Griechischer Epos neu interpretiert

Der Roman ist ein guter Einstieg in die griechische Mythologie, sagt Nina Mauß. Foto: Buchhandlung
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Der Roman ist ein guter Einstieg in die griechische Mythologie, sagt Nina Mauß.

„Das Lied des Achill“

Nina Mauß, Mitarbeiterin der Buchhandlung Kiekenap an der Düsseldorfer Straße, stellt in dieser Woche ihre Buchempfehlung vor: den Roman „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller.

Die Beziehung des Achill zu Patroklos bildet einen zentralen Aspekt in Homers Ilias. Dessen bedient sich Madeline Miller in ihrer Neuinterpretation des griechischen Epos und bleibt, trotz der textuellen Freiheiten, Homers Überlieferung dennoch treu. Patroklos, der Sohn des Menoitios, wird – nachdem er den Sohn des Amphidamas, Kleitonymos, tötet – seines Erbes entsagt und zu Peleus, König von Phthia geschickt. Dort trifft er auf dessen Sohn, Achill, der ihn zu seinem Therapon ernennt: sein Weggefährte und Begleiter.

Gemeinsam werden sie vom Zentaur Chiron in der Schwertkunst, in Medizin und Gesang unterrichtet, ehe sie in den Krieg berufen werden. Prinz Paris hat die schöne Helena entführt. Achill soll helfen sie zu befreien. Patroklos folgt ihm und die Schlacht von Troja findet ihren Anfang. In dessen Verlauf wird Achill zur Darstellung der zwiespältigen Natur des griechischen Mythos. Verkörpert er von Grund auf die apollinische Seite, dargestellt durch friedvolle Ordnung und die Kunst, wandelt diese im Angesicht des Krieges in das Dionysische, dessen Rausch sich im Kampfe entfaltet. Madeline Millers Epos ist eine herzergreifende Geschichte zweier Liebender. Eine Tragödie mit Elementen der Komödie, die den Ursprung ehrt und zugleich eigenständig zu stehen vermag. Ein hervorragender Einstieg in die griechische Mythologie.

Julia Eisele Verlag; 416 Seiten; 978-3-96161-082-2; 16,99 Euro

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