Gregorianische Choräle und Orgel

Andächtige Musikstunde in St. Joseph

Von Wolfgang Günther

Als gesungenes Wort Gottes ohne jede instrumentale Begleitung gilt in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche der gregorianische Choral. Vor rund tausend Jahren tauchte der Begriff für diese lateinisch gesungenen Choräle auf, der Name geht auf Gregor den Großen zurück, der im Jahr 590 zum Papst gewählt wurde.

In Solingen wird der gregorianische Choralgesang seit Jahrzehnten in guter Tradition von der „Schola gregoriana Solingen-West“ gepflegt, der Chor ist an der Kirche St. Joseph an der Hackhauser Straße im Pfarrbereich St. Sebastian zu Hause. Am Freitagabend hörten dort leider nur gut 20 Besucher dem Gesang des kleinen Ensembles zu.

Wolfgang Kläsener, Seelsorgebereichsmusiker im Pfarrbezirk, gab dem Konzert den Namen „Himmlische Stimmen“. Die Überschrift passte sehr gut, denn der eindrucksvolle Gesang erklang von der Orgelempore, die wenigen Zuhörer hörten in tiefer Andacht versunken dem einstimmigen Choralgesang zu.

Ernste Gesänge und heitere Orgel bilden Kontrast

Für himmlische Klänge sorgte am Freitagabend aber auch die Musik der Orgel. Die vier Gesänge der Gregorianik beziehen sich im gesungenen Text auf die Liturgie der vier Adventssonntage – und schließen mit einem weiteren Gesang zu Weihnachten. In starkem Kontrast zu den ernsten, religiösen Gesängen spielte Kläsener sozusagen als Intermezzo fast heitere Musik des Italieners Antonio Vivaldi.

Ursprünglich für das Soloinstrument Violine komponiert, wurde das Vivaldi-Concerto von Johann Sebastian Bach für die Orgel bearbeitet. In strahlendem C-Dur erklang von der Orgelempore diese virtuose Musik, die in der Ursprungsfassung von Vivaldi dem indischen Großmogul gewidmet war.

Nach dem Gesang zum dritten Adventssonntag erklangen schlagartig schroffe Töne von der Orgel. Wolfgang Kläsener machte bei den letzten beiden Zwischenspielen die Zuhörer bekannt mit den Orgelkompositionen von Olivier Messiaen (1908 bis 1992). Der Franzose bekannte sich mit anderen Komponisten und Musikern zu der fortschrittlichen neuen Musik seiner Heimat und war Lehrer einer neuen Generation französischer Komponisten.

Nächste Termine: Die „Schola gregoriana Solingen-West“ singt in der Heiligen Messe mit weihnachtlicher Musik am Morgen des 2. Weihnachtstages in der Kirche Liebfrauen in Löhdorf. In St. Joseph an der Hackhauser Straße beginnt am 18. Dezember um 19.30 Uhr ein Konzert mit Musik und Texten zum Advent. Mitwirkende sind Wolfgang Kläsener (Orgel) und die Blechbläser des Wuppertaler Sinfonieorchesters.

www.sebastian-solingen.de

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