Gericht

Getötete Solingerin: Prozess gegen Ex-Freund beginnt

Der Beschuldigte muss sich wegen Totschlags an der zum Tatzeitpunkt 36-jährigen Frau verantworten.
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Der Beschuldigte muss sich wegen Totschlags an der zum Tatzeitpunkt 36-jährigen Frau verantworten.

Pilzsammler fand die Leiche im September 2021 in Süddeutschland.

Von Kristin Dowe

Solingen/Freudenstadt. Zwei Monate hatten die Ermittler gebraucht, um die Identität einer Frau aus Solingen zu klären, deren Leiche im September vergangenen Jahres mit schweren Verbrennungen in einem Waldstück bei Freudenstadt im Schwarzwald aufgefunden wurde. Ein Spaziergänger hatte sie beim Pilzesammeln entdeckt.

Festgenommen wurde dann im November 2021 ihr 33-jähriger früherer Lebensgefährte. Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht, die Solingerin getötet zu haben. Am Freitag, 7. Oktober, beginnt der der Prozess gegen ihn am Landgericht Wuppertal. Der Beschuldigte muss sich wegen Totschlags an der zum Tatzeitpunkt 36-jährigen Frau verantworten.

„Der Angeklagte soll mit dem späteren Opfer zusammengewohnt haben und es soll vermehrt zu Beziehungsstreitigkeiten gekommen sein“, berichtet Gerichtssprecher Dr. Matthias Roth. Die Tat sei von der Staatsanwaltschaft zunächst lediglich als Totschlag und nicht als Mord angeklagt worden, weil sie ein Mordmerkmal derzeit nicht erfüllt sehe.

Tat in Solingen, danach Fahrt in den Schwarzwald

Die Tat soll sich Anfang September in der Wohnung des früheren Paares in Solingen abgespielt haben: Laut Anklage soll der Angeklagte der Frau mit einem scharfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihr dadurch tödliche Verletzungen zugefügt haben.

Anschließend habe er die Leiche der Frau in Folie eines Planschbeckenherstellers gewickelt und sie in ein Waldstück im Schwarzwald transportiert. Dort soll er versucht haben, die Leiche zu verbrennen.

Am 22. Oktober wird voraussichtlich das Urteil fallen

Für die Hauptverhandlung am Landgericht Wuppertal sind zunächst elf Verhandlungstage bis einschließlich 22. November unter Vorsitz von Richter Jochen Kötter angesetzt. Die Anklage vertritt der für Kapitalverbrechen zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt von der Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Es läuft auf einen Inzidienprozess heraus

Ob sein Mandant sich zu den Vorwürfen einlassen werde, stehe aktuell noch nicht fest, sagt Rechtsanwalt Jochen Ohliger, der den Angeklagten gemeinsam mit seinem Kollegen Athanasios Antonakis verteidigt. „Es wird auf einen Indizienprozess hinauslaufen. Wie die Verletzungen gewürdigt werden und ob die Tat als Totschlag einzustufen ist, wird in der Hauptverhandlung zu klären sein“, so Ohliger.

Der Fall wurde erst im Laufe der weiteren Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Wuppertal übertragen, als der Tatbezug zu Solingen deutlich wurde. Die Ermittler hatten zunächst versucht, die Identität der Frau mithilfe eines Phantombildes und anhand von Tattoos an ihrem Körper zu klären.

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