Verkehr

Gräfrather Politiker fühlen sich übergangen

Die Verkehrssituation an der Einmündung Melanchthonstraße/Dycker Feld beschäftigt Rathaus und Politik bereits seit Jahren. Jetzt kochten die Emotionen hoch.
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Die Verkehrssituation an der Einmündung Melanchthonstraße/ Dycker Feld beschäftigt Rathaus und Politik bereits seit Jahren. Jetzt kochten die Emotionen hoch.

Bezirksvertretung Gräfrath: Scharfe Kritik an Verkehrsplanern des Rathauses.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Verkehrssituation an der Einmündung der Melanchthonstraße in die Straße Dycker Feld wird zunehmend zum emotionalen Thema. Dies wurde in der Bezirksvertretung Gräfrath deutlich. Eigentlich ging es „nur“ darum, Radfahrern künftig zu gestatten, die Einbahnstraße in entgegengesetzter Richtung zu benutzen. Dies müsse wegen rechtlicher Vorgaben in den kommenden Wochen umgesetzt werden, kündigte Carsten Knoch, städtischer Abteilungsleiter für Mobilität und generelle Planung, an. Daran und an den schriftlich formulierten Vorschlägen der Stadtverwaltung, die über diese Änderung hinausgehen, störten sich die Vertreter mehrerer Fraktionen in der Bezirksvertretung. Sie fühlen sich durch das Rathaus schlecht informiert und übergangen.

Über die Situation an dem unübersichtlichen Verkehrsknoten wird seit Jahren diskutiert. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen, wenn von der Melanchthonstraße kommende Autofahrer direkt nach dem Einfädeln auf die Straße Dycker Feld direkt wieder nach links auf die Wuppertaler Straße (B 224) abbiegen wollen. Auch über den Fahrradverkehr in diesem Bereich wird seit langem debattiert.

Von den aktuellen, aber nicht ganz neuen Vorschlägen der Verwaltung zeigte sich unter anderem Andreas Zelljahn (FDP) enttäuscht. Er und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Jonathan Bürger (CDU) wiesen darauf hin, dass dies nicht dem Willen der Gräfrather Politik entspreche. Die Bezirksvertretung hatte die Verwaltung im November gebeten, die Einbahnstraßen-Freigabe für Radfahrer erst im Zuge einer Gesamt-Verkehrsplanung für diesen Bereich umzusetzen. Diese soll im Zuge der Erschließung des alten Bahnhofsgeländes erfolgen. Angedacht ist unter anderem, die Einbahnregelung auf der Melanchthonstraße generell umzudrehen und den Verkehr aus Richtung Fauna über Zwingli- und Schulstraße zur Wuppertaler Straße zuleiten.

Den Hinweis Knochs, dass die Freigabe für Radfahrer zeitnah zu erfolgen habe, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien, ließ CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Braun nicht gelten. „Hinter der Vertagung steckte ein Sinn“, erklärte er. „Wir wollen ein Gesamtkonzept.“ Im Bezug auf das Vorgehen der Verwaltung beklagte er: „Ich fühle mich verarscht!“ Die Folge der aktuellen Entwicklung sei, dass die Politik in den Internetforen massiv für Regelungen angefeindet werde, die sie selbst so nicht beschlossen habe. Seine Fraktionskollegin Eva Nieper warf die Frage auf: „Wozu sitzen wir hier überhaupt?“ Zelljahn sprach von einem „Geschmäckle“.

Bei der anschließenden Abstimmung ging es eigentlich nur um die Selbstverständlichkeit, dass die Verwaltung einen Bürger, der die Einbahnregelung für Radfahrer angeregt hatte, schriftlich über die neue Entwicklung informieren soll. An diesem Votum beteiligte sich FDP-Mann Zelljahn aus Protest nicht. Nur vier Bezirksvertreter stimmten mit Ja. Der Rest der 13-köpfigen Bürgervertretung drückte sein Unbehagen aus, indem er sich der Stimme enthielt.

Keine neue Entwicklung für das alte Bahnhofsgelände in Gräfrath

Am Ende versuchte Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek (Grüne), die Wogen zu glätten. Sie appellierte an Knoch, „nicht nachzulassen, an der großen Verkehrslösung zu arbeiten“.

Doch wenig später kochten die Emotionen erneut hoch, als Stadtplanerin Claudia Sey-fried erklärte, dass es zu möglichen Investitionen auf dem alten Bahnhofsgelände nichts Neues gebe. Zelljahn verwies auf die Frist bis Ende des Jahres, die die Bezirksvertretung Rathaus und Investor gesetzt habe und kündigte an: „Wenn bis dahin nichts geschehen ist, nehmen wir die Bauleitplanung unabhängig vom Investor in die Hand.“

Beschlüsse

Unionstraße: Auf der Unionstraße werden Standorte für fünf Straßenbäume geschaffen.

Abteiweg: Die Verwaltung soll prüfen, ob gegenüber dem Klingenmuseum an der Einmündung Abteiweg ein Reisebus-Parkplatz eingerichtet werden kann.

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