Geldtransporter-Überfall nach Solinger Machart

Das Tatfahrzeug steckten die Täter in Brand. Der Mercedes war gestohlen und hatte ein Krefelder Kennzeichen, das ebenfalls aus einem Diebstahl stammt.

RAUBSERIE Wie vor drei Jahren an der Hossenhauser Straße in Solingen greifen schwer bewaffnete Täter in Neuss einen Lieferwagen mit Bargeld an und setzen anschließend das Fluchtauto in Flammen.

Von Ulla Dahmen und Knut Reiffert

Spektakulärer Raubüberfall in Neuss: In einer filmreifen Aktion erbeuteten vier Männer, die mit Panzerfaust und Maschinengewehr ausgerüstet waren, mehrere 100 000 Euro aus einem Geldtransporter. Die Täter setzten ihre Waffen nicht ein, verletzt wurde niemand.

Ein typisches Merkmal für eine ganze Serie von noch ungeklärten Geldtransporter-Überfällen in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren: Die Täter stellten das Fluchtauto schon nach wenigen Kilometern ab und setzten es in Brand. Zu der Serie, die noch in der letzten Sendung von "Aktenzeichen  xy . . ." ein Thema war, gehört auch der  spektakuläre Überfall auf einen Geldtransporter an der Hossenhauser Straße am 1. Dezember 2008  in Solingen. Damals war ein Geld-Fahrzeug aus Recklinghausen während einer angeblichen "Pinkelpause" des Beifahrers gestoppt worden. Die Täter zündeten ihr Fluchtfahrzeug in der Hofschaft Hübbchen an und entkamen.  Der Beifahrer aus Dorsten wurde später vom Landgericht Wuppertal vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen.

Großmarkt war die letzte Station der Tour der Sicherheitsfirma

Beim aktuellen Überfall hatten am Freitag gegen 23 Uhr Fahrer und Beifahrer des Geldtransporters der Sicherheitsfirma Kötter den letzten Punkt ihrer Tour, der Metro-Großmarkt im Neusser Stadtteil Grimlinghausen, erreicht.

 

WAFFENPANZERFAUST Ein Überfall mit Maschinengewehr und Panzerfaust ist nicht nur in Neuss sehr ungewöhnlich. Beide Waffen gelten als militärische Bestände und unterliegen dem Kriegswaffenkontrollgesetz.Ein Überfall mit Maschinengewehr und Panzerfaust ist nicht nur in Neuss sehr ungewöhnlich. Beide Waffen gelten als militärische Bestände und unterliegen dem Kriegswaffenkontrollgesetz.

Als der Beifahrer die Geldpakete in den Wagen eingeladen und die Tür schon wieder verschlossen hatte, wurde er plötzlich von einem maskierten Mann mit einem Maschinengewehr bedroht.

Dann fuhr ein silberfarbener Mercedes auf den Metro-Gelände. Dessen Fahrer blieb im Wagen sitzen, zwei weitere Vermummte stiegen aus und bedrohten den Fahrer im Geldtransporter mit einer Panzerfaust. So wurde er gezwungen, die Türen zu entriegeln.

Die schwarz maskierten Männer holten sich die Geldpakete, drängten die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes in den Transporter und flüchteten. In unmittelbarer Nähe, noch in dem Gewerbegebiet, setzten sie den Mercedes in Brand. Mit welchem Fahrzeug sie ab dort flüchteten, ist unklar.

Maskierte Täter sprachen ein akzentfreies Deutsch

Die Fahndung, auch mit Beteiligung eines Hubschraubers, blieb erfolglos. Von den Männern und dem Geld fehlt jede Spur. Der alte Mercedes aus der Baureihe 1987, das ergaben die Ermittlungen der Polizei, war am Mittwoch vergangener Woche in Bochum gestohlen worden, das Krefelder Kennzeichen KR - LD 286 stammt aus einem Diebstahl in Uerdingen in der Zeit vom 14. bis 16. Januar.

Wie viel Geld erbeutet wurde, ist noch nicht bekannt. Der Geldtransporter hatte auch Einnahmen mehrerer Düsseldorfer Autohäuser eingeladen. Über die Täter konnten die beiden Überfallenen (47 und 49 Jahre alt) nur berichten, dass sie etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß sind. Alle waren komplett schwarz gekleidet und mit Sturmhauben maskiert. Sie sprachen akzentfrei deutsch.

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