Projekt

Gräfrather gestalten ihre Zukunft

Projektleiter Thomas Zühlke und die Gräfrather Bezirksbürgermeisterin Dr. Ruth Fischer-Bienek (Grüne) stellten die Heimatwerkstatt vor. Foto: Michael Schütz
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Projektleiter Thomas Zühlke und die Gräfrather Bezirksbürgermeisterin Dr. Ruth Fischer-Bienek (Grüne) stellten die Heimatwerkstatt vor.

Der Heimatverein will den Stadtteil mit einem Projekt entwickeln und vor allem Jugendliche einbinden.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Neue, zukunftsweisende Ideen für die Gräfrather Bürger erarbeiten und dabei das Traditionelle bewahren: Unter dieser Prämisse möchte der Gräfrather Heimatverein mit dem Projekt der Heimatwerkstatt Gräfrath in sechs Veranstaltungen Perspektiven für die Zukunft des Stadtteils entwickeln. „Dabei gilt es, die Pflege unseres städtebaulichen und kulturellen Erbes im Ort zu erhalten und es mit den tatsächlichen und aktuellen Bedürfnissen der Bewohner in Einklang zu bringen“, erklärt Projektleiter Thomas Zühlke vom Heimatverein. „Wie Gräfraths Zukunft dann aussieht, dies können nur die Gräfrather selbst beantworten.“ Gut 50 Besucher folgten der Einladung des Heimatvereins zur Auftaktveranstaltung, die am Samstag im Stiftersaal des Klingenmuseums stattfand.

An der Heimatwerkstatt sollen nicht nur diejenigen mitwirken, die sich ohnehin schon aktiv um den Stadtteil bemühen, sondern auch solche, die sich neu engagieren möchten. „Hauptaugenmerk gilt dabei der Gräfrather Jugend“, betonte Zühlke.

Zum Start kamen Vertreter lokaler Vereine und Initiativen und der Politik, aber auch etliche Bürger und einige Jugendliche. Frank Balkenhol von der Solinger Wirtschaftsförderung, die das Projekt begleitet, moderierte. Nach der Begrüßung durch Thomas Rauh vom Heimatverein gab Bezirksbürgermeisterin Dr. Ruth Fischer-Bienek (Grüne) einen Überblick über die „Schätze“ des Stadtteils. „Es ist ja nicht nur das Ambiente des Marktplatzes, der Gräfrath auszeichnet, sondern es sind auch unsere Museen, die über die Stadtgrenzen hinaus wirken. Ausflugsziele wie Schloss Grünewald, Fauna und Botanischer Garten, Wälder und Täler bereichern den Ort.“

Solingen: Vier Workshops sind geplant

Aber es gebe auch Mängel: Von den alten Läden seien nicht mehr viel übrig, die Gastronomie gehe zurück. „Wo treffen sich junge Leute? Früher hatte Gräfrath ein Kino!“ So stelle sich heute die Frage, wie man Gräfrath attraktiver machen könne – „vor allem für Kinder und Jugendliche“.

Genau da setzt das Heimatprogramm des Landes NRW an, das die Solinger Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki vorstellte. „Wir leben in einer Zeit schwieriger Wandlungen: Klima- und Corona-Krise, die Situation der Geflüchteten, fremdenfeindliche Tendenzen und wachsende soziale Ungleichheit wirken sich unmittelbar auf lokaler Ebene aus.“ Gerade jetzt sei die Entwicklung von Heimatgefühl und Zusammengehörigkeit besonders wichtig. „So dient das Heimatprogramm der Förderung von Projekten zur Stärkung des Wir-Gefühls. Heimat soll ja ein Ort sein, an dem wir uns wohlfühlen.“

Thomas Zühlke stellte die vier geplanten Workshops vor. Am 4. Juni nehme man unter dem Motto „Denkmal an Gräfrath“ eine Bestandsaufnahme vor: „Was ist Heimat? Womit identifizieren wir uns in Gräfrath?“ Am 13. August heiße es „Besonderes Gräfrath“. Dann gebe es fünf geführte Info-Touren zu historischen Standorten – unter der Fragestellung: „Wie lassen sich diese für die Zukunft entwickeln?“ Der Workshop „Gräfrath. Zukunft. Heimat“ am 3. September spricht vor allem Jugendliche an. Was sind ihre Highlights im Stadtteil? Was fehlt ihnen, und was wünschen sie sich?

Am 8. Oktober schließlich stellen sich unter dem Motto „Heimat. Zukunft. Gräfrath?“ ehrenamtliche Initiativen, Einzelakteure und Gruppen vor. Die Abschlussveranstaltung am 22. Oktober werde auf dem Gräfrather Marktplatz stattfinden. Es sei geplant, das Ergebnis der Workshops in einer Art Kabarett vorzustellen. Danach ist die Stadt Solingen gefragt, Ideen umzusetzen.

Heimatprogramm

Förderung: „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ So überschreibt das NRW-Ministerium für Heimat sein Landesförderprogramm zur Stärkung von Heimat. Dafür stellt das Land insgesamt rund 150 Millionen Euro bereit. 16.000 Euro Fördergelder fließen nach Gräfrath – etwa 1800 Euro muss der Heimatverein selbst beisteuern. „Jeder kann jederzeit einsteigen und teilnehmen“, lädt Projektleiter Thomas Zühlke die Gräfrather und Gräfratherinnen zur Teilnahme an der Heimatwerkstatt ein.

Kontakt: Infos und , Anmeldungen unter: www.heimatverein.eu; zuehlke@e-mail.de

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