Zahlreiche Aktionen locken Besucher nach Ohligs

Frühlingserwachen: Händler und Künstler senden Lebenszeichen

Beim Frühlingserwachen unterhielten die Organisatoren die Besucher in der Ohligser Fußgängerzone unter anderem mit Mitmachaktionen des OTV (oben) oder Dudelsackmusik der „Wupper District Pipe Band“ (links unten). Auch der traditionelle Büchermarkt lockte viele Interessierte an.
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Beim Frühlingserwachen unterhielten die Organisatoren die Besucher in der Ohligser Fußgängerzone unter anderem mit Mitmachaktionen des OTV.

Die meisten inhabergeführten Geschäfte in der Ohligser Fußgängerzone machten mit.

Von Holger Hoeck

Solingen. Ungewöhnliche Klänge schallten über die Düsseldorfer Straße und weckten bereits am Marktplatz die Neugier der eintreffenden Besucher des Ohligser „Frühlingserwachens“. Das versprach bei zahlreichen Aktionen und mit einem verkaufsoffenen Sonntag mehrere Stunden Kurzweil und Abwechslung. Mit dem Besucherzuspruch waren die Organisatoren zufrieden. Den verkaufsoffenen Sonntag nutzten die Händler, um Kunden zu binden oder zu gewinnen.

Angesichts der ungewöhnlichen Klänge fragte ein kleiner Junge: „Mama, was ist das?“, wusste mit der Antwort „Das ist Dudelsackmusik“ jedoch nicht viel anzufangen. Immer lauter wurde die Musik, bis kurz darauf mehrere Mitglieder der „Wupper District Pipe Band“ zu erkennen waren, die in ihren traditionellen schottischen Trachten viele Blicke auf sich zogen.

Auch der traditionelle Büchermarkt lockte viele Interessierte an.

Das von der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) organisierte „Frühlingserwachen“ lockte viele Besucher aus Nah und Fern auf die Fußgängerzone. Neben dem beliebten Büchermarkt, der fester Bestandteil der Veranstaltung ist, wurden auch die über zwei Dutzend Pavillons sehr gut besucht, in denen Künstler und Künstlerinnen Werke anboten oder ihr kreatives Schaffen gleich live unter Beweis stellten.

Leonora sorgt mit ihrem Keyboard für lächelnde Gesichter

Einer von ihnen war Lothar Ruthmann, der sich, animiert durch die Arbeiten von Salvador Dali, selbst als „naiven Surrealisten“ bezeichnet. „Mein Ziel ist es, nachher ein Bild der Persil-Uhr, die ja zur Zeit restauriert wird, fertig gemalt zu haben. Der Verkaufserlös wie auch die bis dahin eingegangenen Spenden leite ich dann an die Ukraine-Hilfe weiter“, erklärt der 71-Jährige.

Gleich neben seiner Staffelei hatte die Solinger Sängerin Leonora mit ihrem Keyboard sowie einem Schlagzeuger Platz gefunden und zauberte mit ihren Liedern ein Lächeln auf die Gesichter ihrer spontan verweilenden Zuhörer. „Es ist kurzfristig ein kleiner Etat frei geworden, der uns unmittelbar das Angebot von Livemusik ermöglichte“, erklärt Timm Kronenberg, der den Künstlermarkt im Rahmen des „Frühlingserwachens“ in Kooperation mit der OWG organisiert hatte. Der Kultur- und Eventmanager freute sich über die gute Stimmung unter den Besuchern. Die nahmen auch das Angebot der Künstlerinnen Heike Ponge und Kristina Eckel dankbar an, T-Shirts nach tierischen Vorlagen kreativ zu gestalten.
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Ohligser Geschäfte nutzen Frühlingserwachen, um Präsenz zu zeigen

Auch OWG-Vorsitzende Brigitte Kiekenap betrachtete das muntere Treiben vor und in ihrer Buchhandlung mit Freude und Zufriedenheit. „Es ist klasse, dass bestimmt 80 bis 90 Prozent der inhabergeführten Geschäfte mitmachen. Natürlich wissen wir, dass heute nicht unbedingt mit größeren Einnahmen zu rechnen ist. Viel wichtiger ist jedoch, Präsenz bei den Besuchern zu zeigen, die nicht nur aus Ohligs stammen, sondern auch aus anderen Stadtteilen und sogar dem näheren Umland anreisen. Wir möchten somit ein klares Zeichen setzen, dass es sich mit unserer Vielfalt und Individualität weiterhin lohnt, lokal zu denken und einzukaufen.“

Dass dies gerade in dieser schwierigen Zeit kein leichtes Unterfangen ist, weiß auch Eva Hartkopf, die mit ihrer Tochter Lisa im achten Jahr ein Damenmodengeschäft auf der Einkaufsmeile führt. „Das ´Frühlingserwachen´ ist eine prima Gelegenheit, mit Kunden ins Gespräch zu kommen und dabei Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen. Wir merken jedoch schon, dass angesichts der Inflation und dem häufig geringer gewordenem finanziellen Budget manche Kunden ihre Prioritäten anders setzen müssen. Wir hoffen aber, dass sich die Zeiten bald wieder ändern“, wünscht sich die Senior-Chefin.

Draußen genossen die Leute derweil ausgiebig das Hier und Jetzt. Ein Eis in der Sonne, ein spontanes Mittanzen mit Aktiven des Ohligser Turnvereins oder ein entspanntes Schlendern über die Festmeile waren genau die Momente, die an diesem Tag für viele Glück und Freude bedeuteten.

Ohligser Veranstaltungskalender

Das „Frühlingserwachen“ bildete den Auftakt für weitere, in diesem Jahr noch folgende Veranstaltungen, die die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG), auch mit Unterstützung ansässiger Vereine und engagierter Personen, organisiert. Unter dem Motto „Ohligs verbindet!“ sollen auch das Dürpelfest (Mai), das „Verwöhn-Wochenende“ am ersten September-Sonntag, das Brückenfest (Oktober) sowie der Weihnachtsdürpel am zweiten Advent zur Attraktivität und Liebenswürdigkeit des Stadtteils beitragen.

Standpunkt: Erleichterung ist groß

Kommentar von Andreas Tews

andreas.tews@ solinger-tageblatt.de

Viele Menschen haben nicht nur in Solingen eine große Sehnsucht nach Veranstaltungen, bei denen sie möglichst unbeschwert etwas erleben und andere Leute treffen können. Dies ist bei Veranstaltungen wie dem Ohligser Frühlingserwachen deutlich zu spüren. Die Pandemie ist zwar noch nicht vorbei. Doch müssen wir bei aller Vorsicht, die nach wie vor geboten ist, lernen, mit ihr umzugehen. Darum ist es richtig und wichtig, dass solche Ereignisse nach zwei Jahren Zwangspause wieder möglich sind. Dies ist nicht nur für das Empfinden der vielen Besucher wichtig. Für den Handel in unseren Stadt- und Stadtteilzentren, für Gastronome, Künstler und auch für Schausteller wie die bei der Frühjahrskirmes am Weyersberg ist die Rückkehr zu mehr Normalität existenzsichernd. Darum ist in diesen Kreisen die Erleichterung besonders groß. Sie können jetzt endlich wieder ohne große Beschränkungen ihrer Arbeit nachgehen und Geld verdienen. Wir können sie dabei durch unser Verhalten unterstützen. Jeder mit der gebotenen Rücksicht und mit der Vorsicht, die jeder für sich für richtig hält.

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