Corona-Pandemie

Gesundheitsamt rechnet mit weiter steigenden Zahlen

Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Heibges mit Dezernent Jan Welzel (l.) und Stadtsprecher Lutz Peters bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Pandemie. Die Solinger Zahlen bei den Infizierten und den Menschen in Quarantäne sind mittlerweile höher als im März. Archivfoto: cb
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Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Heibges mit Dezernent Jan Welzel (l.) und Stadtsprecher Lutz Peters bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Pandemie. Die Solinger Zahlen bei den Infizierten und den Menschen in Quarantäne sind mittlerweile höher als im März.

1247 Solinger sind in Quarantäne: Auch das bedeutet ein Rekordhoch.

Von Björn Boch

Solingen. Aus Sicht des Solinger Gesundheitsamtes kann keine kurzfristige Entwarnung gegeben werden. „Ein weiterer Anstieg der Fallzahlen ist wahrscheinlich“, sagt Amtsleiterin Dr. Annette Heibges. Der Grund ist, dass die Corona-Infektionen (Stand gestern: 136, der höchste Wert bislang) nicht mehr auf einzelne „Hotspots“, also klare Schwerpunkte, sondern auf viele Personen und Umstände verteilt sind. „Da alle Personen, die zu einem positiv Getesteten Kontakt hatten, ebenfalls getestet werden, ist auch immer mit positiven Fällen im direkten familiären Umfeld zu rechnen“, betont Heibges.

Die freiwilligen Tests von Erziehern und Lehrern sowie derzeit von Reisewilligen hätten dagegen eher selten zufällige positive Befunde. Aber auch hier sei weiter mit Einzelfällen zu rechnen.

Einschränkungen gibt es aktuell besonders für Feiern. Private Feste und Veranstaltungen aus herausragendem Anlass (Jubiläum, Hochzeit, Taufe, Geburtstag, Abschluss) sind zwar weiter zulässig, dürfen bei der derzeitigen Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner aber maximal mit 25 Teilnehmern stattfinden.

Wie berichtet führt das bei Gastronomen schon zu herben Umsatzeinbußen. Aus Sicht des Gesundheitsamtes sind diese Einschränkungen aber „sehr gut“. Denn: „Insbesondere bei privaten Treffen und Feiern beachten die Menschen die besonderen Abstandsregeln und Hygieneempfehlungen oft nicht mehr“, so Heibges.

Es sei zwar verständlich, dass sich die Menschen im privaten Umfeld nahe sein möchten, aber dabei könne das Virus eben auch übertragen werden. „Hinzu kommt, dass eine private Feier nicht mehr im Garten, sondern in geschlossenen Räumen stattfindet.“ Wie erwartet führt der Herbst also zu Problemen, die Verbreitung des Virus wird in geschlossenen Räumen erleichtert.

Solingen: Aktuell arbeiten 65 Menschen im Stadtdienst Gesundheit

Neben der hohen Infektionszahl befinden sich, Stand Dienstag, 1247 Menschen in Quarantäne, ebenfalls ein neuer Höchstwert. Das Gesundheitsamt wurde daher personell wieder aufgerüstet, um die Menschen in Quarantäne zu betreuen – ebenso wie das Ordnungsamt, das die Quarantäne kontrollieren muss, falls es den Verdacht auf einen Verstoß gibt (wir berichteten gestern).

Die 17 neuen Stellen, die Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) im Mai angekündigt hatte, sind inzwischen besetzt. Aktuell arbeiten 65 Menschen im Stadtdienst Gesundheit. „Hier sind neben den Stammkräften natürlich auch bereits neue Kolleginnen und Kollegen im Einsatz sowie Unterstützung aus anderen Bereichen der Verwaltung“, erklärt Heibges. Im Bedarfsfall könne auch noch weiter aufgestockt werden. Eine mögliche Unterstützung zum Beispiel durch die Bundeswehr, auf die andere Kommunen zurückgreifen, sei denkbar, aber derzeit noch nicht erforderlich. Heibges: „Es ist immer zu berücksichtigen, dass für eine qualifizierte Unterstützung auch entsprechende Einarbeitung organisiert und die Unterbringung geklärt werden muss.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle aktuellen Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen.

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