Workshop

Umweltfreundlich feiern: Getränkedosen und Miniportionen vermeiden

Auf Festen fällt jede Menge Müll an. Wie das vermieden werden kann, erklärte nun die Verbraucherzentrale. Archivfoto: Roland Keusch
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Auf Festen fällt jede Menge Müll an. Wie das vermieden werden kann, erklärte nun die Verbraucherzentrale. Archivfoto: Roland Keusch

Experten der Verbraucherzentrale informierten über Ideen für nachhaltiges und abfallarmes Feiern

Von Holger Hoeck

Mitten im Winter und umgeben von pandemiebedingten Einschränkungen scheint die Durchführung von geselligen Zusammenkünften wie eine abstruse Fantasie aus einer anderen Welt. Doch zweifellos wird auch in diesem Jahr der Zeitpunkt kommen, an dem die örtliche Kirchengemeinde zum Pfarrfest ruft, der benachbarte Sportverein ein Sommertreffen veranstaltet oder die Kita zum bunten Treiben lädt.

Um dann bestmöglich nachhaltig und auch abfallarm feiern zu können, lud die Verbraucherzentrale NRW in Kooperation mit der Stadt Solingen zu einem digitalen Workshop ein. Rund 30 Teilnehmer lauschten dabei zunächst den Ausführungen von Philip Heldt und Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale, die über die Rahmenbedingungen für abfallarmes Feiern aufklärten.

Einwegmaterialien sollten vermieden werden

„Grundsätzlich sollte auf jeden Fall angestrebt werden, Einwegmaterialien zu vermeiden und stattdessen Mehrwegverpackungen und -gefäße zu verwenden. Gerne können Besucher auch selbst Behälter oder ähnliches von zu Hause mitbringen, die von den Festbetreibern akzeptiert werden sollten“, erklärte Heldt.

Ohnehin sei es ein Wunsch vieler Verbraucher, dass Abfall auf Festen vermieden werden sollte, um somit die Umwelt und das Klima zu schützen. „Sie sind auch bereit, eine angemessene, nicht zu hohe Pfandsumme für Geschirr und Becher zu entrichten, sofern die Rückgabe unkompliziert verläuft.“

Bereits bei der Einladung könnten die Festbetreiber umweltfreundliche Alternativen für die An- und Abreise aufführen, erklärt Julia Ogiermann. „Es wäre toll, die nächstliegende Haltestelle zum Veranstaltungsort zu beschreiben, oder darüber aufzuklären, wie viele Fahrradabstellplätze vor Ort existieren. Vielleicht können auch Anreize für die Nutzung des ÖPNV, etwa in Form eines Freigetränks, gewährt werden.“

Ogiermann riet zudem, faire und regionale (Bio-)Lebensmittel einzukaufen sowie bei Getränken auf Mehr- statt Einweg zu achten. „Getränkedosen gehen gar nicht. Und auch Miniportionen, etwa kleine Senftüten oder Milchbehälter, sollten auf jeden Fall vermieden werden“, erhob sie verbal den Zeigefinger.

Alles zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie hier.

Sie empfahl zudem jedem Festveranstalter, einen Verantwortlichen für das Abfallmanagement im Vorfeld zu benennen. „Für jeden Veranstalter sollte das wichtigste Ziel die Vermeidung von Abfall sein. Daher sollten auch möglichst viele Abfallbehälter aufgestellt und die Besucher über Möglichkeiten der Mülltrennung informiert werden.“

Die städtische Nachhaltigkeitsbeauftragte Ariane Bischoff wies ergänzend darauf hin, dass der Zöppkesmarktverein „Gesellschaft zur Förderung des Traditionellen Solinger Brauchtums“ Spülmobile, Geschirr und Besteck zum Ausleihen bereitstellt. „Zudem planen wir für dieses Jahr das Angebot eines Rundumsorglos-Pakets für Veranstalter, das sich auch an dem individuellen Charakter jedes Festes orientiert.“

Schließlich erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, die vorgestellten Ideen in Arbeitsgruppen zu erörtern. „Ich habe schon oft auf Festen erlebt, dass Essen in Brotlaiben statt auf Plastiktellern ausgegeben wurde, die danach aufgegessen werden. Das finde ich eine gute Idee“, berichtete eine Teilnehmerin. Ferner wurde die Bereitstellung von Brottüten vorgeschlagen, damit die Besucher am Ende eines Festes zurückbleibende Lebensmittel mitnehmen können.

Mitunter könne es schwierig sein, neue Denkanstöße zu vermitteln, räumte Julia Ogiermann ein. „Wenn traditionelle Lieblingsprodukte, wie etwa die Marken-Cola, wegfallen, sollte daher der Dialog mit den Festbesuchern gesucht werden. Garantiert akzeptieren dann viele die Beweggründe.“ Sie ermahnte die Online-Teilnehmer, nicht gleich zu viel zu wollen. „Fangen Sie mit wenigen Dingen an. Alles Weitere ergibt sich.“

Hintergrund

Der digitale Workshop fand begleitend zur Ausstellung des „Pott-Design-Award 2021“ zum Thema „No plastics. Und jetzt? – Alternative Materialien für die mobile Tischkultur“ im Deutschen Klingenmuseum statt.

www.klingenmuseum.de

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