Workshop

Fortbildung über Rassismus sensibilisiert

Bei „Train the Trainer“ stehen Selbstreflexion und Argumentationstrainings im Vordergrund. Foto: Aric-NRW e. V.
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Bei „Train the Trainer“ stehen Selbstreflexion und Argumentationstrainings im Vordergrund.

An sieben Terminen lernen Teilnehmer, wie man einen Workshop gegen Diskriminierung durchführt.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. „Train the Trainer“ – so heißt die Fortbildung zu (Anti-)Rassismus und (Anti-)Diskriminierung, die Solinger befähigen soll, eigenständig Workshops zum Thema durchzuführen. Gefördert wird die Fortbildung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und geleitet durch den Duisburger Verein „Anti-Rassismus Informations-Centrum“ (Aric-NRW).

Was bedeutet Train the Trainer?

„Die Teilnehmer sollen befähigt werden, selbst Trainings, Workshops oder Seminare über Antirassismus und Antidiskriminierung durchzuführen“, erklärt Michael Roden, Koordinator der Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit der Stadt Solingen den Gedanken hinter der Fortbildung. Teilnehmer können so später beispielsweise in Schulen oder Jugendzentren aktiv werden und ihr Wissen weitergeben.

Wie läuft die Fortbildung ab?

An sieben Terminen werden unter anderem Grundlagen zum Thema Rassismus vermittelt. Im Fokus stehen die Kolonialgeschichte und die Geschichte von Rassismus, sowie die Entstehung von Vorurteilen und die Abwertung von Gruppen.

„Rassismus ist eine gesellschaftlich konstruierte Erscheinung“, sagt Roden. Aus diesem Grund werden die Teilnehmer sich selbst reflektieren und eine eigene Position beziehen. Mit verschiedenen Übungen und Rollenspielen sollen sie dem Thema gegenüber sensibilisiert werden. Das könne emotional sehr anspruchsvoll und grenzüberschreitend sein.

„Schweigen wird oft als Zustimmung gedeutet.“
Lisa Rüther, Aric-NRW e. V.

„Wir leben in einer rassistisch geprägten Gesellschaft und sind alle darin verwoben, ob wir wollen oder nicht“, bestätigt auch Lisa Rüther, Koordinatorin des Bildungsbereichs Aric-NRW. Deswegen gehe die Fortbildung der Frage nach, ab wann Rassismus eigentlich beginne und wo der Teilnehmer selbst stehe?

In einem Argumentationstraining werde erlernt, wie man auf rassistische Äußerungen reagieren kann. Dabei sei die größte Verunsicherung, nicht zu wissen, wie man reagieren soll. „Schweigen wird oft als Zustimmung gedeutet“, erklärt Rüther.

Anschließend werden didaktische Methoden vermittelt und erklärt, wie ein Seminar richtig aufgebaut und vorbereitet wird. Am Ende der Fortbildung können die Teilnehmer ihr erlerntes Wissen erproben und selbst ein Training konzipieren.

Wer kann teilnehmen?

Die Fortbildung richtet sich an Lehrer, Beschäftigte in der Jugend- und Sozialarbeit, Menschen, die beratend tätig sind, sowie an Deeskalations-, Anti-Gewalt- und Sozialkompetenztrainer. Auch Menschen mit eigenen Diskriminierungserfahrungen sollen zur Teilnahme ermutigt werden.

„Unser Ansinnen ist, Menschen mit eigenen Erfahrungen hören zu wollen. Die Unmittelbarkeit ist extrem und eindringlich, wenn sie von ihren Erlebnissen berichten“, sagt Lisa Rüther. Sie sollen darin bestärkt werden, sich zu äußern und sich dem Rassismus entgegenzustellen, sagt Roden.

Warum ist es so wichtig, in dem Thema fortzubilden?

Rassismus sei zum Teil erlernt, erklärt Michael Roden. Befördert durch Klischees, die man mitunter in Filmen beigebracht bekomme und die Gruppen definieren, aber am Individuum vorbeigehen. „Wir werden ständig mit Rassismen gefüttert“, sagt er.

Durch die Fortbildung soll das Methodenrepertoire erweitert werden: „Wir legen großen Wert darauf, dass die Kompetenzen der Gesellschaft zugutekommen, im Idealfall dort, wo die Menschen beruflich tätig sind.“

Teilnahme

Die Fortbildung findet an sieben Terminen von Oktober 2020 bis Februar 2021 im Haus der Jugend Dorper Straße statt. Die Kosten betragen 30€. Anmeldung bis zum 15. August per Email. Weitere Informationen online.

m.roden@solingen.de

https://t1p.de/nwgr

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