Versorgung

Gefäßchirurgie im Klinikum wird wieder eigenständig

Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Thomas Standl (von links), der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Dr. Ulrich Jaschke, sowie der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer stellten Pläne fürs Klinikum vor. Foto: asc
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Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Thomas Standl (von links), der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Dr. Ulrich Jaschke, sowie der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer stellten Pläne fürs Klinikum vor.

Geschäftsführung will auch die Leistungen anderer Abteilungen steigern.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Es ist der erste Schritt bei der Umsetzung des Masterplans für das Klinikum Solingen: Die Gefäßchirurgie erhält wieder den Status einer Klinik. In den vergangenen zwei Jahren wurde die Abteilung als Department der Klinik für Allgemeinchirurgie geführt. Mit der Ausgründung wolle das Klinikum eine Reihe von Strukturveränderungen einleiten, erklärte der Kaufmännische Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer gestern bei einem Pressegespräch. Der Masterplan dafür soll bis Ende des Jahres auf dem Tisch liegen, kündigte er an. In das städtische Krankenhaus müsse ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden. „Das setzt voraus, dass wir uns wirtschaftlich steigern.“

So wie im Bereich der Gefäßchirurgie. Die künftige Klinik wird seit Dezember 2018 von Dr. Ulrich Jaschke geführt, nachdem sich das Klinikum vom langjährigen Chefarzt Prof. Dr. Gerhard Hoffmann getrennt hatte. Weil die Fallzahlen zu niedrig waren, wurde die Gefäßchirurgie damals zum Department degradiert. Unter Dr. Jaschke habe sich der Bereich sehr positiv entwickelt, sagte Prof. Dr. Thomas Standl, Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer.

Solingen: Anbau am Haus F ist wieder im Gespräch

So habe es 2018 nur sechs endovaskuläre Aortenreparaturen (Evar) gegeben, ein für Patienten schonenderes Verfahren, bei dem eine Aussackung der Hauptschlagader (Aneurysma) mit einem Stent stabilisiert wird. „Jetzt sind wir bei 40 Eingriffen in diesem Jahr“, berichtete Jaschke. Der Index für den Schweregrad von Eingriffen, der für den Erlös eine Rolle spielt, liege gegenüber 2018 um fast das Doppelte höher. Und die Fallzahl in der Gefäßchirurgie sei in diesem Jahr um 20 Prozent gestiegen, so Eversmeyer: „Dieser Aufwärtstrend trotz Corona-Pandemie ist besonders positiv zu bewerten.“

Auch in anderen Kliniken des Städtischen Klinikums müssten die Leistungen gesteigert werden, sagte der Geschäftsführer. Nur so könnten die notwendigen Investitionen getätigt werden. „Dafür brauchen wir die Hilfe des Landes, müssen als Klinikum aber auch einen Eigenanteil leisten.“

Eversmeyer peilt für das städtische Krankenhaus, das seit Jahren tief in den roten Zahlen steckt, zukünftig ein Plus von vier bis fünf Millionen Euro beim Jahresergebnis an. Bei den Investitionen denke man unter anderem über einen Teil-Neubau nach. Das neue Gebäude neben Haus F war bereits 2015 als Teil-Bauabschnitt 5 geplant worden, lag zuletzt aber auf Eis. Ebenso wie der auf dem Dach vorgesehene Hubschrauberlandeplatz.

Dr. Ulrich Jaschke plant in der Klinik für Gefäßchirurgie unter anderem ein überregionales Gefäßzentrum aufzubauen. Einen Schwerpunkt will er zudem bei der Behandlung von Patienten mit dem diabetischen Fußsyndrom setzen. Wichtig seien Kooperationen. So arbeite er eng mit niedergelassenen Gefäßspezialisten zusammen. Immer wichtiger würden auch ambulante Eingriffe. In der Klinik werden neben Aneurysmen unter anderem Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit, Krampfadern und Gefäßverletzungen operiert.

Landesmittel

Das Städtische Klinikum hat 4,39 Millionen Euro bewilligt bekommen, wie Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer mitteilte. Das Geld stammt aus einem NRW-Sonderinvestitionsprogramm. „Es unterstützt uns in der Planung mehrerer Projekte.“ Dazu zählten die digitale Patientenakte, die Digitalisierung der Pflegeschule sowie Erweiterungen.

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