Vor dem Landgericht

24-jährige Frau beißt Polizistin in den Oberschenkel

Das Landgericht Wuppertal ist zuständig.
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Das Landgericht Wuppertal ist zuständig.

Es war ein Schock im Einsatz für eine Solinger Polizistin, gefolgt von monatelanger Sorge um eine mögliche HIV-Infektion.

Von Dirk Lotze

Solingen. Sie hatte einen Biss in einen Oberschenkel durch eine heute 24 Jahre alte, schwer alkoholkranke Angeklagte erlitten, die sich gegen eine Festnahme wehren wollte. Die 24-Jährige muss sich seit Freitag wegen sechs Übergriffen verantworten. Die sollen sich teils in der Öffentlichkeit, teils in Polizeiwachen ereignet haben. Gebissen haben soll die Frau dabei mehrfach; HIV-positiv ist sie nicht. Die Frau ist zweifache Mutter, ihre Kinder sind im Grundschulalter und leben getrennt vor ihr. Das Landgericht Wuppertal ist zuständig, weil sich ein späteres Urteil gegen sie auf mehr als vier Jahre Freiheitsstrafe addieren kann. Den Richtern sagte die Angeklagte zum Prozessbeginn, sie wisse von den Taten keine Einzelheiten mehr, wegen des Alkohols: „Es tut mir leid. Ich schäme mich.“

Die Anklage nennt drei Fälle des Widerstands gegen Polizisten, eine Gegenwehr mit Messer nach Diebstahl in einem Supermarkt in Ohligs und Schläge im Streit am Schachbrett Mühlenplatz in der Stadtmitte mit einer übergroßen Schachfigur. Ereignet haben sollen sich die Vorfälle zwischen Juni 2019 und Mai 2020. Das Verfahren startet spät, weil die Angeklagte vorübergehend abgetaucht war.

Zum Biss in den Oberschenkel sagte die verletzte Polizistin aus: Sie war mit Kollegen am 18. Juni 2019 zu einem leerstehenden Haus in Ohligs gerufen worden. Ein Nachbar hatte Personen bemerkt, die Polizei fand unter anderem die Angeklagte. Die Polizistin berichtete: „Sie hatte eine Flasche Spiritus dabei und hat uns damit auch bedroht.“ Schließlich sei es zum Handgemenge gekommen, dabei habe sich die 24-Jährige als erstaunlich gelenkig erwiesen. Der Biss habe geblutet, sich entzündet und eine Narbe hinterlassen, berichtete die Geschädigte. Sie fügte hinzu: „Ein halbes Jahr lang musste ich regelmäßig zum Polizeiarzt nach Düsseldorf, für Blutproben.“ Und ja: Die Ungewissheit habe sie belastet.

Mutter entsetzt darüber, dass ihre Tochter Alkoholikerin ist

Laut einem Gerichtspsychiater trinkt die 24-Jährige vermehrt seit der Trennung vom Vater ihres jüngeren Kindes 2017. Ihr täglicher Konsum habe sich auf 20 Flaschen Bier gesteigert; Wein, Wodka und Likör kämen dazu. Während der Obdachlosigkeit habe sie sich zeitweise in einem Schnellrestaurant oder beim Roten Kreuz gewaschen. Ihre Mutter sei entsetzt, dass die Tochter Alkoholikerin geworden ist. Sie halte weiter zu ihr.

Höchststrafe: 28-jährige Solingerin zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

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