Medizin

Grippe: Kliniken sind überfüllt

Volle Flure auch in der Zentralen Aufnahmeeinheit (ZAE) im Klinikum. Weitere acht Räume sind in diesem Moment ebenfalls belegt.
+
Volle Flure auch in der Zentralen Aufnahmeeinheit (ZAE) im Klinikum. Weitere acht Räume sind in diesem Moment ebenfalls belegt.

Die Betten sind belegt und in den Aufnahmen drängen sich die Patienten. Mitarbeiter am Rande der Erschöpfung.

Von Uli Preuss 

Die echte Grippe 2015 holt ihre Opfer in diesem Jahr ohne Vorwarnung von den Beinen. Bauchschmerzen, Gliederschmerzen und ein trockener Husten sind untrügerische Anzeichen. So stark, sagt Dr. Patric Tralls, sei die Krankheit lange nicht mehr gewesen. Seine Patienten klagen unter schwersten Symptomen. Alle anderen haben einfach nur einen „grippalen Infekt“. Aber wer weiß das schon vorher?

Tralls ist Leiter der Zentralen Aufnahmeeinheit im Klinikum und seine Mitarbeiter bekommen die volle Breitseite der Influenza A zu spüren. Täglich versorgen sie 60 Patienten mehr als sonst. Mittags und ab 18 Uhr ist es besonders schlimm. Dann geht es im Minutentakt: 11.20, 11.24, 11.29. . . . die Anmeldeliste im Computer ist endlos.

Ratlos: Schwester Melanie und Schwester Lisa am Dienstplan.

Auch Ärzte und Schwestern erkranken. Dieter Ohmstedt, Personalchef und Belegmanager an der Gotenstraße, spricht in der Wochenmitte von 80 Kranken allein im Pflegebereich. Das bei 700 Mitarbeitern, und die arbeiten bis zur Erschöpfung. „Wie lange soll das noch weitergehen, fragen mich die Leute“, sagt der Mann, der seit 40 Jahren in der Krankenhausmedizin tätig ist und nach eigenen Aussagen so etwas bisher noch nicht erlebt hat.

Gleichzeitig ist er beeindruckt. „Was die Kollegen leisten, ist bewundernswert“, sagt er. Das Haus platzt aus allen Nähten. Wie ein überbuchtes Flugzeug muss man sich das vorstellen. Nur, dass im Klinikum und in der St. Lukas Klinik keine Passagiere vertröstet werden können. „Wir müssen alle nach festgelegten Qualitätsstandards behandeln“, ist die Botschaft aus Klinikum und St. Lukas Klinik. Also ist Einfallsreichtum gefragt. Stationen rücken zusammen. In der Chirurgie liegen plötzlich internistische Patienten.

Mit fatalen Folgen, etwa bei OP-Terminen, die schon seit Wochen feststehen. Betten kann man nunmal nicht zweimal vergeben. 690 Betten hat das Klinikum, jetzt aufgestockt auf 760.

Immer mehr Grippe-Patienten werden in Solinger Krankenhäusern behandelt

Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Immer mehr Grippe-Patienten werden im Klinikum behandelt © Uli Preuss
Standpunkt von Uli Preuss

Ebenfalls voll belegt ist die St. Lukas Klinik. Dort versucht Pflegedirektor Jens Robra mit der Belastung für das Haus fertig zu werden.

Auch an der Schwanenstraße unterbrechen Mitarbeiter den Urlaub, leisten Überstunden oder zerbrechen sich den Kopf, wie sie Dienstpläne funktionell halten können. Melanie Mehlhorn, Stationsschwester auf der „Eins“, bleibt kurz stehen zwischen Betten aufschlagen und Dienstpläne schreiben. „Von zwölf Kollegen fehlt ein Viertel“, sagt sie. Der Rest teilt sich drei Schichten. Ein L

SCHUTZ UND HILFE

GRIPPE Macht sich in diesem Jahr besonders durch Gliederschmerzen, Husten und Bauchschmerzen bemerkbar. IMPFUNG Eine schlechte Impfung ist besser als keine. 

HYGIENE Wichtig: Häufiges, gründliches Händewaschen

ichtblick: Jens Robra ergatterte eine Fachkraft in einer Zeitarbeitsfirma – für zwei Wochen. Mehr hatten auch die nicht mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Hunderte Solinger beim Sommerparty-Auftakt - ab 17 Uhr geht´s weiter
Hunderte Solinger beim Sommerparty-Auftakt - ab 17 Uhr geht´s weiter
Hunderte Solinger beim Sommerparty-Auftakt - ab 17 Uhr geht´s weiter
Ohligser Rathaus: Ensemble wechselt den Besitzer
Ohligser Rathaus: Ensemble wechselt den Besitzer
Ohligser Rathaus: Ensemble wechselt den Besitzer
Stadtwerke heben die Gaspreise zum 1. November an
Stadtwerke heben die Gaspreise zum 1. November an
Stadtwerke heben die Gaspreise zum 1. November an
Wissen Sie, wo das Foto entstanden ist?
Wissen Sie, wo das Foto entstanden ist?
Wissen Sie, wo das Foto entstanden ist?

Kommentare