Netzwerk

Frauenforum thematisiert Überlastung

Martina Zsack-Möllmann ist Sprecherin des Frauenforums. Archivfoto: Christian Beier
+
Martina Zsack-Möllmann ist Sprecherin des Frauenforums.

Spagat zwischen Kindern im Homeschooling, Pflege der Eltern und Job.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Das Netzwerk des Frauenforums sprach am Montagabend wie mit einer Stimme von der spürbaren Überlastung von Frauen durch die Corona-Krise. Die gestiegene Beanspruchung durch den andauernden Spagat zwischen Kindern im Homeschooling, der Hilfe für alte oder gar pflegebedürftige Eltern und Beruf sei inzwischen flächendeckend zu einer Überlastung geworden, erklärte Martina Zsack-Möllmann, Sprecherin des Forums.

Rüdiger Mann, Stadtdienstleiter Jugend, und Jennifer Cyganek vom Schulverwaltungsamt als Referenten etwa berichteten aus ihren Blickwinkeln. „Haben viele Familien den ersten Lockdown im letzten Frühjahr häufig sogar eher als Entschleunigung erlebt, so hat sich das nun ins Gegenteil gekehrt“, berichtete Rüdiger Mann. „Sich türmende Probleme wie Finanzengpässe durch Kurzarbeit, enge Wohnungen, Kinder, die im Winter nahezu immer zuhause sind, hätten vielfach zu schwierigen Lebenssituationen geführt.“ Besonders alleinerziehende Frauen seien spürbar mit ihren Kräften am Anschlag.

Senioren vereinsamen durch wegfallende Kontakte

Ähnliches berichtete Jennifer Cyganek für die Schulen. Die Stadt habe zwar mit Leih-Tablets und Internet-Zugängen für Lernvoraussetzungen gesorgt. „Aber an den immer mürber werdenden mentalen Verfassungen von Schülern und Eltern – und auch oft Lehrern, die ja wiederum selbst oft zugleich Eltern sind – konnte solches Equipment natürlich nichts ändern.“ Britta Hartkopf-Kunde, Gleichstellungsbeauftragte für die Städtischen Altenzentren, berichtete von Beschäftigten, die seit Monaten am Rande ihrer Belastung stehen und auch Dorothea Grabe äußerte sich für die Beschäftigten im Klinikum in dieser Weise. „Nicht nur das Pflegepersonal, auch der ärztliche Dienst ist am Anschlag, physisch wie psychisch.“

Die städtische Behinderten-Koordinatorin, Aldona Gonzalez Thimm, berichte von überlasteten Angehörigen pflegebedürftiger Menschen. Aber auch für alleinstehende Seniorinnen sei die Pandemie eine echte Last geworden, ergänzte Almuth Maschinski vom Frauenforum. Sie beobachte depressiv stimmende Vereinsamung durch den Wegfall jeder Begegnungsmöglichkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare