Sommersynode

Gemeinden können alleine nicht überleben

Dr. Ilka Werner will, dass Gemeinden zusammenrücken.
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Dr. Ilka Werner will, dass Gemeinden zusammenrücken.

Evangelische Kirche: Denkmodelle mit Fusionen oder weniger Verantwortung vor Ort.

Von Andreas Tews

Solingen. In der Evangelischen Kirche sind weitere Einschnitte beim Personal und bei den Gebäuden nötig. Dies erklärte Superintendentin Dr. Ilka Werner bei der per Videokonferenz abgehaltenen Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen. Da die Gemeinden langfristig nicht eigenständig überleben könnten, sieht der Kreissynodalvorstand nur zwei Möglichkeiten: Entweder, die zehn Gemeinden bleiben erhalten, müssten in diesem Fall aber ihre Verantwortung für Personal und Gebäude abgeben. Oder sie schließen sich zu drei oder vier Gemeinden zusammen.

Den Prozess „Klingenkirche 2030“ hat der Kirchenkreis bereits eingeleitet. Er ist nach Ansicht der Superintendentin nötig, weil die Finanzkraft der Gemeinden mittelfristig weiter nachlassen werde. Werner: „Über kurz oder lang wird die erste Gemeinde zu klein sein, um alleine eine ausreichende Infrastruktur, auch hinsichtlich der pastoralen Ausstattung, sicherzustellen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“ Durch die Corona-Krise nehme der Zeitdruck noch zu, warnte Werner. Sie rechnet damit, dass die Kirchensteuereinnahmen der Gemeinden durch die Folgen der Pandemie um 15 Prozent sinken. Das erklärte oberste Ziel ist, die seelsorgerische Arbeit zu erhalten.

Um dies zu gewährleisten, müssen die Solinger Gemeinden laut Werner wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen. Darum sei es keine sinnvolle Alternative, dass die zehn Gemeinden einzeln für sich nach Lösungen suchen.

Ein Denkmodell des Synodalvorstands sieht darum vor, dass die Gemeinden zwar weitgehend eigenständig bleiben, sie ihre Zuständigkeit in Personal- und Immobilienangelegenheiten aber abgeben. Statt in den zehn Presbyterien würden die Entscheidungen dann gemeinsam in der Kreissynode fallen, in die jede Gemeinde Vertreter entsendet.

Ein weiteres Denkmodell seien Gemeindefusionen. In diesem Fall müssten die Gemeinden laut Werner groß genug sein, um weiterhin eigenständig Verantwortung in Personal- und Gebäudefragen tragen zu können.

Werner bedauerte, dass die Zukunftsdiskussion wegen der Pandemie nicht wie geplant in mehreren Durchgängen und Arbeitsgruppen geführt werden könne. Sie hält es aber für wichtig, den Prozess schnell weiterzuführen.

Neu gewählt wurden bei der Synode auch die Solinger Vertreter bei der Landessynode. Dies sind Pfarrerin Michaela Röhr, Presbyterin Claudia Mix (beide Lutherkirchengemeinde) und Lukas Schrumpf (St. Reinoldi Rupelrath). Dr. Ilka Werner ist qua Amt dabei.

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