Evangelische Kirche

Gemeinden müssen enger zusammenarbeiten

Dr. Ilka Werner bei der virtuellen Synode. Foto: Thomas Förster
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Dr. Ilka Werner bei der virtuellen Synode.

Evangelischer Kirchenkreis sorgt sich um die Grundversorgung der Gläubigen

-bjb- Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises hat sich auf ihrer Tagung am Freitagabend mit großer Mehrheit dafür entschieden, ein „Verbandsmodell“ für die Evangelische Kirche in Solingen zu entwickeln. Das teilte Thomas Förster, Pressesprecher des Kirchenkreises, mit. Mit der Entscheidung habe sich die Synode dagegen ausgesprochen, die Gemeinden zu wenigen Großgemeinden zu fusionieren – aber auch dagegen, einfach alles zu lassen wie bisher.

„Dass es nicht allen Gemeinden leichtfallen wird, Entscheidungen über Personal, Gebäude und Finanzen nicht mehr alleine zu fällen, sondern mit anderen zu teilen, wurde in der intensiven Debatte deutlich, die dem Beschluss voranging“, berichtete Förster.

Möglich sei, dass die Zuständigkeit bestimmter Personalstellen von den Gemeinden auf den Kirchenkreis übertragen werde, um in allen Gemeinden die flächendeckende Versorgung der Menschen sicherzustellen. „Wenn wir nichts täten, würden sich irgendwann die ersten Gemeinden keine Pfarrerin oder keinen Pfarrer mehr leisten können oder müssten ihre einzige Kirche aufgeben“, so Förster. „Wir müssen aber sicherstellen, dass überall in Solingen Gottesdienst gefeiert wird, Kinder getauft oder Verstorbene evangelisch bestattet werden.“

Neben diesen pastoralen Grundaufgaben solle es auch zukünftig für alle Solinger zum Beispiel eine profilierte Kantorei oder attraktive Jugendangebote geben. Anders als bislang werde das aber wohl keine Gemeinde mehr allein, sondern nur ein Gemeindeverband sicherstellen können.

Superintendentin Dr. Ilka Werner erklärte: „Nun werden wir im Detail erarbeiten, was es konkret bedeutet, die inhaltlichen Profile der einzelnen Gemeinden weiterzuentwickeln und gleichzeitig miteinander die Bildung innovativer evangelischer Schwerpunkte in der Stadt zu ermöglichen.“

Noch keine Personal- oder Standortentscheidungen

Auch bei der Planung kirchlicher Standorte solle stärker als bisher über Gemeindegrenzen hinweg entschieden werden. Oder, wie es wörtlich im Beschluss heißt: Die Gemeinden wollten durch das Verbandsmodell „die Synode befähigen, gemeinsam Weiterentwicklung beziehungsweise Rückbau von Gebäuden und Liegenschaften sowie Personalstellen in Relation zu den verfügbaren Ressourcen zu planen“.

Konkrete Entscheidungen für oder gegen Personalstellenverlagerungen oder die Aufgabe von Standorten seien noch nicht getroffen worden, hieß es. In drei Monaten sei bereits die nächste Synode geplant, auf der der Prozess weiter vorangebracht werden soll. Dann hofft Superintendentin Dr. Ilka Werner wieder auf eine Präsenztagung.

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