Gruppe kümmert sich um junge Parkinson-Erkrankte

Biggy Hoebel-Nöckel mit ihrer Hündin Elsa: Die Mitglieder treffen sich derzeit oft zu gemeinsamen Runden mit ihren Hunden. Foto: Christian Beier
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Biggy Hoebel-Nöckel mit ihrer Hündin Elsa: Die Mitglieder treffen sich derzeit oft zu gemeinsamen Runden mit ihren Hunden.

Treff Parkinson NRW hat sich als unabhängige Selbsthilfevereinigung neu aufgestellt

Von Anja Kriskofski

Parkinson ist keine Erkrankung, die nur ältere Menschen trifft. Biggy Hoebel-Nöckel war Anfang 40, als sie die Diagnose erhielt. Weil in den Selbsthilfegruppen jedoch vor allem Senioren waren, gründete sie mit anderen Betroffenen eine Gruppe für junge Erkrankte, den Treff Parkinson NRW. Nachdem sie lange zur Langenfelder Gruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung gehörte, ist sie seit diesem Jahr unabhängig. „Wir sind neutral und erheben keine Mitgliedsbeiträge. Wir wollen einfach für Parkinson-Erkrankte da sein.“

Biggy Hoebel-Nöckel traf die Diagnose mitten in einem Leben auf der Überholspur, wie sie sagt. „Ich war topfit, hatte viel Arbeit.“ Und zwei Töchter, die damals 12 und 15 Jahre alt waren. Dass etwas nicht stimmte, habe sie gemerkt, als der kleine Finger der rechten Hand plötzlich anfing zu zittern. „Relativ schnell, nach drei Monaten, habe ich den Befund bekommen.“ Hoebel-Nöckel arbeitete trotz Erkrankung als selbstständige Verlagsvertreterin weiter, erst vor fünf Jahren gab sie ihre Firma auf.

Die jüngsten Mitglieder sind Mitte 30

Sie komme mit Hilfe von Freunden und dienstbaren Geistern gut zurecht, erzählt sie. „Aber ich muss mit meinen Kräften haushalten. Manchmal komme ich nicht von A nach B.“ Auch häufige Stürze und das Zittern seien Symptome.

„Die Diagnose Parkinson heißt nicht, dass man nicht arbeiten kann“, betont sie. Bei guter medikamentöser Einstellung sei auch die Lebenserwartung nicht eingeschränkt. Beim Treff Parkinson unterstützen sich die Erkrankten gegenseitig. „Über vieles kann man nun mal nicht mit den Angehörigen reden, die selbst nicht erkrankt sind.“ In der Gruppe seien mitunter auch Mitglieder, die die Diagnose Parkinson nicht öffentlich gemacht haben. Die Altersspanne reiche von Mitte 30 bis Mitte 60, so Hoebel-Nöckel.

„Wir pflegen einen engen Kontakt“, betont die 58-Jährige. In der Gruppe seien viele Solinger, aber auch Menschen aus Wuppertal, Haan und vom Niederrhein gehörten zum Kreis. Mit neuen Mitgliedern gibt es ein persönliches Kennenlernen. Wegen der Corona-Pandemie finde das momentan meist bei einem Spaziergang statt. Ihre regelmäßigen Treffen hält die Selbsthilfegruppe jetzt als Videokonferenzen ab. „Wir sind aber auch telefonisch immer erreichbar, wenn es dringenden Redebedarf gibt.“ Das ehrenamtliche Engagement wurde 2016 mit dem Solinger Selbsthilfepreis belohnt.

Wenn sich die Corona-Situation normalisiert, soll es auch wieder gemeinsame Ausflüge und die Reha-Sportangebote beim WMTV geben. In der Gaststätte des Vereins sind dann auch wieder die Treffen geplant. Kontakt: Tel. 3 83 05 24. Die Homepage treff-parkinson-nrw.de wird derzeit noch überarbeitet.

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