Unterburg

Gräberfeld wird Mahnmal für Nazi-Terror

Vor rund 40 Gästen weihte Oberbürgermeister Tim Kurzbach das neue Gräberfeld ein. Darunter auch Vertreter aus dem russischen Generalkonsulat und vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Foto:
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Vor rund 40 Gästen weihte Oberbürgermeister Tim Kurzbach das neue Gräberfeld ein. Darunter auch Vertreter aus dem russischen Generalkonsulat und vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Einweihung auf dem kommunalen Friedhof in Unterburg.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Auf dem kommunalen, ehemals evangelischen, Friedhof in Unterburg ist eine neue Gedenkstätte entstanden. Am Montagnachmittag weihte Oberbürgermeister Tim Kurzbach zwölf hergerichtete Gräber ehemaliger sowjetischer Zwangsarbeiter, zwei ihrer Kinder und eines Unbekannten, der bei einem Todesmarsch in Unterburg starb, als Mahnmal für den Nazi-Terror ein.

Bei dieser bewegenden halben Stunde an den mit großblättrigem Efeu beschickten Grabstätten unter frisch gepflanzten Hängebirken waren gut 40 Gäste zugegen, die am Ende im Schulterschluss an den Grabstätten Kerzen entzündeten und im kurzen Gebet zusammenstanden. Darunter waren auch Vertreter aus dem russischen Generalkonsulat Bonn sowie Wolfgang Held vom Landesverband NRW des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, sowie Martin Wegner als Leiter der Technischen Betriebe Solingen (TBS), die kurze Ansprachen hielten.

Die TBS hatten im Vorfeld mit der russischen Botschaft in Berlin, der Kriegsgräberfürsorge und der Bezirksregierung Abstimmungsgespräche geführt, um für das Projekt ein gemeinsames Konzept sicherzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Max-Leven-Zentrum sind drei Stelen entstanden, die vor Ort über den historischen Hintergrund informieren.

Bis Mai befanden sich die Gräber auf dem ehemaligen kommunalen Friedhof, der in Kürze endgültig aufgegeben werden soll und waren in einem sehr verfallenen Zustand.

Solingen: Neue Gräber sollen Toten ein Stück Würde zurückgeben

Die Toten in eine ansprechendere Lage umzubetten und ihnen an neuer, sichtbarerer Liegestelle zumindest post mortem ein Stück Würde zurückzugeben, sei ihm als Oberbürgermeister sehr wichtig, betonte Kurzbach. Schließlich seien die sogenannten Ostarbeiter vor mehr als 70 Jahren nicht nur, legitimiert durch den Krieg, hierher verschleppt, sondern nach ihrem Tod, zum Teil beim Angriff auf die Stadt im Herbst 1944, verächtlich „verscharrt“ worden. Sich an die Schicksale zu erinnern, sei die Basis zur Gegensteuerung neuerlicher rassistischer und damit unmenschlicher Tendenzen in unserem Jetzt, sagte Kurzbach. „Diktaturen als Staatsform sind immer menschenfeindlich“.

Ausführliche Infos zu den Schicksalen der Toten gibt es auf der Internetseite Seite des Max-Leven-Zentrums.

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