Runder Tisch gegen häusliche Gewalt

Frauenhäuser sind belegt

Das Solinger Frauenhaus ist derzeit dauerbelegt.

Von Susanne Koch

„Und wenn einmal ein Platz frei wird, dauert es nur Stunden und wir haben wieder eine Frau, die bei uns Schutz sucht“, sagt Martina Zsack-Möllmann, einer der Sprecherinnen des Plenums des Runden Tischs gegen häusliche Gewalt. Und dasselbe Problem sei derzeit NRW- und bundesweit zu verzeichnen. „Und auch die Frauenberatungsstelle hat immer mehr Zulauf“, sagte Andrea Lafos, als zweite Sprecherin. Gewalt in Familien und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder, auf deren psychische Gesundheit, auf das Wohlergehen Alleinerziehender – da sei die wirkliche Situation noch gar nicht abzusehen.

Am Mittwochnachmittag traf sich das Plenum des Runden Tisch gegen häusliche Gewalt digital. Organisiert durch die Gleichstellungsstelle der Stadt Solingen. Über die vielen neuen Gesichter freuten sich die beiden Sprecherinnen. „Wir haben dieses Mal über 30 Anmeldungen“, sagte die Moderatorin Petra Welz (Brot und Rosen). Drei Programmpunkte standen auf der Tagesordnung.

Karin Götze, die Leiterin des Evangelischen Altencentrums in Solingen, stellte den Leitfaden zur Gewaltprävention in Pflege- und Betreuungssituationen „Mensch, respektvoll pflegen – gemeinsam gegen Gewalt“ vor. Eine 32 Seiten starke Broschüre hat der Pflegeverbund mit der Stadt Solingen herausgegeben. „Dieser Leitfaden soll das Thema in den Fokus rücken, enttabuisieren und sensibilisieren“, sagt Karin Götze. „Er richtet sich an alle Interessierten, die sich mit der Pflege und Betreuung von Menschen befassen, egal ob es sich um Träger von Pflege und Betreuungseinrichtungen, professionell Pflegende oder Angehörige handelt.“

Der Leitfaden ist gegliedert in 1) allgemeine Grundformen von Gewalt, 2) wie Gewalt entstehen kann, 3) wie Gewalt erkannt werden kann, 4) welche Auswirkungen  Gewalt hat, 5) Handlungsempfehlungen, Gewaltprävention, Deeskalation, rechtliche Aspekte zur Gewaltprävention sowie freiheitsentziehende Maßnahmen und 6) Rat und Hilfe.

Unter Rat und Hilfe sind Beratungsangebote aufgeführt. „Im Leitfaden finden Suchende geeignete Beratungs- und Hilfeangebote aus Solingen“, sagte Karin Götze. „Darüber hinaus haben wir beispielsweise aber auch Beispiele für weitere Ratgeber darin aufgeführt.“

Beim Rückblick auf 2020 stellte sich heraus, dass vorbereitete Programmpunkte wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten. In Kleingruppen berieten sich die Teilnehmer über 2021. Auf jeden Fall wollen sie sich jetzt öfter in kleineren Gruppen digital treffen. Es gebe viel zu tun.

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