Planetarium

Galileum kämpft wirtschaftlich mit dem zweiten Lockdown

Dr. Frank Lungenstraß hofft, dass das Galileum die wirtschaftliche Durststrecke wegen Corona gut übersteht. Archivfoto: Christian Beier
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Dr. Frank Lungenstraß hofft, dass das Galileum die wirtschaftliche Durststrecke wegen Corona gut übersteht.

Corona hat den Betrieb des Planetariums weitgehend lahmgelegt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Zweckoptimismus ist eine Fähigkeit, die Dr. Frank Lungenstraß, Leiter des Planetariums Galileum in Ohligs, offenbar beherrscht. Denn wirtschaftlich ist die Lage der Einrichtung, die im Juli vergangenen Jahres medienwirksam eröffnet wurde, zurzeit alles andere als rosig. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, gibt der Physiker sich kämpferisch. Er gilt als der Kopf des Galileums und hatte ehrenamtlich viel Zeit und Herzblut in das Vorzeigeprojekt gesteckt. „Ich hoffe, wir halten das durch.“

Auch wenn die Zahlen Anlass zur Besorgnis geben: Im laufenden Coronajahr habe das Galileum, bedingt durch die beiden Lockdowns, nicht mal ein Viertel des Umsatzes eingespielt, den es 2019 zu verzeichnen hatte, als das Planetarium gerade mal sieben Monate geöffnet war, bilanziert Lungenstraß. Dabei laufen monatliche Betriebskosten von circa 5000 Euro für Strom, Gas und Wasser weiter, zudem muss die empfindliche Technik fortlaufend klimatisiert werden.

Das Planetarium kann sich noch durch Spenden über Wasser halten

Existenzgefährdend sei die Situation aber trotz aller Schwierigkeiten noch nicht, kann Lungenstraß beruhigen: „Wir haben zum einen die Corona-Soforthilfe erhalten und bekommen nun hoffentlich noch eine weitere Überbrückungshilfe. Zum anderen werden wir von einigen Spendern und Sponsoren großzügig unterstützt, so dass wir ganz passabel klarkommen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Bedingt durch den zweiten Lockdown ist das Galileum nunmehr seit dem 2. November erneut geschlossen. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir vor dem 20. Dezember wieder öffnen können“, bedauert Lungenstraß. „Wir fahren im Moment wie die Politik selbst nur auf Sicht.“ Immerhin gebe es schon eine Buchungsanfrage für eine Veranstaltung am 21. Dezember. Bereits gekaufte Tickets könnten die Kunden sich erstatten oder – für das Team wohl die bevorzugte Möglichkeit – für einen späteren Termin gutschreiben lassen.

Obwohl Corona sehr große Einschränkungen für den Betrieb bedeutet, nehme er den Infektionsschutz durchaus ernst, versichert Lungenstraß. Das Team, bestehend aus bis zu zehn Personen, arbeite nur in Kleingruppen von zwei bis drei Personen und nutze, wo möglich, das Homeoffice. „Schon nach dem ersten Lockdown haben wir die erlaubte Platzbelegung nie ganz ausgereizt und für den Abstand im Zweifel lieber einen Stuhl mehr frei gelassen.“ Von den insgesamt 84 Plätzen seien kurz vor dem zweiten Lockdown zum Teil nur 30 belegt gewesen.

Dennoch blickt Frank Lungenstraß hoffnungsvoll auf das kommende Jahr. So präsentiert das Galileum ab dem 14. Januar ein neues Musikprogramm. Ein Veranstaltungshighlight können Musikfreunde auch am kommenden ersten Adventssonntag (29. November) von zu Hause aus genießen: Ab 20 Uhr ist auf Youtube das Duo „2Flügel“ zu erleben.

https://t1p.de/i13m

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