Konzert

Großer Applaus für Vivaldis „La Primavera“

Das Publikum genoss das Konzert des Musikvereins in der Friedenskirche an der Uhlandstraße.
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Das Publikum genoss das Konzert des Musikvereins in der Friedenskirche an der Uhlandstraße.

Ohligser Musikverein bot in der Friedenskirche abwechslungsreiche Orchester- und Kammermusik.

Von Wolfgang Günther

Solingen. Der Ohligser Musikverein startete am Sonntagabend in der Evangelischen Friedenskirche an der Uhlandstraße sein erstes Konzert in diesem Jahr. Zum Auftakt erklang romantisch „Salut d’amour“, ein musikalisches Hoch auf die Liebe, komponiert vom Briten Edward Elgar.

Gegründet 1860, ist der Musikverein eines der ältesten Laienensembles Deutschlands, das sich aber im Laufe der Jahre zu einem veritablen Kammerorchester entwickelt hat, und auf eine lange, erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann. Leider führte in den letzten beiden Jahren die Corona-Pandemie den Taktstock, Konzerte mussten abgesagt werden.

Auf dem Programm standen Werke von Barock bis Romantik

Aber die Musikerinnen und Musiker hatten eine Idee, wie es irgendwie mit der Musik weitergehen könnte. „Sie trafen sich abwechselnd in kleinen Gruppen zu Hause, übten dabei weiter, und studierten gemeinsam kurze Werke der Kammermusik ein“, sagte der Orchesterleiter Christian Leschowski, hauptberuflich spielt er Oboe bei den Bergischen Symphonikern.

So standen im ersten Teil des Konzerts interessante Stücke der Kammermusik aus dem Barock, der Klassik, der Romantik bis zu Chansons der heutigen Zeit auf dem Programm. Die Flötistin Julia Siepen spielte mit der Geigerin Susanne Imhoff, Florin Buschkotte, Viola und dem Cellisten Hartmut Pallasch ein Flötenquartett aus der Feder des Neapolitaners Giovanni Paisiello. Der italienische Cellist und Komponist Luigi Boccherini (1743-1805) gilt als „Vater des Streichquintetts“. Einen besonderen Platz unter den vielen Kompositionen nimmt dabei sein Streichquintett in C-Dur ein.

Die Solisten des Musikvereins waren Eva Lange, Markus Buschkotte, Georg Reffgen, Gisela Lohe und Hartmut Pallasch; sie kosteten in ihrer Interpretation diese bezaubernde Melodie in allen Variationen bis zum Ende hinreißend aus. Sehr lustig war die musikalische Parodie auf das romantische Lied „Die Forelle“ von Franz Schubert. Drei Oboen, gespielt von Petra Heidelberg, Sandra Waerder und Christian Leschowski, reisten mit dem Fisch zum Wiener Walzer, dem amerikanischen Ragtime und dem argentinischen Tango und wieder zurück ins heimische Gewässer. Weitere brillante Mitwirkende bei der vielseitigen Stunde mit Kammermusik waren Susanne Kocherscheidt, Christine Schulz-Freitag, Rosemarie Peternell, Norbert Eichhorn und Gabriel Steven.

Orchesterleiter Christian Leschowski hatte mit der Verpflichtung seines Orchesterkollegen, dem Geiger Mihalj „Miki“ Kekenj als Gastsolist, dem Musikverein und den gut 80 Gästen ein schönes Geschenk gemacht. Der 1. Konzertmeister der Bergischen Symphoniker ist in allen Bereichen der Musik zu Hause und ein wahrer Zauberer mit seiner Geige. Gemeinsam mit dem Orchester spielte er einen Ausschnitt aus dem Werk „Die vier Jahreszeiten“ des venezianischen Komponisten und Violinisten Antonio Vivaldi. Bei diesem Werk handelt es sich um eine Sammlung von Violinkonzerten; in der Friedenskirche erklang am Sonntagabend die passende Musik zum Frühling: „La Primavera“. Der erste der drei Sätze dieser beliebten Komposition beginnt gleich mit der bekannten und oft gehörten Melodie des Frühlings. Nach sanften Winden interpretiert das Orchester das Aufkommen eines Frühlingssturms, der Solist hat dabei ein instrumentales Blitz- und Donnerwetter zu bewältigen, eine großartige Leistung des Konzertmeisters.

Die Musiker dankten für den Applaus mit einem weiteren Orchesterstück. Leider führte der begeisterte Schlussbeifall nicht zu einer Zugabe des Solisten. Das war sehr schade.

Zur Person

Mihalj „Miki“ Kekenj ist 1. Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern. Durch seinen Ideenreichtum hat er sein Orchester zu neuen Projekten inspiriert. Klassische Musik und Hip-Hop-Stücke sind für ihn keine Gegensätze. Unter dem Titel „On Fire“ stellt er regelmäßig mit den Symphonikern Konzerte auf die Beine. Der nächste Konzertabend am 27. Mai, 19.30 Uhr, stellt die preisgekrönte kubanische Pianistin Marialy Pacheco mit ihrem Trio im Theater und Konzerthaus in den Mittelpunkt.

www.theater-solingen.de

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