Integration

Friedliches Zusammenleben: Solinger Firmen setzen auf Vielfalt

Vertreter von Solinger Unternehmen, der Stadt und der evangelischen Kirche unterzeichneten gestern die Charta im Gründer- und Technologiezentrum. Foto: Simone Theyßen-Speich
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Vertreter von Solinger Unternehmen, der Stadt und der evangelischen Kirche unterzeichneten am Mittwoch die Charta im Gründer- und Technologiezentrum.

Acht Unternehmen unterzeichneten die Charta. Bei vielen ist Diversität schon seit Jahren gelebte Realität.

Von Simone Theyßen-Speich

Als Tag, um etwas für das friedliche Zusammenleben in Solingen auf den Weg zu bringen, sei der 29. Mai, der Gedenktag des Brandanschlages und der Ermordung von vier türkischstämmigen Frauen, bewusst gewählt, betonte am Mittwoch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Er ist Schirmherr der Idee, mit einer „Charta der Vielfalt“ auf die Chancen und Möglichkeiten, die diese Vielfältigkeit bringt, hinzuweisen.

Im Gründer- und Technologiezentrum unterzeichneten am Mittwoch acht Solinger Unternehmen die „Charta der Vielfalt für Diversity in der Arbeitswelt“. „Ich unterstützte diese Idee sehr gerne, und hoffe auf eine Bewegung von vielen, denn jeder trägt in unserer Stadt eine Mitverantwortung für das gemeinsame Gelingen“, betonte Kurzbach in seinem Grußwort.

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Gerade die Unternehmen stünden heute in einem Wettbewerb um die besten Köpfe. „Da kann man es sich nicht erlauben, eine ganze Gruppe, etwa Menschen mit Migrationshintergrund, auszugrenzen. Im Gegenteil.“ Der Stadtchef zeigte sich stolz darauf, dass viele Unternehmer positive Signale in diese Richtung geben. „Jetzt ist es an den jungen Leuten, die ausgestreckte Hand anzunehmen und die Chance zu ergreifen.“

Idee geht auf das Programm „NRWeltoffen“ zurück

Wolfgang Arzt vom Diakonischen Werk koordiniert die Idee gemeinsam mit Anne Wehkamp, Leiterin des Stadtdienstes Integration, und Lea Pistorius von der Wirtschaftsförderung. Die lokale Umsetzung findet im Rahmen des Landesprogramms „NRWeltoffen“ statt. Als Ziel wurde die „Entfaltung einer von Toleranz und Akzeptanz geprägten Stadtgesellschaft“ schon im Rahmen der Solinger Nachhaltigkeitsstrategie formuliert.

Acht Unternehmen haben die Charta unterzeichnet: Aricon Kunststoffwerk, BIA Kunststoff- und Galvanotechnik, codecentric, Gehring Schneidwaren, Roth Elektrotechnik, Welding Specialists Team, das Institut für soziale Innovation und der Evangelische Kirchenkreis.

Sie alle sind in Sachen Vielfalt schon gut auf dem Weg. „Bei uns sind 70 Prozent der Belegschaft nicht deutschstämmig“, betonte Hartmut Gehring vom gleichnamigen Schneidwaren-Unternehmen. Eckardt Saueressig, mit WST seit 28 Jahren im Stahl- und Metallbau tätig, hatte junge Mitarbeiter mitgebracht, die sich mit unterschiedlichsten Lebensläufen erfolgreich ins Unternehmen integriert haben.

Auch bei BIA arbeiten Menschen 43 verschiedener Nationalitäten. „Jetzt gerade haben zwei Flüchtlinge aus Afghanistan ihre Ausbildung mit Bravour bestanden“, freute sich Barbara Eufinger von BIA.

„In einem kreativen Bereich wie der Softwareentwicklung brauchen wir Diversität, jeder neue Mitarbeiter bringt neue Ideen mit ein“, betonte auch Rainer Vehns von codecentric.

Ein Zeichen zu setzen, das war der erste Schritt der Charta, die für weitere Unterstützer offensteht. Jetzt sollen konkrete Ergebnisse nach außen getragen werden. So will Kurzbach einen Unterstützerbrief an die Bundeskanzlerin für ein Einwanderungsgesetz auf den Weg bringen.

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