Großprozess um internationale Drogengeschäfte

Gericht verhängt lange Strafen für Drogengeschäfte in der City

Das Landgericht Wuppertal verurteilte einen Solinger zu acht Jahren Freiheitsstrafe.
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Das Landgericht Wuppertal verurteilte einen Solinger zu acht Jahren Freiheitsstrafe.

Hauptangeklagter Solinger muss für acht Jahre ins Gefängnis.

Von Dirk Lotze

Vier der sechs Angeklagten in einem Großprozess um internationale Drogengeschäfte in der Solinger Innenstadt müssen ins Gefängnis: Das Landgericht Wuppertal verurteilte einen 32 Jahre alten Solinger am Freitag als Organisator der Gruppe zu acht Jahren Freiheitsstrafe. Seinen weißen Sportwagen zieht die Justiz als Tatwerkzeug ein. Er hat auf die Herausgabe von 190 000 Euro verzichtet, die Fahnder bei ihm sichergestellt haben. Zwei weitere Männer (28 und 31 Jahre alt) aus Solingen und Remscheid sollen als jeweils zeitweilige „rechte Hand“ des Hauptangeklagten fünf Jahre und sechs Monate beziehungsweise drei Jahre verbüßen.

Bewährung erhält neben dem mutmaßlichen Lagerverwalter der Gruppe eine 24 Jahre alte Solingerin in Ausbildung: Für sie bleibt unwiderlegt, dass sie bei einer Tat Drogen rein aus Gefälligkeit aufbewahrte. Der Vorsitzende Richter stellte in der Urteilsverkündung heraus: „Man muss sich vor Augen führen, dass zwei der Angeklagten während der Taten gerade erst im Bereich des Erwachsenenstrafrechts waren.“ Sie hätten womöglich die Tragweite nicht überblickt. Wegen eines Schlagrings in einer Geldkassette hätte sogar bewaffneter Drogenhandel in Frage kommen können – bei nochmals höheren Strafen.

Laut Urteil sollen die Angeklagten im Alter von heute 23 bis 32 Jahren bei sieben Fahrten im Oktober 2019 in wechselnder Besetzung Cannabis aus Roermond (Niederlande) und Kokain aus Dortmund beschafft haben. Die größte, abgefangene Menge beträgt 12,1 Kilogramm Marihuana in Top-Qualität für mehr als 40 000 Euro. Die Ware soll teils im früheren Innenstadtlokal des Hauptangeklagten verkauft worden sein, teils ging sie zu Großkunden außerhalb. Die Gaststätte soll Drehpunkt der Taten gewesen sein.

Der jüngste Angeklagte (23) soll sich als Kurierfahrer beteiligt haben, ein 30-jähriger Merscheider habe seine Wohnung als Lager zur Verfügung gestellt. Ihre Urteile lauten auf drei Jahre und sechs Monate Haft beziehungsweise zwei Jahre Bewährungsstrafe.

Gegen den Chef der Gruppe stehen weitere Vorwürfe im Raum

Nicht eingerechnet sind neue Vorwürfe gegen den Hauptangeklagten, wonach dieser in der Gruppe brutal regiert haben soll: Er soll einem Mittäter vor Zeugen mit einer Pistole in einen Oberschenkel geschossen haben, um ihn für den Verlust von Drogen zu bestrafen und andere abzuschrecken. Einen anderen Mann habe er – ebenfalls vor Zeugen – mit einem Aschenbecher geschlagen. Über beides sagten Zeugen erstmals in diesem Prozess aus. Die entsprechenden Ermittlungsverfahren laufen.

Das Urteil des Landgerichts ist noch angreifbar. Die beiden am meisten belasteten Angeklagten gelten als drogenkrank und sollen in eine Entziehungsanstalt eingewiesen werden, wenn ihre Strafen rechtskräftig werden.

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