Landgericht Wuppertal

Gericht verhängt Jugendstrafen nach doppeltem Raubüberfall

Vor dem Wuppertaler Landgericht mussten sich zwei junge Solinger verantworten.
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Vor dem Wuppertaler Landgericht mussten sich zwei junge Solinger verantworten.

Täter sollen Schulden gehabt haben

Von Dirk Lotze

Nach zwei Raubüberfällen innerhalb von zwei Stunden auf Läden in Solingen hat das Landgericht Wuppertal zwei Angeklagte im Alter von 21 und 22 Jahren nach Jugendrecht verurteilt. Sie brauchen die Jugendhaft von 24 beziehungsweise 20 Monaten nicht zu verbüßen, wenn sie straffrei bleiben, arbeiten und sich in Drogentherapie begeben.

Beide hatten gestanden, zunächst einen Kiosk im Stadtbezirk Mitte beraubt zu haben. Anschließend hätten sie noch einen Bäckerladen überfallen, weil die erste Tat zu wenig Geld ergeben habe. Kurioserweise soll der 22-Jährige am zweiten Tatort zunächst noch vorgehabt haben, ein Croissant, das er mitnahm, zu bezahlen.

Tatwerkzeug war laut Feststellungen eine Spielzeugpistole. Das Urteil verkündete das Gericht fast zwei Jahre nach dem Geschehen vom 29. März 2019.

Dem Urteil zufolge brauchten die Angeklagten mehr als 1000 Euro wegen Schulden. Sie hätten sich zur Tat im Kiosk entschlossen und binnen 40 Sekunden 400 Euro aus der Kasse erhalten. Der Jüngere habe die Pistole geführt, der Ältere sei das Fluchtauto gefahren. Im Wagen hätten sie die Beute gezählt und für zu gering befunden. Sie seien herumgefahren und hätten nach einem neuen Ziel gesucht.

Schließlich folgte die Tat im Bäckerladen. Dort ereignete sich die Szene mit dem eingesteckten Gebäck: Der 22-Jährige habe zunächst fünf Euro auf die Theke gelegt, den Schein dann aber zurückgenommen. Beide Angeklagten entkamen zunächst unerkannt und wurden später ermittelt.

Druck aus der Drogenszene könnte zu den Taten geführt haben

Der 21-jährige Angeklagte durchläuft eine kaufmännische Ausbildung. Der Ältere gibt an, er habe eine Lehre in Aussicht. Beide sollen zur Tatzeit ihr Leben mit Cannabis und Alkohol gestaltet haben. Ein Gerichtspsychiater sagte über den Jüngeren: „Er hat getrunken bis zum Umfallen.“

Der Staatsanwältin zufolge kann Druck durch einen Geldverleiher aus der Drogenszene zu den Taten geführt haben. Der Ältere hatte angegeben, er werde sich „ganz bestimmt nie wieder Geld auf der Straße leihen“. Für den Jüngeren sind zwei weitere Strafen im Urteil eingerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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