Verkaufsstart

Große Nachfrage nach 9-Euro-Ticket in Solingen

Beatrix Böttcher verkaufte die Tickets vor dem Kundencenter an der Kölner Straße, um die Schalter zu entlasten.
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Beatrix Böttcher verkaufte die Tickets vor dem Kundencenter an der Kölner Straße, um die Schalter zu entlasten.

Das Ticket ist Teil eines „Entlastungspakets“ der Bundesregierung. Für 9 Euro monatlich können alle den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Monaten Juni, Juli und August nutzen.

Update von 19.08 Uhr

Von Björn Boch

Solingen. Zum Verkaufsstart für das sogenannte 9-Euro-Ticket war der Andrang auch in der Klingenstadt groß: 3800 Menschen haben das Ticket bereits am ersten Tag erworben. Diese Zahl bildet laut Verkehrsbetrieb der Solinger Stadtwerke (SWS) nur die Barverkäufe bei den SWS selbst ab – Käufe zum Beispiel über Verkehrsverbund-Apps sind nicht enthalten.

Schon am Morgen hatte sich eine lange Schlange vor dem Kundencenter in Mitte gebildet. „Wir haben allein bis 13.30 Uhr 2563 Tickets verkauft“, so SWS-Sprecherin Silke Rampe. Zwei Kolleginnen hätten zusätzlich vor der Tür geholfen, um die Schalter zu entlasten. Auch in Ohligs, wo außer dem Kundencenter am Montag zusätzlich das Infomobil der Stadtwerke stand, sei die Nachfrage groß gewesen.

Das Ticket ist Teil eines „Entlastungspakets“ der Bundesregierung. Für 9 Euro monatlich können alle den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Monaten Juni, Juli und August nutzen. Außerdem gibt es Tankrabatte, Energiepauschalen und Kinderboni. Für den ÖPNV wird mit einem großen zusätzlichen Andrang gerechnet: „Einige Kunden haben das Ticket gleich für alle drei Monate gekauft, andere haben mehrere für Familie und Freunde mitgenommen“, berichtete Silke Rampe.

Während in den Solinger Vorverkaufsstellen alles glatt gelaufen sei, sei das Ticket in einigen Nahverkehrs-Apps am Montag zeitweise nicht erhältlich gewesen, die App der Deutschen Bahn unter dem Andrang am Morgen gar zusammengebrochen.

Wie die 2,5 Milliarden Euro vom Bund, die das Ticket finanzieren, letztlich verteilt werden, sei noch nicht geklärt. „Die Stadtwerke freuen sich aber über jeden, der das Ticket bei uns kauft“, so die SWS-Sprecherin. Abgesehen davon, dass dies bei der Verteilung des Gelds eine Rolle spielen könnte, gebe es durchaus noch Beratungsbedarf. Das habe der Montag gezeigt. Neben den Servicecentern in Mitte und Ohligs wird das Ticket am Dienstag am Busbahnhof Aufderhöhe verkauft (ab 9 Uhr) und am Mittwoch vor dem Rathaus (ebenfalls ab 9 Uhr). Am Freitag wird es ab 7 Uhr auf dem Walder Marktplatz erhältlich sein. Die Stadtwerke haben außerdem eine Internetseite zum 9-Euro-Ticket freigeschaltet (www.gut-vorankommen.de).

Das 9-Euro-Ticket wird auch die Solinger Politik weiter beschäftigen. In einem Antrag von Grünen, SPD und FDP wird die Verwaltung gebeten, in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsbetrieb „den Zeitraum, in dem das 9-Euro-Ticket Gültigkeit hat, mit einem Monitoring zu begleiten und so mögliche Veränderungen in der Nutzung des ÖPNV zu erkennen“. Vorgeschlagen werden stichpunktartige Erhebungen und Fahrgastbefragungen. Die Ergebnisse sollten so rechtzeitig vorliegen, dass sie für den Nahverkehrsplan und den Wirtschaftsplan der Stadtwerke vorlägen, heißt es in dem Antrag für den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Wohnungswesen.

Standpunkt von Björn Boch: Vertrauensvorschuss

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Von diesem Andrang sind alle überrascht worden: 3800 Menschen allein in Solingen wollten laut Stadtwerke (SWS) am ersten Tag das 9-Euro-Ticket. Viele weitere werden die günstige Karte für Bus und Bahn digital erworben haben.

Die hohen Zahlen sind aus zwei Gründen bemerkenswert: Zum einen ist das Ticket nicht limitiert, wer es also erst heute oder kommende Woche kaufen will, der muss keinen Nachteil fürchten. Zum anderen kommen noch einmal rund 16 000 Ticketnutzer dazu: Alle SWS-Abonnenten, deren Tickets automatisch günstiger geworden sind und die deshalb gar nicht erst zum Kundencenter müssen.

Der Ansturm aufs Ticket mag dem bergischen Preisbewusstsein geschuldet sein, ist aber auch ein großer Vertrauensvorschuss. Die Verkehrsunternehmen sind jetzt in der Pflicht. Die Kundinnen und Kunden freuen sich offensichtlich über das Schnäppchen. Das heißt aber nicht, dass sie schlechte Leistungen tolerieren werden.

Unser Artikel vom 23. Mai, 16.30 Uhr

Solingen. Zum Verkaufsstart für das sogenannte 9-Euro-Ticket war die Nachfrage in Solingen groß: Schon am Morgen bildete sich eine Schlange vor dem Kunden-Center des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke (SWS).

„Wir haben allein bis 13.30 Uhr 2563 Tickets verkauft“, so SWS-Sprecherin Silke Rampe. An der Kölner Straße in Mitte hätten zwei Kolleginnen zusätzlich aus dem Bauchladen heraus verkauft, auch in Ohligs, wo neben dem Kundencenter das Infomobil der Stadtwerke stand, war die Nachfrage groß. Die 2563 Tickets seien reine „Barverkäufe“ gewesen.

In vielen Nahverkehrs-Apps sei das Ticket heute noch nicht erhältlich gewesen, die App der Deutschen Bahn sei zeitweise unter dem Andrang zusammengebrochen. Das Ticket ist Teil eines „Entlastungspakets“ der Bundesregierung. Für 9 Euro monatlich können alle den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Monaten Juni, Juli und August nutzen.

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