Planetarium in Ohligs

Galileum wird mit Festakt eröffnet

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84 Sitzplätze gibt es im Galileum.

Walter-Horn-Gesellschaft konnte Förderer, Sponsoren und viele Helfer des Projekts begrüßen. Das Planetarium ist gigantisch.

Von Philipp Müller

Plötzlich versagt „Mr. Galileum“, Frank Lungenstraß, bei der Eröffnung des Planetariums die Stimme, er ringt mit den Tränen. Da spürt man die Anspannung, die gerade vom Vorstandsteam der Walter-Horn-Gesellschaft abfällt. Endlich läuft der Betrieb nach 13 Jahren Planung, drei Jahren Bau. Es ist sofort gigantisch. Im Planetarium beginnt alles mit sphärischen Klängen. Ein leicht bewölkter Himmel ist zu sehen. Dann ging die Sonne unter, die Milchstraße wird mehr und mehr zum Mittelpunkt des riesigen Weltalls. Durch die Leinwand in Kuppelform wirkt es dreidimensional.

Im Planetarium zaubert ein drehbarer Chronos-Projektor das Weltall fast dreidimensional in die riesige Kuppel der ehemaligen Gaskugel.
Beim Festakt zur Eröffnung des Galileums im neuen Planetarium erhielt der Vorstand (links) der Walter-Horn-Gesellschaft viel Applaus für das Durchhaltevermögen, das Projekt umgesetzt zu haben.

Guido Steinmüller, der Präsident der Gesellschaft, kann dann in seiner Ansprache auch nicht anders, als dies zu bekennen: „Heute geht mir das Grinsen überhaupt nicht mehr aus dem Gesicht.“

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) führt den Erfolg des Galileums auch auf die Tatsache zurück, das Steinmüller, Lungenstraß und Co. so beharrlich auf der Umsetzung ihrer Idee bestanden hatten. Sie hätten damit richtig gelegen.

Lesen Sie auch: Sonntag öffnet das Galileum für alle

Seit Monaten ist von einem „Leuchtturm“ für Solingen die Rede. Das wird auch in weiteren Ansprachen deutlich. Die Software-Techniker aus Frankreich betonen, das Galileum sei in dieser Art einzig in Europa. Ken Miller, Vertreter einer japanischen Fachfirma für die Chronos-Projektoren, die den Sternenhimmel ins Rund zaubern, wünscht den Machern viel Energie und stets viele Gäste. Steinmüller gibt das Lob zurück: „Hier steckt viel Ken Miller drin.“ Der Experte sei ein hervorragender Pate bei der Detailplanung gewesen.

Das am Ende neun Millionen Euro kostende Planetarium besteht aus zwei Teilen. In der ehemaligen Gaskugel ist das Planetarium mit der aufwendigen Technik untergebracht. In 84 Sesseln kann man sich zurücklehnen und den Blick ins All wagen. Oder aber auch auf andere Videos. So gibt es einen Ausschnitt zur Mondlandung, die sich am 20. Juli zum 50. Mal jährt. Raketen und Raumfahrzeuge sausen durch die Kuppel – beeindruckend. Der zweite Teil ist der siebenstöckige Anbau. In ihm gibt es aktuell eine Ausstellung zur Mondlandung. Dort sind auch Räume für Schulungen. Denn im Galileum soll auch das Wissen über das Weltall verbreitet werden.

Jungen Besuchern soll sich die Bedeutung der Vision erschließen

Dazu tauge ein Planetarium wie das Galileum besonders, erklärt der Schirmherr der Einrichtung, der Wissenschaftskomiker Vince Ebert. Es gehe darum, Schülern die Chance zu bieten, ihre Vorstellungskraft zu stärken, ihnen Mut zu Visionen zu machen.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller spricht für die Gesellschaft deutscher Planetarien und zeigt sich ebenfalls tief beeindruckt, welche Möglichkeiten Solingen jetzt biete. Es sei nun auch Aufgabe zu vermitteln, dass wir nur auf einem „winzigen Staubkorn im riesigen All“ leben würden, die Erde als Planet ein „Raumschiff auf der Reise durch das Universum“ sei. Zugleich wünscht er sich, dass mehr Respekt für unsere Lebensgrundlage entstehen möge: „Wir müssen alles tun, die Erde zu erhalten.“

BESUCHERTAG

SONNTAG Am Sonntag ab 11 Uhr besteht für alle Solinger die Möglichkeit, das Planetarium zu besuchen. Achtmal öffnet das Planetarium für jeweils 84 Interessierte seine Pforten. Kostenlose Schnuppertickets gibt es jeweils eine halbe Stunde vor Beginn an der Kasse.

Unter den Ehrengästen ist auch Ulrike Krebs. Ihr im vergangenen Jahr verstorbener Ehemann Klaus hatte maßgeblichen Anteil an der Finanzierung des 20-prozentigen Eigenanteils der Gesellschaft. weitere Mittel gaben Land, Bund und Stadt. Steinmüller bekennt: „Ohne ihn hätten wir nicht angefangen.“ Zum Schluss rauschen nochmals Raketen, wandern Astronauten durch den Mondstaub und Freddie Mercury singt: „Don’t stop it now.“ Nein, es geht los.

Das Planetarium ist gigantisch

 © Michael Schütz
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