Mobilfunk

Funklöcher in Solingen: Wo die Telefonate noch rauschen

Nur an bestimmten Stellen rund um den Wipperkotten hat Reinhard Schrage stabilen Mobilfunkempfang.
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Nur an bestimmten Stellen rund um den Wipperkotten hat Reinhard Schrage stabilen Mobilfunkempfang.

Anrainer berichten von schlechtem Mobilfunkempfang entlang der Wupper – Anbieter äußern sich

Von Manuel Böhnke

Solingen. Beinahe täglich ist Reinhard Schrage im Wipperkotten. Der Vorsitzende des Fördervereins ist froh, dass die Anlage über einen Festnetzanschluss verfügt. Denn der Mobilfunkempfang in dem Gebiet ist schlecht. „Ich kenne zwei, drei Orte in der Nähe, an denen man telefonieren kann“, erzählt Schrage. Das Problem beschränkt sich nicht nur auf den Bereich Wipperaue. „Ich bin viel mit dem Rad an der Wupper unterwegs“, berichtet der Telekom-Kunde. Auf Google Maps oder ähnliche Online-Dienste zur Navigation könne er dabei wegen der mangelhaften Verbindung größtenteils nicht zurückgreifen. An vielen Stellen entlang des „Amazonas des Bergischen Landes“ haben Handys und Smartphones schlechtes oder kein Netz.

Thomas Becker kann davon ein Lied singen. Der Olympiadritte von 1996 ist mit seinen Kanutouren viel im Tal der Wupper unterwegs. „An manchen Stellen kann man nicht telefonieren, an anderen hat man kein Internet, teilweise geht gar nichts“, berichtet er. Für sein Geschäft sei das problematisch: Wenn sich etwa Kunden verspäten, müsse er erreichbar sein. Wie gut das funktioniert, sei vom Aufenthaltsort und Mobilfunkanbieter abhängig.

Ähnliche Beobachtungen macht Nicole Molinari. Die Vorsitzendes des Kuratoriums Balkhauser Kotten kann mit ihrem Anbieter O2 (Telefónica) am Kotten telefonieren, die mobile Internetverbindung funktioniere meist, wenn auch etwas schwerfällig. Kunden konkurrierender Netzbetreiber hätten dieses Glück nicht. Dafür hat Molinari andernorts Schwierigkeiten, etwa im Bereich Kohlfurth. Auch aus Burg seien ihr Probleme bekannt. „In den tief liegenden Tälern ist die Verbindung häufig schwach“, resümiert sie.

Die Schilderungen der Wupper-Anrainer gleichen sich. Von einer „furchtbar schlechten“ Situation berichtet Stefan Böhm von der Minigolfanlage nebst Kiosk im Müngstener Brückenpark. Diese Rückmeldung erhalte er auch von vielen seiner Kunden. „Wenn der Lieferant mich anruft, muss ich den Kiosk verlassen. Ich kenne zwei, drei Orte, wo man Empfang hat.“ Und die Netzbetreiber? Verweisen auf das aus ihrer Sicht gute Angebot. „Wir verfügen im Bereich der Wupper über ein gut ausgebautes und leistungsstarkes O2-Mobilfunknetz“, teilt etwa Telefónica mit. Eine Karte zeigt die Abdeckung des Anbieters. Daran lässt sich ablesen, dass es auf dem Papier tatsächlich gut aussieht, in manchen Bereichen des Wupperufers wird sogar ein „sehr guter“ 5G-Empfang angegeben. Es gibt jedoch auch Schwachstellen, etwa im Bereich Rüden.

Bei einer Übersicht Vodafones lassen sich die Schwächen nahe der Wupper deutlicher erkennen: Nahe Strohn gibt es ein Funkloch, oberhalb der Kohlfurth, im Brückenpark sowie den Bereichen Glüder, Balkhauser Weg und Wupperhof ist lediglich der ältere Mobilfunkstandard 2G verfügbar. Vodafone kündigt jedoch an, „weiter massiv in die Infrastruktur“ zu investieren. Geplant sei, mittelfristig alle 44 Mobilfunkstationen mit moderner 5G-Technologie auszustatten, bei 23 sei das bislang geschehen.

Naturschutzrechtliche Auflagen erschweren Ausbau

Ähnlich wie bei Vodafone gestaltet sich die Situation bei der Telekom. Entlang der Wupper stehen je nach Standort 2G, 4G, teilweise 5G zur Verfügung. Lediglich im Bereich Rüden gebe es noch ein Funkloch. Dass es zu Problemen beim Mobilfunk kommt, hänge mit unterschiedlichen Faktoren zusammen. Dazu zählen etwa die Topographie, die vom Endgerät unterstützten Frequenzen sowie die im Vertrag fixierten Funk-Technologien.

Dass es insbesondere in ländlichen Gebieten häufig schlechten Empfang gibt, habe ebenfalls mehrere Gründe. Häufig ist der Ausbau unwirtschaftlich, die bauliche Situation kompliziert. „Daneben gibt es noch, um im Bereich der Wupper zu bleiben, naturschutzrechtliche Auflagen“, führt die Telekom aus.

Es könnte dauern, bis schnelles Surfen und problemloses Telefonieren im gesamten Wuppergebiet möglich sind. Der Wipperkotten arbeitet derweil an seiner digitalen Zukunft – er soll Anschluss ans Glasfasernetz erhalten.

Übersicht

Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica bieten interaktive Karten an, um die Netzabdeckung vor Ort nachzuvollziehen. Diese sind im Internet verfügbar.

www.telekom.de/netzausbau

www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html

www.o2online.de/netz

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