Genossenschaft: Dividende geht in Investitionen und Sanierungen

Der Bauverein Gräfrath strebt Sanierungen und Investitionen an. Foto: Christian Beier
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Der Bauverein Gräfrath strebt Sanierungen und Investitionen an.

Bauverein Gräfrath will weiter Wohnraum schaffen

Von Andreas Erdmann

Von einem „beachtlichen Jahresüberschuss“ sprach der Vorstandsvorsitzende des Bauvereins Gräfrath, Francesco Cinquegrani, auf der Mitgliederversammlung: Im Geschäftsjahr 2020 habe die Genossenschaft rund 506 000 Euro erwirtschaftet. „Nach allen Rückführungen verzeichnen wir einen Bilanzgewinn von knapp 53 000 Euro.“ Die Mitglieder stimmten daraufhin mit 74 zu acht Stimmen einem Vorstandsvorschlag zu: Der Gewinn wird nicht wie in anderen Jahren als Dividende an die Mitglieder ausgezahlt, sondern fließt in die Rücklagen zuzuführen. Cinquegrani: „Die Gelder werden dringend für bevorstehende Sanierungen und Investitionen benötigt.“

Denn trotz des erfreulichen Geschäftsberichts sei 2020 auch für den Bauverein ein Krisenjahr gewesen. „Wir bekamen die Auswirkungen von gleich drei Krisen zu spüren: der Corona-, der Klima- und Wohnungskrise.“ So habe die Coronakrise zu einem Baustoffmangel geführt, die Preise für Materialien seien in die Höhe geschossen. Das schwere Unwetter im Juli – als Auswirkung der Klimakrise – habe bei Gebäuden des Bauvereins zu Schäden geführt. Enorme Trockenheit andererseits erzwang Baumfällungen. Zukünftig verlange der Klimawandel notwendige, aber auch kostenintensive Investitionen. So brauche man Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Sämtliche Häuser müssen bis 2045 energetisch saniert und klimaneutral umgebaut werden, hinzukomme die CO2-Steuer.

Die allgemeine Wohnungskrise schließlich treibe die Immobilienpreise in die Höhe. „Auf dem Markt explodieren die Mieten. Wohnungen sind zu Renditeobjekten geworden. Wir als Genossenschaft denken da anders: Bei uns ist Wohnen ein Grundrecht.“ So sind die Preise mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 6,09 Euro pro Quadratmeter beim Bauverein im Vergleich zum allgemeinen Wohnungsmarkt relativ niedrig.

Damit Wohnen auch zukünftig bezahlbar bleibt, ist der Bauverein jetzt der „Allianz für Wohnen“ beigetreten, die sich derzeit in Solingen bildet. An Neubautätigkeit des Vereins stand 2020 die Errichtung eines Garagenhofs mit sieben Stellplätzen am Bimerich auf dem Programm. Hinzu kamen Erneuerungen. An Häusern der Gartenstraße wurden 28 Balkone und sechs Garagen errichtet. Insgesamt unterhält der Bauverein derzeit 180 Häuser mit 656 Wohnungen, 161 Garagen und fünf Gewerbeobjekte. Die Mitgliederzahl ist leicht auf 1175 gestiegen.

Baugrundstück am Nümmener Feld im Blick

Für die Schaffung von neuem, bezahlbaren Wohnraum fehlt es an Grund. „Doch möglicherweise können wir von der Stadt ein Baugrundstück am Nümmener Feld erstehen. Dort ließen sich 7 Häuser mit 40 Wohnungen errichten. Die Verhandlungen laufen derzeit.“ Bei der Ergänzungswahl zum Aufsichtsrat wurden Daniel Kaiser und Patrick Ditscheid als einstimmig wiedergewählt. Für die ausgeschiedene Sandra Esters wurde Stefan Schneider einstimmig gewählt.

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