Große Wohntürme werden der Stadt nicht guttun

Dirk Isenburg kennt die Solinger Immobilienlandschaft seit vielen Jahren gut. Foto: to
+
Dirk Isenburg kennt die Solinger Immobilienlandschaft seit vielen Jahren gut. Foto: to

Dirk Isenburg, Immobilienmakler

Wenn ich die Rohbauten von Kondor Wessels am Ohligser Marktplatz sehe, frage ich mich: „Wo bleibt der Aufschrei der Ohligser“, wenn sie sehen, wie dicht an dicht die Häuser gebaut werden. Ist der Markt so groß, dass man die alle verkauft bekommen wird? Und wer wird sie kaufen? Natürlich wird die Vermarktung am Ende über den Markt geregelt. Wir haben schon 1994 eine Eigentumswohnung für 4000 Mark auf den Quadratmeter verkauft.

Seit dieser Zeit gilt auch in Solingen: Die Ansprüche der Leute an die Ausstattung der Wohnungen und auch Einfamilienhäuser werden immer höher.

Aber in den großen Wohnblocks hat das nichts mit hochwertigem Wohnbau zu tun. Ich warne auch davor, in Wald – das ist ein Filetgrundstück – wieder so hohe Türme zu bauen.

Bei der Frage der Vermietung der vielen neuen Wohnungen bin ich skeptisch, ob die geplanten Preise, die teilweise weit über zehn Euro liegen sollen, auch durchgesetzt werden können. Außerdem ist noch unklar, wer die Vermietungen für die Anleger aus dem Bereich der Versicherungen und Banken übernimmt, die in den Wohnanlagen ihr Geld anlegen.

„Staat sollte Mieter statt der Investoren fördern.“

Die Chance der Vermietung von Anlageobjekten steigt spürbar immer dann an, wenn ein paar Dinge beachtet werden. Werden sie im Umfeld einer nachhaltigen Stadtentwicklung gebaut, haben sie bessere Chancen. Das fängt beim Einkaufen an und hört bei Kitas auf. Zugleich achten die Solinger auch auf die Qualität. Da steigen die Ansprüche. Eine Immobilienblase droht nicht. Denn es gilt: Auf dem Solinger Immobilienmarkt haben vernünftige Objekte immer noch sehr gute Chancen. Die werden unserer Firma aus der Hand gerissen.

Wer bei den heutigen Rahmenbedingungen für den geförderten Wohnungsbau in solche Objekte investiert, der muss daran Spaß haben. Ich glaube, der Förderweg ist falsch. Warum investiert der Staat nicht in die Mieter? Ich hielte es für besser, wenn statt dem Investor der Mieter einen Zuschuss bekommt. Das kann sich dann an den jeweiligen Sätzen orientieren, die für geförderten Wohnungsbau gelten.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Corona-Zahlen steigen durch Reiserückkehrer
Corona-Zahlen steigen durch Reiserückkehrer
Corona-Zahlen steigen durch Reiserückkehrer
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert - Impfaktion wird wiederholt
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert - Impfaktion wird wiederholt
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert - Impfaktion wird wiederholt
Bahn sperrt Strecke der S1 bis Montag
Bahn sperrt Strecke der S1 bis Montag
Bahn sperrt Strecke der S1 bis Montag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare