Entsorgung

TBS führen Biotonne nach Testphase fest ein

Die Biomüll-Tonnen mit dem braunen Deckel wurden 2015 probehalber eingeführt. Rund 3900 sind inzwischen im Umlauf. Archivfoto: Christian Beier
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Die Biomüll-Tonnen mit dem braunen Deckel wurden 2015 probehalber eingeführt. Rund 3900 sind inzwischen im Umlauf.

Technische Betriebe berichten von einem Erfolg. Das Angebot bleibt für die Bürger freiwillig.

Von Andreas Tews

Gut 3900 Biomüll-Tonnen sind derzeit in Solingen im Umlauf. Dies wertet der Entsorgungsbetrieb der Technischen Betriebe (TBS) als Erfolg. Weil auch die Qualität des so gesammelten organischen Abfalls stimmt, wollen die TBS die derzeitige Regelung beibehalten und die Braune Tonne zum 1. Januar 2019 fest einführen.

Damit geht eine vierjährige Testphase zu Ende. Anfang 2015 war die gesonderte Sammlung organischen Abfalls eingeführt worden. Die TBS reagierten damit auf das seinerzeit geänderte Kreislaufwirtschaftsgesetz, in dem genau dies gefordert wurde. Die Biotonne war von Beginn an ein freiwilliges Angebot. Als es noch kostenlos war, stieg die Zahl der Tonnen bis Ende 2016 auf 4300. Als 2017 die Erprobungsphase um weitere zwei Jahre verlängert wurde, und die TBS eine Jahresgebühr von 55 Euro einführten, bestellten fast 600 Solinger die Tonne wieder ab. Später war nach Angaben der TBS wieder ein Zuwachs zu verbuchen.

Entsorgungsbetrieb berichtet von einer hohen Akzeptanz

Das System werde von der Bevölkerung akzeptiert, bewertet der Entsorgungsbetrieb diese Zahlen. Zugleich weisen die TBS auf die Möglichkeit hin, im Zusammenhang mit einer Biomüll-Tonne ein kleineres Gefäß für den Restabfall zu ordern und somit an anderer Stelle Geld zu sparen.

Nicht nur mit der Zahl der Tonnen, auch mit der Art des eingesammelten Biomülls zeigen sich die Entsorger in einem Informationspapier für die Politik zufrieden. Nachdem der Grünschnitt zunächst 90 Prozent der Menge ausgemacht habe, sei es später zunehmend gelungen, Haushaltsabfälle „abzuschöpfen“. Diese gemischte Zusammensetzung wird im Abfallwirtschaftsplan des Landes Nordrhein-Westfalen gefordert, weil sie für die Aufbereitung des Biomülls wichtig ist.

Um dies zu erreichen hatte es eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gegeben. Dabei wiesen die TBS unter anderem darauf hin, dass in den Biomüll nicht nur Grünschnitt gehöre, sondern auch Nahrungs- und Küchenabfälle, wie vor allem auch gekochte Speiseabfälle aus Fleisch und Wurst sowie Knochen und Gräten.

GEBÜHREN

BRAUNE TONNE In den ersten zwei Jahren der Testphase waren die Biomülltonnen kostenlos. Seit Anfang 2017 kostet die 120-Liter-Tonne bei 14-tägiger Leerung 55 Euro pro Jahr.

RESTMÜLL Wenn durch die Nutzung der Braunen Tonne das Restmüllaufkommen sinkt, können Hauhalte hierfür kleinere Tonnen beantragen und dadurch bei der Restmüllgebühr sparen. Das Mindestvolumen für die Schwarzen Tonnen wurde deswegen von 15 auf 10 Liter pro Woche und Person gesenkt – wenn eine Biotonne genutzt wird.

Allerdings gebe es eine Schwankung zwischen Sommer- und Wintermonaten. In der kalten Jahreszeit liege der Schwerpunkt bei Nahrungs- und Küchenabfällen, im Sommer, wenn in den Gärten mehr Grünschnitt anfällt, kehre sich das Verhältnis naturgemäß um. Zu diesen Erkenntnissen kam man bei zwei „Sortieranalysen“ im Januar und Juni dieses Jahres. Insgesamt fanden die TBS heraus, dass im Winter 70 Prozent der Tonnen weiter genutzt würden. Insgesamt stellten die Fachleute der TBS aber eine „hohe Reinheit“ des Mülls fest. Das bedeutet: In der Braunen Tonne landet weitgehend nur solcher Müll, der dort auch hineingehört. Um dies zu erreichen, hatte man von Beginn an auf ein Angebot auf freiwilliger Basis gesetzt.

Für 2018 gehen die Technischen Betriebe davon aus, dass in den Biotonnen rund 1,3 Millionen Kilogramm Abfall landen. Darauf deuten die bisherigen Werte hin. Diese Menge war von 750 000 Kilogramm im Jahr 2015 über 1,23 Millionen (2016) auf 1,29 Millionen Kilogramm im vergangenen Jahr stetig angestiegen. Jetzt geht der Entsorgungsbetrieb nur noch von einer leichten Steigerung aus.

Über die Einführung der Bioabfall-Tonne als Regelangebot entscheidet der Zentrale Betriebsausschuss der Technischen Betriebe. Dem wird in seiner Sitzung am Mittwoch, 12. September, ein Entwurf der entsprechend geänderten Abfallentsorgungssatzung und der Gebührenberechnungen vorgelegt.

Zentraler Betriebsausschuss: Mittwoch, 12. September, 16.30 Uhr, TBS, Dültgenstaler Straße 61, Haus H, Aufenthaltsraum UG

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