„Die 10“

Förderverein Notschlafstelle: Vorstand zieht sich zurück

Die Notschlafstelle „Die 10“ an der Hermannstraße nimmt obdachlose Jugendliche und junge Erwachsene auf.
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Die Notschlafstelle „Die 10“ an der Hermannstraße nimmt obdachlose Jugendliche und junge Erwachsene auf.

In der Einrichtung „Die 10“ an der Hermannstraße 10 finden wohnungslose Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 26 Jahren ein Obdach.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Der siebenköpfige Vorstand des Fördervereins Notschlafstelle tritt zurück. Ausschlaggebend seien gesundheitliche und persönliche Gründe, teilen die Mitglieder mit. Ein neuer Vorstand soll in der kommenden Woche in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden, erklärt die langjährige Vorsitzende Tanja Isphording gegenüber dem ST. Der bisherige Vorstand mit Isphording, Marianne Herse, Christine Range, Monika Hackbarth, Karl-Heinz Below, Roswitha Pollack und Bärbel Visser habe den 1989 gegründeten Förderverein über zehn Jahre geführt.

Ein Herzensprojekt, wie die Mitglieder in einer Pressemitteilung betonen. Im Laufe dieser Jahre habe es Höhen und Tiefen gegeben, man habe kleine und große Kämpfe ausgetragen, Zuspruch und Unterstützung bekommen. Als der Vorstand übernahm, stand die Schließung der Notschlafstelle zur Diskussion.

In der Einrichtung „Die 10“ an der Hermannstraße 10 finden wohnungslose Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 26 Jahren ein Obdach. „Dies konnte zum Glück verhindert werden.“ Der Förderverein hatte dafür unter anderem eine Schlafsackdemo vor dem Rathaus organisiert.

Die aufwendige Modernisierung des Hauses habe man später mit rund 130 000 Euro aus Spenden mitfinanziert. Der Verein habe Kuscheldecken für die mittellosen Bewohner angeschafft, die diese mitnehmen können, wenn sie „Die 10“ verlassen.

Ebenso wie Sporttaschen, in denen sie ihre Habseligkeiten verstauen können, berichtet Isphording. Highlights seien auch ein Benefiz-Dinner, die Ausstellung, die eine Künstlerin mit Bewohnern der Notschlafstelle gestaltete, und die Feier zum 30-jährigen Bestehen gewesen. Vor der Corona-Pandemie sei jedes Jahr ein Weihnachtsessen für die Jugendlichen organisiert worden, die dabei auch beschenkt wurden.

An solche Momente erinnere sie sich besonders, sagt Tanja Isphording. „Einmal haben wir Bewohner zum Essen in ein Restaurant eingeladen. Eine junge Frau sagte danach: ,Das war der schönste Abend in meinem Leben.’ Dass ein Restaurantbesuch für sie etwas so Besonderes war, hat mir die Tränen in die Augen getrieben.“

Ohne Unterstützung und Spenden wäre vieles nicht möglich gewesen

Der Verein habe auch Ferienfreizeiten und Ausflüge organisiert, zum Beispiel Kanutouren auf der Wupper. „Für uns das Schönste dabei? In die vor lauter Glück strahlenden Gesichter unserer Kids zu sehen und dabei zu spüren: Wir haben ihnen etwas gegeben, was man nicht kaufen kann.“

Ohne die Unterstützung durch Spender wäre das nicht möglich gewesen, bedanken sich die „alten“ Vorstandsmitglieder. Dem neuen Vorstand wünsche man viel Erfolg.

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