Bildung

Gräfrath soll Hochschulstandort werden

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (vorne) Andreas Coppenrath von der ZDS (l.) und Professor Dr. Hans-Hennig von Grünberg (Hochschule Niederrhein) unterschrieben die Absichtserklärung.
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Oberbürgermeister Tim Kurzbach (vorne) Andreas Coppenrath von der ZDS (l.) und Professor Dr. Hans-Hennig von Grünberg (Hochschule Niederrhein) unterschrieben die Absichtserklärung.

Süßwarenschule und Hochschule Niederrhein wollen Institut für Forschung und Lehre gründen.

Von Andreas Tews

Standpunkt von Andreas Tews

Studenten der Ernährungswissenschaften sollen in wenigen Jahren einen Master- oder Bachelor-Abschluss in Solingen machen können. Das ist Teil einer Absichtserklärung, die Vertreter der Stadt Solingen, der Gräfrather Süßwarenfachschule und der Hochschule Niederrhein (HSNR) am Freitag unterschrieben. Das Ziel sei, ein Institut für Forschung und Lehre zu gründen – am Ende der Entwicklung mit bis zu 150 Studenten. Jetzt beginnt die intensive Arbeit an einem detaillierten Konzept und die Suche nach Geldgebern aus der Wirtschaft.

Pläne für einen neuen Hochschulstandort in Solingen hatte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) vor 14 Tagen bei seiner Haushaltsrede im Stadtrat angekündigt. Hochschullehre gibt es in der Klingenstadt bisher nur im alten Bahnhof am Südpark. Dort ist der Lehrstuhl für Neue Fertigungstechnologien und Werkstoffe der Bergischen Universität Wuppertal angesiedelt.

An der neuen Zusammenarbeit feilt man laut Carsten Zimmermann vom OB-Büro seit einem Jahr. Der Durchbruch sei bei einem Workshop im Frühjahr dieses Jahres erreicht worden. Das kurzfristige Ziel ist jetzt, noch in diesem Jahr ein gemeinsames Angebot an Seminaren und Kursen aufzustellen. Später wollen die Partner zusammen Studienangebote erarbeiten. Die Gründung eines Forschungsinstituts in Gräfrath soll in einem dritten Schritt erfolgen. Es soll Teil des Fachbereichs Oecotrophologie (Ernährungs-, Lebensmittel- und Versorgungswissenschaften) der HSNR sein. Hochschul-Präsident Professor Dr. Hans-Hennig von Grünberg hofft, dass die ersten Studenten in zwei bis drei Jahren in Gräfrath sein werden.

Anspruch beider Institutionen ist, wirtschaftsnah auszubilden

Eine Zusammenarbeit mit der von der Industrie gegründeten Zentralfachschule der deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) bietet sich laut von Grünberg allein deswegen an, weil auch die Hochschule mit ihren Standorten in Krefeld und Mönchengladbach den Anspruch habe, für den Bedarf der Wirtschaft auszubilden. Dies gilt nach Angaben von Dekan Professor Dr. Georg Wittich auch für den Lehrstuhl der Lebensmittelwissenschaftler.

Lesen Sie auch: OB Kurzbach hofft auf einen weiteren Hochschulstandort

Es gelte, gute Professoren für die Lehre nach Solingen zu locken. Dies gelinge aber nur, wenn diese auch Voraussetzungen für eine attraktive Forschung vorfänden, betonte von Grünberg. Darum seien beide Faktoren für einen neuen Standort wichtig.

Weitere Schwerpunkte der Kooperation zwischen ZDS und Hochschule soll auch die Zusammenarbeit im Bereich der Weiterbildung und bei der Auftragsforschung sein. Technisch und inhaltlich ergänzen sich die beiden Kooperationspartner nach Angaben des Mönchengladbacher Lebenmittelwissenschaftlers Professor Dr. Maik Schürmeyer in vielen Bereichen gut. Eines der Hauptziele sei, Projekte in der fremdfinanzierten Auftragsforschung zu erarbeiten. Hier hofft OB Kurzbach, dass die ZDS von den Erfahrungen der Hochschule profitiert.

Ein räumlicher Ausbau der Fachschule in Gräfrath ist nach Angaben ihres Geschäftsführers Andreas Bertram zunächst nicht vorgesehen. Langfristig sei eine Erweiterung aber möglich.

DIE PARTNER

ZDS Die Süßwarenschule ist seit 1951 in Solingen. Sie hat aktuell 54 Mitarbeiter.

HSNR Die Hochschule Niederrhein wurde 1855 gegründet. Ihr Fachbereich Oecotrophologie ist mit 900 Studenten der größte seiner Art in Deutschland.

Alle Beteiligten könnten profitieren, hieß es am Freitag. OB Kurzbach betonte, dass universitäres Leben und Forschung eine Stadt bereicherten. Für die Fachschule bietet sich nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Andreas Coppenrath die Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln. Vor allem wegen der fortschreitenden Digitalisierung in der Wirtschaft sei dies wichtig. Ein interessantes wirtschaftsnahes Betätigungsfeld verspricht sich von Grünberg für die Ernährungswissenschaftler seiner Hochschule. Und ZDS-Schüler sowie Studenten der Hochschule können nach Angaben der Unterzeichner auf ein Ausbildungssystem mit einer hohen Durchlässigkeit zwischen Berufsausbildung und Hochschullehre hoffen.

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