Friedhöfe

Kritik an Plänen für größere Stein-Grabplatten

Der städtische Parkfriedhof in Gräfrath zeichnet sich durch weitläufige Grünflächen aus. Foto: Michael Schütz
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Der städtische Parkfriedhof in Gräfrath zeichnet sich durch weitläufige Grünflächen aus.

Technische Betriebe streben großzügigere Bestimmungen an – Gegner befürchten Flächenversiegelung.

Von Andreas Tews

Solingen. Bei einer von den Technischen Betrieben (TBS) vorgeschlagenen Änderung der städtischen Friedhofssatzung stieß ein Punkt auf Kritik in der Politik. Die TBS wollten erreichen, dass steinerne Grabplatten in Zukunft bis zu zwei Drittel der bepflanzbaren Grabflächen ausmachen dürfen. Bisher war es nur ein Drittel. Dies kritisierte im Zentralen Betriebsausschuss Monika Tönnies (Grüne). Sie befürchtet eine zunehmende Versiegelung der Friedhofsflächen. Als auch vonseiten der CDU Kritik geäußert wurde, nahm TBS-Leiter Martin Wegner den Vorschlag zurück – zumindest vorerst.

Wie Gräber auf den Friedhöfen gestaltet werden dürfen, ist in einer kommunalen Satzung geregelt. Eventuelle Änderungen müssen von der Politik beschlossen werden. Die maximale Größe der „liegenden Grabmale“, wie die Steinplatten im offiziellen Behördendeutsch heißen, ist ebenfalls in der Satzung geregelt.

Eine zunehmende Versiegelung der Grabflächen mit den Platten wäre aus Tönnies´ Sicht eine ökologische Verschlechterung. Dies widerspräche der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie. Auch mit Blick auf baurechtliche Vorschriften, mit denen die Stadt Steingärten in privaten Vorgärten verhindern wolle, wäre dies das falsche Zeichen. Auch nach Ansicht von Marc Westkämper (CDU) ginge die Zwei-Drittel-Regelung zu weit. Als Kompromiss schlug er eine 50-Prozent-Höchstquote vor.

Der für Friedhöfe zuständige TBS-Teilbetriebsleiter Norbert Motzfeld verteidigte den Vorschlag seines Hauses. Die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie würden auf den Friedhöfen eingehalten, weil unter anderem auf dem Gräfrather Parkfriedhof große Flächen, die nicht genutzt würden, renaturiert würden. Dies komme unter anderem der Artenvielfalt zugute. Er verwies auch auf die Nachfrage nach Gräbern mit Steinplatte. Auf kirchlichen Friedhöfen gelte für diese eine Zwei-Drittel-Regelung.

Solingen: Erhöhung der Friedhofsgebühren findet eine Mehrheit

Wegen der Kritik bot Wegner an, den Beschluss über die Grabplatten in den Januar zurückzustellen. Um die Politiker zu überzeugen, will er ihnen dann die laufende Entsiegelung auf den Friedhöfen im Detail vorstellen lassen. Eine Mehrheit fand hingegen die angekündigte Erhöhung der Friedhofsgebühren um 2,8 Prozent. Endgültig wird diese am 17. Dezember im Hauptausschuss beschlossen.

Langfristig sollen Solinger Friedhöfe verkleinert werden.

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