Verein und Eigentümer arbeiten zusammen

Im Freizeitpark Ittertal geht es voran

Die Itterthaler hoffen, im Freizeitpark mit der Arbeit bald richtig loslegen zu können: Michael Willemse (v. l.), Tom Wiegand, Stevie Westring, Vanessa Knübben und Marc Weislowski. Foto: Die Itterthaler
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Die Itterthaler hoffen, im Freizeitpark mit der Arbeit bald richtig loslegen zu können: Michael Willemse (v. l.), Tom Wiegand, Stevie Westring, Vanessa Knübben und Marc Weislowski.

Neuer Eigentümer kooperiert mit ehrenamtlichen Helfern – Naturerlebnis im Vordergrund.

  • Im Freizeitpark Ittertal bewegt sich schon viel - Reinigung des Parks hat begonnen.
  • Konzept für Neugestaltung und Restauration des Märchenwaldes soll erarbeitet werden.
  • Wer den Park später wirtschaftlich betreibt, ist noch offen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Nach dem überraschenden Tod von Bruno Schmelter, dem vormaligen Betreiber des Freizeitparks Ittertal, in diesem Jahr war es zunächst ruhig geworden um das Projekt des Vereins Die Itterthaler, die historische Anlage in ihrem Kern zu erhalten. Genau dieses Ziel scheint nun aber in greifbare Nähe zu rücken: Denn nachdem der neue Eigentümer sich nach dem Erwerb des Anwesens lange bedeckt gehalten hatte, arbeitet er nun mit den ehrenamtlichen Helfern zusammen.

„Der neue Eigentümer ist ein sympathischer, junger Mann, der in den vergangenen Wochen in dem Park schon viel bewegt hat“, sagt Michael Willemse, Vorsitzende der Itterthaler, anerkennend. So habe der Eigentümer mit Unterstützung einiger Helfer bereits mit der Reinigung des Parks begonnen und beispielsweise die Kellerräume von Unrat befreit. Grundsätzlich sei noch viel zu tun, da „die Natur sich seit der Schließung des Parks im November 2018 einiges zurückerobert hat“, so Willemse. Somit müssten Laub beseitigt und Bäume zurückgeschnitten werden, bevor die nächsten Schritte in Angriff genommen werden können.

„Der Park soll Spiel und Spaß an der frischen Luft bieten.“

Michael Willemse, vom Verein Die Itterthaler

Öffentlich wolle der neue Eigentümer noch immer nicht in Erscheinung treten, doch habe der Vereinsvorstand sich bereits zwei Mal mit ihm getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Beide Seiten sind sich laut Willemse einig in dem Ziel, den historischen Charme des Freizeitparks und dessen Nähe zur Natur zu bewahren, beide ziehen nun an einem Strang. Entsprechend groß ist bei dem Verein die Freude über die Entwicklung: „Nachdem so lange unklar war, ob es mit dem Freizeitpark – ein Stück Solinger Geschichte – weitergehen wird, sind wir der Ansicht, dass es kein schöneres Weihnachtsgeschenk für Solingen, seine Kinder, Eltern und Großeltern hätte geben können“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weiterhin wolle man nun nach einer ersten Bestandsaufnahme ein Konzept für die Neugestaltung und Restauration des Märchenwaldes erarbeiten. Dessen elf Hütten stehen aktuell leer und müssten mit Figuren und anderen Requisiten komplett neu ausgestattet werden. „Es wäre natürlich schön, wenn wir da noch Förderer gewinnen könnten“, sagt Michael Willemse. Handwerkliche Unterstützung sei ebenfalls willkommen. Auch die Hütten selbst dürften teils erheblichen Renovierungsbedarf haben – eines der Häuschen wurde sehr zum Unmut aller Beteiligten vor einigen Wochen in Brand gesteckt. Darüber hinaus müssen elektrische Versorgungsleitungen überprüft und instandgesetzt werden.

Offen ist zurzeit noch die Frage, wer den Freizeitpark perspektivisch wieder wirtschaftlich betreiben wird und in welcher Form dies geschehen soll. Für diese Diskussion sei es jetzt noch zu früh, gibt Willemse zu bedenken. In jedem Fall solle aber das Naturerlebnis im Park eine tragende Rolle spielen. „Der Park soll Spiel und Spaß an der frischen Luft bieten“, so Willemse. „Wir wollen kein zweites Phantasialand werden.“ Geplant seien unter anderem ein Biergarten, Sandkästen, neue Spielgeräte und eine Wiederbelebung der Gastronomie in der früheren Bayernhalle. Dafür suche der neue Eigentümer noch Gastronomen, „die zum Konzept eines Familienparks passen“.

Nach Angaben des Vereins werde der Freizeitpark zurzeit durch Personal des Eigentümers bewacht. In der Vergangenheit wurde immer wieder in den Park eingebrochen, Anhänger der sogenannten „Lost-Place“-Szene hatten illegal skurrile Videos auf dem verwaisten Gelände gedreht und diese ins Internet gestellt. Wenn der Plan aller Beteiligten aufgeht, kann der Freizeitpark Ittertal aber eines Tages wieder legal besucht werden.

Noch kur vor dem plötzlichen Tod von von Bruno Schmelter hatte die Betreiberfamilie das Inventar des Freizeitparks bei einem zweitägigen Trödel verkauft.

Unterstützer gesucht

Wer Fragen an den Verein Die Itterthaler hat oder seine Unterstützung anbieten möchte, kann dies per Mail erledigen: Verein@Itterthaler.de

Weitere Informationen und eine Umfrage für interessierte Helfer gibt es unter

https://umfrage.app.do/freizeit-park-ittertal-gemeinsam-erhalten

Standpunkt: Chance auf etwas Neues

kristin.dowe@solinger-tageblatt.deVon Kristin Dowe

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

2020 hatte es mit den Itterthalern nicht gerade gut gemeint. Zunächst war unklar, ob der neue Eigentümer überhaupt an einer Zusammenarbeit mit dem Verein, der sich für die Rettung des Freizeitparks Ittertal engagiert, interessiert ist – hatte dieser sich doch nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags erst mal bedeckt gehalten. Dann lähmte die Corona-Pandemie die weiteren Planungsschritte, und ein schwerer Schlag für alle Beteiligten war schließlich der plötzliche Tod des langjährigen Betreibers Bruno Schmelter. Da ist es ein Lichtblick, dass das Projekt nun doch noch Auftrieb erhält. Denn auf die Kooperation des Eigentümers ist der Verein zwingend angewiesen – die Bereitschaft dazu ist offenbar auf beiden Seiten vorhanden. Klar ist schon jetzt, dass der künftige Freizeitpark trotz der bleibenden Elemente – wie Wasserkarussell und Märchenwald – anders aussehen wird als viele Solinger ihn noch aus ihrer Kindheit kennen. Doch besteht nun die realistische Chance, dass hier etwas Schönes und Neues entsteht, ohne dass der historische Charme des Parks dabei verloren ginge. Dem Verein wäre der Erfolg zu gönnen, er hat einen langen Atem bewiesen.

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