Ausblick

Mal gibt’s mehr Geld, mal wird es teurer

Für Verbraucher steigen die Ausgaben für die Abfallentsorgung 2021. Der Grund sind höhere Personalkosten. Archivfoto: Christian Beier
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Für Verbraucher steigen die Ausgaben für die Abfallentsorgung 2021. Der Grund sind höhere Personalkosten.

So ändern sich 2021 Gebühren und Abgaben – Grundsteuer-Bescheide werden am 15. Januar verschickt.

Von Manuel Böhnke und Sven Schlickowey

Solingen. Neues Jahr, neue Ausgaben und Regeln. Das gilt auch 2021. Das ST gibt einen Überblick, wie sich die Kosten für Abwasser, Straßenreinigung, Strom, Gas und Co. entwickeln.

Gebühren: Ein moderater Anstieg ist bei den Gebühren für Abfallentsorgung, Straßenreinigung, Winterdienst, Wasser und Abwasser festzustellen. Sie steigen um weniger als ein Prozent. Deutlich sinkt die Belastung für Hauseigentümer in Sachen Winterdienst (-9,36 Prozent) und Straßenreinigung (-5 Prozent). Grund für die Abnahme sind die zurückliegenden milden Winter und Synergieeffekte, die den Technischen Betrieben (TBS) Einsparungen ermöglichten.

Während auch die Gebühren für Niederschlagswasser sinken, steigen sie für Schmutz- und Trinkwasser. Die Abfallentsorgung wird für Verbraucher ebenfalls teurer. Grund dafür sind höhere Personalkosten.

Um die Gebührenbelastung vergleichbar zu machen, wird in der Regel die vierköpfige Familie Mustermann herangezogen. Sie lebt auf einem 500 Quadratmeter großen Grundstück, verbraucht 200 Kubikmeter Wasser im Jahr. Zweimal wöchentlich ist die Straßenreinigung vor Ort, alle zwei Wochen wird die 120-Liter-Mülltonne geleert. Das Grundstück liegt an einer Straße, die beim Winterdienst die Prioritätenstufe 2 hat. Für dieses Beispiel ergibt sich eine jährliche Gebührenbelastung von 1021,92 Euro. Das entspricht 9,08 Euro (0,9 Prozent) mehr als 2020.

Strom und Gas: Neu in diesem Jahr ist die CO2-Abgabe. Sie macht fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas teurer und soll so dazu beitragen, dass der CO2-Ausstoß sinkt. Auf die 24 000 Gaskunden der Stadtwerke warten höhere Ausgaben. Der Gaspreis steigt um 0,54 Cent pro Kilowattstunde. Die Abgabe macht auch Benzin teurer: um etwa sieben Cent pro Liter.

Geringfügige Änderungen gibt es bei den Strompreisen der Stadtwerke. Lediglich Kunden der Tarife „Klingenstrom Plus Privat Fix“ und „Klingenstrom Plus Wärmepumpe“ müssen tiefer in die Tasche greifen. Pro Kilowattstunde steigt der Preis um 1,7 beziehungsweise 1,9 Cent – der Grundpreis liegt um 10 oder 11,90 Euro höher.

Grundsteuer B: Konstant bleiben die Ausgaben für die Grundsteuer B. Der Hebesatz liegt weiterhin bei 690 Prozent. Die Stadt kündigt an, die Bescheide am 15. Januar zu verschicken. Ihnen liegen Informationen zum Bürgerkonto bei. Das Angebot ermöglicht, Bescheide der TBS zukünftig online abzurufen.

Höhere Ausgaben: Die coronabedingte Reduzierung der Mehrwertsteuer läuft aus, ab Januar gelten wieder 19 Prozent auf die meisten Artikel und der reduzierte Satz von sieben Prozent zum Beispiel auf Lebensmittel. Wer ab 2021 ein Auto mit hohem CO2-Ausstoß zulässt, muss zudem deutlich mehr Kfz-Steuer bezahlen. Auch der Preis für den Personalausweis steigt. Über-24-Jährige zahlen zukünftig 37 statt bisher 28,80 Euro.

Mehr Geld: Der Mindestlohn steigt von 9,35 auf 9,50 Euro pro Stunde. Die Grundrente kommt und der Hartz-IV-Regelsatz wird angehoben. Außerdem steigt der Grundfreibetrag um mehr als 300 Euro auf 9744 Euro. Für fast 90 Prozent der Bürger fällt der Solidaritätszuschlag weg. Und das Kindergeld steigt um 15 Euro pro Kind und Monat. Wer es weit zum Arbeitsplatz hat, profitiert von einer um fünf Cent je Kilometer erhöhten Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer, wer im Homeoffice arbeitet von einer absetzbaren Pauschale von fünf Euro je Tag, maximal 600 Euro. Außerdem wird die EEG-Umlage auf 6,5 Cent je Kilowattstunde gedeckelt, sie lag bisher bei 6,756 Cent.

Weitere Änderungen

2021 gibt es weitere Änderungen. Dazu gehört, dass Einweg-Plastik wie Geschirr und Trinkhalme ab Januar genauso verboten sind wie Verpackungen aus Styropor für warme Speisen. Krankmeldungen werden künftig vom Arzt direkt an die Krankenkasse übermittelt, der „gelbe Schein“ muss also nur noch zum Arbeitgeber, nicht aber mehr zur Krankenkasse geschickt werden. Außerdem wird die elektronische Patientenakte, in der alle Befunde, Diagnose, Impfungen und Ähnliches gesammelt werden, eingeführt. Im ersten Quartal dieses Jahres ist allerdings zunächst eine Testphase.

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