Technik

Firmen liefern maßgeschneiderte Masken aus dem 3-D-Drucker

Katrin Burkatzki von Excit3D trägt ein Modell für eine individuell angepasste Atemschutzmaske, die im medizinischen Bereich eingesetzt werden kann. Die Halterungen für Face-Schields, durchsichtige Masken als kompletter Gesichtsschutz, kommen auch aus dem 3-D-Druck.
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Katrin Burkatzki von Excit3D trägt ein Modell für eine individuell angepasste Atemschutzmaske, die im medizinischen Bereich eingesetzt werden kann. Die Halterungen für Face-Schields, durchsichtige Masken als kompletter Gesichtsschutz, kommen auch aus dem 3-D-Druck.

Bei der Behandlung von Corona-Patienten ist gute Schutzausrüstung wichtig

Von Philipp Müller

Solingen. Die Wirklichkeit holt auch in der Corona-Krise die Akteure oft auf den Boden der Tatsachen zurück. So gab es zwischen der Wirtschaftsförderung der Stadt Solingen und der Firma Excit3D von Katrin Burkatzki und Werner Koch die Idee, mittels 3-D-Druckern Engpässe bei medizinischen Masken und so genannten Face-Shields zu mildern. Mit den Shields sind die vor dem Kopf getragenen, transparenten Folien gemeint. Doch mittlerweile habe sich die Versorgungslage stabilisiert, berichtet der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol. Einige hundert der Gesichtsschutze seien produziert und würden über die Beschaffung der Stadt an medizischen Einrichtungen und die Feuerwehr weitergereicht.

Für die Masse und den hohen Bedarf sei aus Kostengründen der 3-D-Druck auf Dauer nicht der richtige Weg. Doch die Technik, mittels Druckern dreidimensionale Schutzmasken und Face-Shields herzustellen, sei damit nicht vom Tisch, betont Balkenhol. Nur mit dieser Technik sei es möglich, individuelle Anforderungen zu erfüllen. Das könnten Halterungen für die Folien für Kinder sein, besonders große Köpfe oder auch spezielle Anforderungen im Einsatz. Da stehe man weiter mit Rat und Tat zur Seite erklärt er für die Wirtschaftsförderung, die ihren Sitz im Höhscheider Gründer- und Technologiezentrum hat.

„Vor dem Druck vermisst das Handy das Gesicht.“
Werner Koch, Excit3D

Dort sitzt auch die Firma Excit3D. Werner Koch gilt als Pionier der 3-D-Druck-Technik in Solingen. Das Unternehmen ist stark in Sachen Software. So befindet sich eine Personal-Mask-App im „fortgeschrittenen Entwicklungsstadium“, wie Koch erklärt. „Vor dem 3D-Druck vermisst das Handy das Gesicht.“ Dabei werde die Gesichtsstruktur ermittelt und die Daten an einen Dienstleister per Link verschickt, der die Maske ausdruckt.

Koch hat zusammen mit der Firma Igo3D eine Maske entwickelt, die aus thermoplastischem Polyurethan besteht. Sie kann mit einem Filter versehen werden. Dadurch, dass sie individuell an die Gesichtsform des Trägers angepasst wird, ist die Schutzwirkung besonders hoch. Koch sieht hier besonders in der Medizin großen Bedarf, wenn es um die Behandlung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten geht. Die Firma schaut dabei auch weiter nach vorne und arbeitet an der app-basierten automatischen Konstruktion individueller Atemmasken.

Solingen: Solinger Firma liefert die Idee für die Massenfertigung

Der Software-Tüftler versteht sich dabei mehr als Entwickler für eine schnelle Umsetzung von 3-D-Technik denn selbst als Produzent für die Massenfertigung. Das gelte auch für die Fertigung von Face-Shields. Da gebe es im Internet entsprechende Druckvorlagen, die jeder nutzen könne.

Doch Werner Koch weist auch auf das Thema Nachhaltigkeit hin. Mit dem richtigen Ausgangsmaterial für die 3-D-Drucker seien die individuellen Masken aus flexiblem Material wiederverwendbar, weil man sie desinfizieren und anschließend mit neuen Filtern ausstatten könne.

An der Verbreitung solch innovativer Ideen ist auch die Wirtschaftsförderung interessiert, die schon vor Jahren mit dem 3-D-Netzwerk Akteure aus diesem Bereich zusammenbrachte.

Medizin und Maske

Bei der Behandlung von Corona-Patienten kommen Masken zum Einsatz, die nach FFP-Klassen eingeteilt werden. Sie sind mit besonderen Filtern ausgestattet, um die Aufnahme und Verbreitung von Keimen durch die Träger zu verhindern. Diese Masken sind oft noch Mangelware in vielen Kliniken.

Die Firma Walbusch spendet 40.000 Mund-Nase-Masken.

Die Maskenpflicht gilt auch in den Bussen. Doch es zählt nicht nur die Maske selbst, sie muss auch richtig angelegt werden.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen.

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