Klangfest

Geschichte wird zu Farben und Klängen

Beim Mal- und Klangfest organisierte Janine Werner (l.) den künstlerischen Teil, ihre Tochter Jo-Inn schrieb die Geschichte und trug sie den Kindern vor.
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Beim Mal- und Klangfest organisierte Janine Werner (l.) den künstlerischen Teil, ihre Tochter Jo-Inn schrieb die Geschichte und trug sie den Kindern vor.

Künstlerin Janine Werner und Musiker „Papa Jo“ gestalteten das Mal- und Klangfest im Theater.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Etwa 40 Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren tauchten am Samstagvormittag im Foyer des Theaters und Konzerthauses eifrig Pinsel in bunte Farben, um das zu malen, was ihnen zu der von Jo-Inn erdachten Geschichte einfiel. Jo- Inn, die 13-jährige Tochter von Künstlerin Janine Werner, die mit Manuela Hoor vom Kulturmanagement das Mal- und Klangfest seit 2017 organisiert, hatte auch in diesem Jahr wieder ihre Fantasie auf die Reise geschickt. Herausgekommen war das Abenteuer von Sarah, die mit ihren Eltern einen Sonntagsausflug in den botanischen Garten macht und in Alice-im-Wunderland-Manier über ein Loch in einem Baum in eine surreale Elfen-Welt gerät. Dort gilt es, unter Gefahren eine Lilienkette zu finden und damit letztendlich den Weg zurück zur Menschenwelt. Mit dabei: ein Pegasus, also ein Flügelpferd, eine Eisbrücke, eine böse Feuerelfe und Krokodile in einem See, die die Schatztruhe mit der Kette bewachen.

Weiß und zartes Rosa hatte sich Alina (11) als Farben für ihren Pegasus ausgedacht, den sie mit Acryl sorgfältig auf den großen Papierbogen malte. Daneben der Baum mit dem Höhlenloch, durch das Sarah, das Mädchen aus der vorgelesenen Geschichte, gekrochen und auf Abenteuer gestoßen war. Ihre Zwillingsschwester Camille hat sich für Kräftigeres entschieden: Ihr Flügelpferd, mit dem die Heldin der Geschichte gemeinsam mit den Elfen Kuki und Alex die kostbare Lilienkette sucht, leuchtete in Rot und Gelb. „Wir sind immer wieder hier“, sagte Alina, „bestimmt schon vier oder fünfmal“. Es seien die Atmosphäre, das große Papierformat und die Idee, sich nach einer Geschichte ein Bild auszudenken, was sie so klasse fänden. „Wir malen auch zu Hause“, ergänzt Camille. „Aber hier ist das noch mal anders.“

Fantasie wurde auch inTrommel-Rhythmen umgesetzt

Konzentriert setzen die beiden Strich auf Strich. Die anderen meist jüngeren kleinen Künstlerinnen und Künstler brauchten eher mal eine Pause zwischen Blumen, Bäumen oder Elfen, die sie zu Papier brachten: zum Trinken und Rumlaufen – und auch, um bei Fabakary Jobateh („Papa Jo“) ein paar Takte zu trommeln. Der hatte zu Beginn die Veranstaltung mit einem „Afrikanischen Lied zu Ehren der Mutter“ auf den Weg geschickt und bot während des ganzen Vormittags im Kleinen Konzertsaal die Möglichkeit, Fantasie in mit Händen oder Schlegeln getrommelte Rhythmen umzusetzen. Auch einige Eltern probierten sich an den Bongos oder übten mit Jo Bewegungen für eine Spaß-Choreografie ein.

Wertige Farben und großformatiges, dickes Malerpapier liege für die Kinder bereit, erläuterte Manuela Hoor das Konzept. Jeweils ein Bild pro Kind komme in die Wertung: Traditionell entscheidet eine Jury am Ende des ersten der zwei Festival-Tage, welches Bild im nächsten Jahr zum Plakat wird, um für das nächste Mal- und Klangfest einzuladen. „Es gibt ein paar Kriterien, nach denen wir entscheiden“, erläuterte Janine Werner, die selbst als Kind beim Mal- und Klangfest mitgemacht hat. „Das war noch zu Zeiten, als Jan Boomers dieses Format geleite hat“, erinnert sie sich.

Ganz wichtig sei, dass das Kind alleine gemalt habe, und nicht von einem Elternteil unterstützt. „Ansonsten muss es Plakat-tauglich sein, das heißt, die einzelnen Motive von weitem gut erkennbar.“ Drittes Kriterium: Den Rand weiß lassen und nur mit dem Namen beschriften.

Gewinner

Bei der Siegerehrung am Sonntag wurde – unter Trommelwirbel – das Bild der achtjährigen Francesca prämiert, die viele der in der Geschichte vorkommenden Fantasie- Figuren gemalt hatte.

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