Seit Oktober geöffnet

Gläserne Werkstatt sucht Trägerschaft

Uta Schneider von der BSW zog eine positive Bilanz der sieben Projekte „Urbane Produktion“ in der Gläsernen Werkstatt, die Teil der von der EU geförderten Maßnahme ist.
+
Uta Schneider von der BSW zog eine positive Bilanz der sieben Projekte „Urbane Produktion“ in der Gläsernen Werkstatt, die Teil der von der EU geförderten Maßnahme ist.

Förderzeitraum endet: BSW zieht Bilanz zum Projekt „Urbane Produktion“.

Von Philipp Müller

Solingen. Für die sieben Projekte aus dem Programm „Urbane Produktion“ hatte Uta Schneider, Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW), gute Nachrichten. Seit Donnerstag ist eine neue Runde um Fördermittel des Landes NRW und der EU, so genannte EFRE-Mittel, gestartet. Bis Ende Januar sei nun Zeit zu prüfen, ob es eine Anschlussfinanzierung für einige oder Teile der gerade abgeschlossenen Maßnahmen gibt. Eine davon ist die Gläserne Werkstatt, in die rund die Hälfte der 5 Millionen Euro geflossen war, um an sieben Standorten neue Wirtschaftsbedeutungen für Innenstädte zu untersuchen und umzusetzen.

2019 hatten sich die BSW und die Kommunen im bergischen Städtedreieck auf die Reise gemacht. Nach dem Zuschlag für die EU- und Landesmittel wurde etwa mit „Close the Loop“ ein Modell für eine abfallfreie Lebensmittelproduktion mitten in Wuppertal analysiert und entwickelt. Die „Schmiede für Urbane Manufakturen“ in der Remscheider Gründerschmiede hat den Betrieb aufgenommen.

Ebenfalls in Remscheid wurde das ToolLab als ein außerschulischer Lernort gestartet, in dem Kinder kreativ arbeiten, handwerklich gestalten und eigene Ideen umsetzen können.

Manche Projekte sind zudem als Ideenschmieden für künftige Produktionswege gedacht. Im alten Mirker Bahnhof in Wuppertal geht es darum, dort angesiedelte Künstler, Werkstätten, die Gastronomie und den Co-Working-Space in ein digitales Kompetenznetzwerk zu verwandeln. Regress untersuchte in den optimalen Einsatz von Material durch Vernetzung und damit ein effektives Ressourcenmanagement. Am Beispiel eines „Zirkelmessers“ aus Abfallproduktion in Zusammenarbeit mit der Solinger Manufaktur Güde wurde ein möglicher Weg aufgezeigt. So etwas ist auch der Gedanke des Projekts InSym – das steht für „Industrielle Symbiose“.

Nach der Startphase folgt die der konkreten Umsetzung

Schneider machte bei der Abschlussveranstaltung in der Gläsernen Werkstatt vor Beteiligten der Projekte deutlich: Die große Phase der Umsetzung der Ideen ist erst gestartet. Überall dort, wo Projekte auf praktische Arbeit setzen, könne in der neuen Förderphase über die weitere Unterstützung nachgedacht werden. Sie stellte den sieben Projekten ein gutes Zeugnis aus.

Am Beispiel der Gläsernen Werkstatt wird aber deutlich, wie lange der Weg aus einer Förderung des Starts zum Regelbetrieb sein kann. Dort laufe in der Startphase vieles bereits rund, erklärte Carsten Zimmermann, Geschäftsführer der die Werkstatt leitenden Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadt Solingen (SEG). Gerade wird an einer sich finanziell selbst tragenden Gesellschafterstruktur gearbeitet. Auch müssten steuerrechtlich Fragen geklärt werden, wie der Shop in der Werkstatt zu Beginn des neuen Jahres mit dem Verkauf loslegen kann. Mit den zwölf Mietern der Ausstellungskuben und Ideen, in denen Produkte gezeigt werden, müssten weitere Absprachen über die Startphase hinaus getroffen werden.

Bei solchen Fragen werde die BSW auch helfen, versicherte Uta Schneider. Die Geschäftsführerin machte aber deutlich, dass aus dem Etat der BSW dafür kein Geld zur Verfügung steht. Die Stadt stehe an der Seite der Werkstatt, sagte Baudezernent Andreas Budde: „Wir müssen dringend etwas für die Innenstadt tun.“

Werkstatt-Idee

Das Prinzip der Gläsernen Werkstatt ist einfach: In der City soll sichtbar gemacht werden, wie man dort künftig regional produzieren kann und die Ergebnisse verkaufen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Borbet schließt Standort in Solingen
Borbet schließt Standort in Solingen
Borbet schließt Standort in Solingen
Schlägerei auf Feier: 17-Jähriger schwer verletzt
Schlägerei auf Feier: 17-Jähriger schwer verletzt
Schlägerei auf Feier: 17-Jähriger schwer verletzt
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
Diskussion über Chancen für den Standort Solingen
Diskussion über Chancen für den Standort Solingen
Diskussion über Chancen für den Standort Solingen

Kommentare