Bühne

Geschichte ums Cybermobbing fesselt Schüler

„R@usgemobbt 2.0“ richtete sich an Schüler der sechsten und siebten Jahrgangsstufe. Foto: Christian Beier
+
„R@usgemobbt 2.0“ richtete sich an Schüler der sechsten und siebten Jahrgangsstufe.

„R@sgemobbt 2.0“ vom Kölner Comic on Theater war das erste von drei Jugendaufführungen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

War der finale Knall, den man aus dem Off hörte der Suizid von Chris? Oder nur ein Schuss aus einem der von ihr und ihrem Schul-Kumpel Jess so belebten Ballerspiele? Oder wie ist die Geschichte um die von ihren Mitschülern – insbesondere von der coolen, angesagten Vanessa – gemobbten Schülerin sonst ausgegangen? Hat ihr Jess, der neue Mitschüler, selbst früher einmal im Fokus von Gleichaltrigen, „denen seine Nase einfach nur nicht passte“ am Ende doch beigestanden?

Das dichte, lebhaft und fesselnd gespielte 50-Minuten-Stück „R@usgemobbt“ der Kölner Theater-Bühne Comic on, schien offensichtlich den Nerv der Zeit gut getroffen zu haben. In der sich anschließenden Diskussion und Fragerunde mit den drei Darstellern ging es lebhaft zu. Viele der Sechstklässler aus vier Solinger Schulen beteiligen sich mit zahlreichen Wortbeiträgen. Kein Wunder, denn auf die anfängliche Frage ins – ordnungsgemäß mit Masken ausgerüstetem und auf Abstand sitzendem – Publikum, wer denn solch ein Mobbing aus dem direkten Umfeld kenne, gingen fast alle Hände hoch.

Mit pädagogischem Geschick und viel Einfühlungsvermögen lenkte das Schauspieler-Trio nach und nach den Blick auf die wesentlichen Punkte: Dass häufig Unbeteiligte Mitlachen, weil sie insgeheim Angst haben, sonst selbst zum Opfer des Spotts ihrer Mitschüler zu werden. Dass es unfair ist, jemanden permanent zu verächtlich zu machen, zu dissen, weil er aus der indirekt vorgegeben Klamottenordnung der Gruppe ausschert. Dass man versuchen sollte, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, um die Situation des Opfers besser zu verstehen. Vielleicht gibt es ja einfach nicht genug Geld für angesagte Klamotten.

Das Spiel auf der Bühne packt die jungen Zuschauer

Mit „R@usgemobbt 2.0“ zeigten Robin, Anna und Svenja – wie sich die drei Darsteller von Comic on bei ihren jungen Zuschauern vorstellten – eine packende Inszenierung, die die Zuschauer mit ihrer eigenen Lebenswelt konfrontierte: Computerzocken in der Freizeit, ständige Handytalks mit den Freunden, Chatten, Videobotschaften und unbekümmertes oder zumindest zu gedankenloses Teilen und Liken in den sozialen Medien.

War es zu Beginn der Vorstellung im Pina-Bausch-Saal noch recht laut, so herrschte nach ein paar Minuten gebannte Ruhe: Das Spiel auf der Bühne hatte die Sechstklässler in ihren Bann gezogen. Eine zweite Vorstellung am gleichen Tag war ebenfalls mit drei beziehungsweise vier Schulklassen ausverkauft. Auch eine Klasse aus Wermelskirchen war darunter, berichtete Anna Frantzen vom Kulturmanagement. Mit „upDate“ und „Werbinich“ folgen am Donnerstag und Freitag zwei weitere Stücke für die Jugend, die sich aber an ältere richten.

„UpDate“ sei für das neunte und zehnte Schuljahr gedacht „Werbinich“ für die Oberstufe, erklärte Anna Frantzen, die mit ihrem Team nahezu täglich damit beschäftigt ist, das Hygienekonzept des Theaters und Konzerthauses an sich immer wieder ändernde Vorschriften anzupassen. Sie seien im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt, versicherte Frantzen. Hygiene- und Abstandsgebote würden akribisch umbesetzt.

Weihnachtsstück

Stadtensemble: Das für Dezember geplante Weihnachtsstück soll – falls es die Corona-Lage zulässt – stattfinden. Bei „Aschenputtel und der Prinz“ spielen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger Darsteller mit. Außerdem sind zu den zehn geplanten Vorstellungen noch Termine hinzugekommen, da die Zahl der Besucher pro Aufführung begrenzt ist.

Zusatztermine: Um den Überhang aufzufangen will das Ensemble vier weitere Male spielen: das erste Mal am 14. Dezember.

www.theater-solingen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare