Steigerungen zum Jahreswechsel

Gebühren in Solingen: So viel zahlt Familie Mustermann im kommenden Jahr

Das Erdgas der Stadtwerke (links oben) wurde bereits im November deutlich teurer. Zum Jahreswechsel stehen zusätzlich Gebühren- oder Preiserhöhungen unter anderem beim Strom (rechts oben), auf den Friedhöfen (links unten) und bei der Abfallentsorgung an.
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Das Erdgas der Stadtwerke wurde bereits im November deutlich teurer.

Stadtwerke, Technische Betriebe und Wasserversorgung in Solingen geben höhere Kosten an die Bürger weiter.

Von Andreas Tews

Solingen. Vor allem bei der Energieversorgung kommen auf die Solinger im kommenden Jahr deutlich höhere Ausgaben zu. Besonders drastisch fielen bereits im November mit 70 Prozent die Preissteigerungen beim Gas aus. Auch der Strom der Stadtwerke wird deutlich teurer. Doch damit nicht genug. Bei fast allen Gebühren der Stadt und der Technischen Betriebe Solingen (TBS) stehen zum Jahreswechsel Steigerungen an.

Ursachen: Die Stadtwerke berufen sich in erster Linie auf die gestiegenen Marktpreise, die sie an ihre Kunden weitergeben. Seit Herbst 2021 hätten sich die Gaspreise an der europäischen Energiebörse mehr als verzehnfacht, erklärte die Stadtwerke-Leitung. Dies mache sich bei den Gaspreisen bemerkbar. An die Kunden gebe man aber auch die Mehrwertsteuersenkung weiter. Auch bei den TBS werden die steigenden Energiepreise infolge des Ukraine-Krieges als Begründung angeführt. Teuer kommen die TBS – und damit auch die Gebührenzahler – außerdem preistreibende Effekte, zum Beispiel durch unterbrochene Lieferketten. Die Betriebsleitung sprach bei der Bekanntgabe der Gebührenerhöhungen zudem von einer „erheblichen Steigerung der Personalkosten“, die für 2023 bereits berücksichtigt sei.

Gas: Den Gaspreis hatten die Stadtwerke bereits zum 1. November angehoben. Auch die Abschlagszahlungen wurden angepasst.

Strom: Bei der Stromversorgung müssen sich die Kunden der Stadtwerke Solingen (SWS) auf eine Preissteigerung um 40 Prozent einstellen. Bereits im November hatte das Versorgungsunternehmen mitgeteilt, dass der Arbeitspreis für alle privaten Abnehmer zum 1. Januar 2023 um 11,42 Cent pro Kilowattstunde auf 38,56 Cent steigen wird. Das entspricht einem Plus von etwa 42 Prozent. Den Grundpreis heben die SWS um 9,52 Euro (etwa sieben Prozent) auf 137,35 Euro pro Jahr an. Für Kunden mit einer Wärmepumpe oder einer Wärmespeicher-Heizung haben die Stadtwerke eine Erhöhung um 10,23 Cent pro Kilowattstunde angekündigt.

Um 10,7 Prozent steigt die Gebühr für die Müllentsorgung.

Abfall: Um 10,7 Prozent steigt die Gebühr für die Müllentsorgung der Technischen Betriebe. Für eine Vier-Personen-Musterfamilie macht dies nach TBS-Angaben im Jahr 21,86 Euro aus. Die Gesamtkosten steigen somit auf 225,25 Euro.

Trinkwasser: Nicht so hoch fällt die Steigerung beim Trinkwasser aus. Es wird um 2,8 Prozent teurer.

Abwasser: Die Gebühr für Schmutzwasser sinkt hingegen, und zwar um 8 Euro (1,3 Prozent) auf 613 Euro im Jahr. Zu den Senkungen hat ein Gerichtsurteil geführt, auf dessen Basis die Gebühren neu berechnet werden müssen. Dies geben die TBS an die Bürger weiter.

Niederschlagswasser:Auch die Gebühr für Niederschlagswasser wird gesenkt. Der Musterhaushalt muss dafür 6,11 Euro (4,3 Prozent) weniger zahlen.

Straßenreinigung: Tiefer in die Tasche greifen müssen die Bürger hingegen für die Straßenreinigung. Die Gebühr steigt um 9,80 Euro (13,6 Prozent) auf 81,69 Euro.

Winterdienst: Ähnlich fällt die Steigerung beim Winterdienst aus. Hierfür berechnen die TBS ab dem 1. Januar 2023 für einen Musterhaushalt 1,04 Euro (12 Prozent) mehr.

Zum Jahreswechsel stehen zusätzlich Gebühren- oder Preiserhöhungen auf den Friedhöfen an.

Friedhöfe: Mit 2,6 Prozent beziffert die Stadtverwaltung die Steigerung bei den Friedhofsgebühren. Höhere Beträge werden auf städtischen Friedhöfen bei allen Gräberarten angesetzt. | Standpunkt

Gas ist bereits teurer

Gas ist bei den Stadtwerken bereits seit dem 1. November deutlich teurer. In der Grundversorgung ist der Arbeitspreis von 9,04 auf 15,95 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Der Grundpreis ist hingegen durch die in diesem Bereich geringere Mehrwertsteuer gesunken: von 197,02 auf 177,15 Euro pro Jahr. Bei der Abrechnungsklasse der Sonderverträge stieg der Arbeitspreis von 8,33 auf 15,31 Cent, der Grundpreis sank von 208,73 auf 187,68 Euro.

Standpunkt von Andreas Tews: Große Verantwortung

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

An vielen Stellen steigen die Preise. Da sind Stadtwerke und Technische Betriebe und Wasserversorgung keine Ausnahmen. Die kommunalen Betriebe haben ihrerseits mit der Inflation zu kämpfen. Um zu überleben, müssen sie zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten an die Verbraucher und Gebührenzahler weitergeben.

Dennoch haben gerade diese Betriebe beim Umgang mit dem Geld eine besondere Verantwortung. Sie berechnen in den meisten Fällen Gebühren für Leistungen, bei denen die Bürger nicht zu einem anderen Anbieter wechseln können. Und auch bei den Gas- und Strompreisen hat sich gerade jetzt in der Krise gezeigt, dass der vor Jahren liberalisierte Markt längst nicht alles regelt.

Darum müssen die Bürger darauf vertrauen können, dass die kommunalen Betriebe ihre Gebühren und Preise seriös und transparent kalkulieren. Schließlich sollen sie ja nicht auf Gewinnmaximierung aus sein. Dies bietet den Bürgern Sicherheit und kann die Folgen der Inflation zumindest zu einem Teil abfedern.

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