ST vor Ort

Gemeinde Rupelrath ist sehr lebendig

Die Gemeinde Rupelrath will sich auch optisch öffnen: Baukirchmeister Joachim Buchmüller (von links), Pfarrer Matthias Clever, Presbyter Gunder Kraft und Pastorin Petra Schelkes zeigen den neuen Eingang zur Kirche.
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Die Gemeinde Rupelrath will sich auch optisch öffnen: Baukirchmeister Joachim Buchmüller (von links), Pfarrer Matthias Clever, Presbyter Gunder Kraft und Pastorin Petra Schelkes zeigen den neuen Eingang zur Kirche.

Der neue Anbau ist fertig, nun wird die Kirche saniert. Die Mitglieder bringen sich stark ein.

Von Anja Kriskofski (Text und Foto)

Auch Gebäude sprechen eine Sprache. Dass sie sich noch weiter zum Stadtteil hin öffnen will, das zeigt die evangelische Gemeinde Rupelrath mit ihrem neuen Anbau. Die gläserne Front lässt den Eingang zur Kirche viel einladender erscheinen. „Der Schwerpunkt hat sich auch zur Straße hin verlagert“, erklärt Pastorin Petra Schelkes. Mit dem offenen Ambiente wolle man auch die Menschen besser erreichen, die wenig Berührung mit der Kirche haben, ergänzt Pfarrer Matthias Clever.

Bis Ende des Jahres soll der gesamte Umbau rund um die Christuskirche fertig sein. Cirka 1,5 Millionen Euro wird die gesamte Baumaßnahme kosten, die Hälfte der Kosten wird aus Spenden finanziert. Im Juni wurde die Kirche ausgeräumt, seitdem laufen die Sanierungsarbeiten im Innenraum. Die Gottesdienste finden nun im lichtdurchfluteten Anbau statt, der die Kirche mit dem Gemeindehaus aus den 80er Jahren verbindet. „Wir wollten eine schlichte und ansprechende Atmosphäre“, erklärt Schelkes. Räume, in denen man sich auf das Wesentliche konzentriert und zur Ruhe kommen kann. Der Anbau ist barrierefrei und hat eine hochwertige technische Ausstattung, damit dort künftig auch Veranstaltungen wie Konzerte, Theater und Vorträge stattfinden können.

Die Investitionen in „Steine“ sollen jedoch nicht zu Lasten der Menschen gehen: „Uns war wichtig, dass inhaltlich keine Abstriche gemacht werden müssen“, betont Presbyter Gunder Kraft. Denn Rupelrath ist eine äußerst lebendige Gemeinde. Die Zahl der Mitglieder liege seit Jahren bei 2400 Mitgliedern, erzählt Pfarrer Clever.

Gemeinde versteht sich als Impulsgeber

Rund 300 von ihnen seien ehrenamtlich aktiv – entweder regelmäßig oder in bestimmten Projekten. „Für viele ist die Gemeinde ein zweites Zuhause, bestätigt Petra Schelkes. Bei den Mitarbeiterfreizeiten seien rund 120 Teilnehmer dabei. „Das ist ein tolles Feeling, das schweißt zusammen“, sagt Gunder Kraft. Er stammt aus dem Schwarzwald und kam 1990 in die Gemeinde. Vor zwei Jahren wurde er ins Presbyterium gewählt. „Gemeindeleben bereichert. Das ist Teil meines Selbstverständnisses.“ Auch der alt eingesessene Aufderhöher Joachim Buchmüller engagiert sich als Presbyter: „Ich wurde in die Gemeinde hineingeboren, wurde hier getauft und konfirmiert.“ Als Baukirchmeister von Rupelrath bringt der Architekt sein ganzes berufliches Know-how in das Umbauprojekt ein.

HEUTE ST VOR ORT

TERMIN am Donnerstag kommt die Redaktion nach Aufderhöhe. Von 11 bis 12 Uhr steht Redakteurin Simone Theyßen-Speich vor der Bäckerei Evertzberg, Aufderhöher Straße 145, zum Gespräch bereit. Nina Lajios von der Stadt Solingen beantwortet Fragen zur geplanten Behelfsbrücke Richtung Leichlingen.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Gemeindearbeit liegt bei Kindern und Jugendlichen. Zum monatlichen Kinder-Action-Samstag (Kiwi) kämen 80 bis 90 Kinder, freut sich Petra Schelkes. „Darunter auch viele, die keine Gemeindemitglieder sind.“ Nach der Konfirmation geht es darum, die Jugendlichen zu halten. „Das gelingt ganz gut“, sagt Gunder Kraft. So hat die Gemeinde vor fünf Jahren das Projekt „Freiraum“ gestartet: Vor allem junge Erwachsene gestalten dort den Gottesdienst weitgehend selbst. Inzwischen findet jeden Sonntag „Freiraum Plus“ statt. „Viele kommen jetzt mit ihren eigenen Kindern.“ Dass sich die Mitglieder so einbringen, sei für alle eine tolle Motivation, sagt Matthias Clever.

Ein weiteres freies Format ist der Elf-Uhr-Gottesdienst, der an vier Sonntagen im Jahr gesellschaftliche Themen aufgreift. „Der richtet sich bewusst nach außen“, erklärt Petra Schelkes. „Viele bringen ihre Freunde und Nachbarn mit.“ Im November werde der Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde, Leonid Goldberg, zu Gast sein.

Die Gemeinde verstehe sich als Impulsgeber für den ganzen Stadtteil, beschreibt Joachim Buchmüller. Deshalb gibt es das Jugendbüro am zentralen Aufderhöher Busbahnhof, wo sich auch Geflüchtete einmal in der Woche treffen.

Hier erfahren Sie alles über unsere Stadtteilserie "ST vor Ort".

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