Bühne

Gebürtige Solingerin überzeugt mit Theaterstück über Rose Ausländer

Drei Schauspielerinnen stellten die Dichterin Rose Ausländer in verschiedenen Lebensphasen dar.
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Drei Schauspielerinnen stellten die Dichterin Rose Ausländer in verschiedenen Lebensphasen dar.

Deutsch-ukrainische Co-Produktion „Der innere Schimmer“ beeindruckt im Meistermannsaal.

Von Andreas Römer

Einen ganz besonderen Abend erlebten mehr als 50 Besucherinnen und Besucher am Freitag im Meistermannsaal des Kunstmuseums und des Zentrums für verfolgte Künste. Die gebürtige Solingerin Friederike Felbeck inszenierte mit „Der innere Schimmer“ eine beeindruckende Performance.

Auf der Grundlage von Gedichten und Prosa von Rose Ausländer, ihrer kosmopolitischen Biografie und ihrem vielfältigen Werk zeigte sie eine Geschichte von Vertreibung, Verfolgung und Wiedergutmachung. „Wir sind dankbar, hier spielen zu können“, sagte die Regisseurin, die schon zwei Projekte zum Werk und zur Wirkungsgeschichte von Rose Ausländer durchgeführt hat.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir diese Inszenierung in dieses Haus holen konnten“, sagte die Vorsitzende des Vereins Max-Leven-Zentrums, Daniela Tobias. Man habe ja schon Ausstellungen und Vorträge gehabt, aber ein Theaterstück sei noch nicht dabei gewesen. Nach der Vorstellung der deutsch-ukrainischen Co-Produktion war Tobias überzeugt: „Das war so vielschichtig, so tief beeindruckend – das ist sicher ein guter Auftakt, so etwas noch einmal zu machen“.

Drei Schauspielerinnen stellten die Dichterin Rose Ausländer in verschiedenen Lebensphasen dar, zeigten das Ringen um die richtigen, passenden Worte der jungen Dichterin oder die Beschäftigung mit dem Tod im Alter. Immer wieder packten die Zeilen der Lyrikerin das Publikum. „Wenn ich traurig oder verzweifelt bin, schreibe ich Gedichte. Wenn ich fröhlich bin, schreiben sich Gedichte in mir.“

Weit mehr als 2000 Gedichte hat Rose Ausländer verfasst. Sie zählt zu den bekanntesten Dichterinnen der deutschen Sprache.

Rose Ausländer ging früh in die USA, kam aber zurück

1901 in Czernowitz, das heute zur Ukraine gehört, als Rosalie Beatrice Scherzer geboren, ging die Tochter des Juden Sigmund Scherzer früh in die USA, kehrte zurück, um ihre Mutter zu pflegen, und überlebte das Ghetto Czernowitz. Nach weiteren Jahren in Amerika wohnte sie seit 1965 in Düsseldorf, zuletzt im Nelly-Sachs-Haus, dem Elternheim der Jüdischen Gemeinde, wo sie am 3. Januar 1988 starb.

Am Schluss der Inszenierung kam Rose Ausländer aus dem Off selbst zu Wort. Sie erinnerte sich an ihr erstes Gedicht, das sie mit 17 schrieb. Wie im Alter von 21 erstmals ein Gedicht von ihr abgedruckt wurde und dass sie bereits 38 Jahre alt war, als ihr erstes Buch veröffentlicht wurde. Sie erzählte vom ersten Literaturpreis im Alter von 56 und vom letzten, den sie mit 83 erhielt.

Starke Gedichte von Rose Ausländer und starke Schauspielerinnen untermalt von Klaviermusik sorgten für ein besonderes Erlebnis in Gedenken an die Dichterin.

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