Ranking

Finanzamt in Solingen belegt einen Spitzenplatz

Das Finanzamt an der Goerdelerstraße schneidet bei einer Untersuchung gut ab. Archivfoto: Christian Beier
+
Das Finanzamt an der Goerdelerstraße schneidet bei einer Untersuchung gut ab.

Portal Lohnsteuer kompakt hat die Bearbeitungsdauer bei Steuererklärungen ausgewertet.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Das Solinger Finanzamt war im vergangenen Jahr das schnellste in Nordrhein-Westfalen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Auswertung des Portals Lohnsteuer kompakt. Demnach mussten die Solinger 2020 im Schnitt 32,7 Tage auf die Bearbeitung ihrer Einkommenssteuererklärung warten (Landesschnitt: 48,2). Bundesweit reicht dieses Ergebnis für den zweiten Platz. Lediglich die Außenstelle St. Ingbert des Finanzamts Homburg schnitt mit einer Bearbeitungsdauer von 28,7 Tagen besser ab.

Die Datengrundlage bilden rund 500 000 Einkommenssteuererklärungen, die über das Portal erstellt wurden. „Das ist eine große Stichprobe“, findet Felix Bodeewes. Er ist Geschäftsführer des Berliner Unternehmens. Maßgeblich für die Auswertung seien die Zeitstempel bei der Online-Abgabe sowie auf dem elektronischen Steuerbescheid.

Zwischen diesen lagen in Solingen im Mittel 32,7 Tage. Ähnlich gut schnitt das hiesige Finanzamt schon einmal ab: 2017 mit 34,6 Tagen. Ein Jahr zuvor betrug die Bearbeitungsdauer noch 59,2 Tage. Die Schwankungen erklärt Bodeewes so: „Finanzämter haben die gleichen Probleme wie Unternehmen: Ist der Krankenstand hoch oder gibt es technische Umstellungen, kann der Prozess länger dauern.“

Das gute Ergebnis Solingens deckt sich mit Markus Kleins Erfahrungen. Sein Unternehmen HKPG hat Niederlassungen in der Klingenstadt und in Aue. Der Steuer- und Wirtschaftsberater hat deshalb Kontakt zu verschiedenen Finanzämtern. „Im Vergleich ist es so, dass man sehr schnell eine Reaktion vom Finanzamt Solingen erhält“, erklärt er. Sein Eindruck: An der Goerdelerstraße wird versucht, die Steuerfälle rasch vom Tisch zu bekommen. Gelingen soll dies Klein zufolge durch die Vorabwürdigung vieler Themen. Fragen werden zudem häufig schnell am Telefon geklärt, was der Experte begrüßt. Klein hat jedoch festgestellt, dass die schnell getroffenen Vorabeinschätzungen tendenziell eher zugunsten der Staatskasse ausfallen. Deshalb müsse man sich öfter im Nachgang über einzelne Sachverhalte streiten.

Tobias Kassigkeit teilt den Eindruck, dass an der Goerdelerstraße schnell gearbeitet wird. Der Partner der Kanzlei Braschoß, Grah, Kassigkeit schränkt aber ein: „Wir nehmen keine großen Unterschiede zu anderen Ämtern, mit denen wir zu tun haben, wahr.“ Außerdem gibt er zu bedenken, dass die Bearbeitungsdauer für kompliziertere Verfahren als die Einkommenssteuererklärung durchaus länger sein kann.

Ähnlich äußert sich die Oberfinanzdirektion NRW auf ST-Anfrage. Die Behörde hält Auswertungen wie von Lohnsteuer kompakt nicht für aussagekräftig, „weil sich die Finanzämter nicht oder nur schwer miteinander vergleichen lassen“. Das liege etwa daran, dass manche Finanzämter eher mit Arbeitnehmern zu tun haben. Dort gibt es weniger steuerlich beratende Fälle, die meist weniger komplexen Steuererklärungen können schneller bearbeitet werden. „Viele Faktoren wirken auf die Bearbeitungszeit.“

Die Finanzämter in NRW betreuen rund 6,5 Millionen Einkommenssteuerfälle. Nach vier Monaten seien rund 95 Prozent aller Erklärungen bearbeitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenz liegt am Donnerstag erneut über 50 - Stadt verhandelt
Corona: Inzidenz liegt am Donnerstag erneut über 50 - Stadt verhandelt
Corona: Inzidenz liegt am Donnerstag erneut über 50 - Stadt verhandelt
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Nach Unfall: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall: Die L 74 ist wieder frei
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare