftragt, ein Gesamtgutachten zum Ittertal erstellen zu lassen. Das empfiehlt von den ins Auge gefassten Gewerbegebieten Keusenhof, Buschfeld, Fürkeltrath II und Piepersberg-West nur die beiden letzteren umzusetzen. Weil noch weitere Aspekte berücksichtigt werden sollten, wurde das Gutachten jetzt ergänzt. Thema Tier- und Pflanzenwelt: Diese werde nicht eingeschränkt, auch wenn an einer Stelle nur ein 135 Meter breiter Grünkorridor im Ittertal erhalten bliebe. Das haben die Gutachter am Beispiel des Hirschkäfers und des Großen Abendseglers, einer Fledermausart, untersucht.

In Sachen Luftaustausch könnte es eine kleine Klimaveränderung geben, „aber keine großen Auswirkungen bis ins Ittertal hinein“. Durch Beschränkungen bei der Gebäudehöhe oder Dachbegrünung könne man das positiv beeinflussen. Auch die Erholungsfunktion des Ittertals werde nicht beeinträchtigt. Die Gutachter empfehlen, einen gewissen Abstand zu halten. So solle Fürkeltrath II nicht näher als 100 Meter an den Holzer Bach heranreichen.

Weitere Gremien diskutieren nun das erweiterte Gutachten

Ausführungen, die Dietmar Gaida (Grüne) nicht überzeugten. Er sieht unter anderem den Erholungsfaktor durch die Bebauung „erheblich eingeschränkt. Am Ende der Korkenziehertrasse würde man dann auf ein Gewerbegebiet gucken statt ins Ittertal“. Und von einem sparsamen Umgang mit Flächen könne angesichts von 50 Hektar Gewerbebrachen in Solingen nicht die Rede sein.

Martin Hobrecker (Linke) sprach mögliche Auswirkungen für die Bio-Landwirtschaft im Ittertal an. Mit dem betroffenen Landwirt sei man in Kontakt, erklärte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Sollten die Gewerbegebiete kommen, sei ein Teil der Flächen nicht für die gewerbliche Nutzung vorgesehen. Das erweiterte Gutachten wird nun unter anderem in den drei betroffenen Bezirksvertretungen Wald, Gräfrath sowie Ohligs /Aufderhöhe/Merscheid diskutiert.

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